Dikembe Mutombo im Interview

"Hakeem hat uns lächerlich gemacht"

Von Philipp Dornhegge
Samstag, 19.10.2013 | 17:23 Uhr
Dikembe Mutombo (r.) lobt Hakeem Olajuwon in den höchsten Tönen
© getty
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Dikembe Mutombo war und ist ein Publikumsliebling. Sein Fingerwinken wurde Kult, seine Karriere war lang und erfolgreich. Inzwischen ist er NBA-Botschafter, verkauft wieder Schuhe und macht Werbung. Von den SPOX-Usern wurde der "Geico"-Clip des 47-Jährigen gerade zum besten NBA-Werbespot aller Zeiten (hier geht's noch mal zum Final-Voting) gewählt. Im Interview spricht Mutombo über seine Blocks sowie die besten Center aller Zeiten und der Gegenwart.

Frage: Sie sind einer der besten Shotblocker in der Geschichte der NBA. Wie würden Sie die große Freude daran beschreiben, gegnerische Angriffe mit Blocks zu stoppen?

Dikembe Mutombo: Gott hat mich mit gewissen Talenten auf die Welt geschickt. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich auf eine bestimmte Art Basketball spielen musste, um erfolgreich zu sein. Und die sah eben so aus, dass ich mich auf die Defense spezialisiere. So bin ich einer der besten Verteidiger der Welt geworden, und mit dem gleichen Enthusiasmus, mit dem ich meinen basketballerischen Weg beschritten habe, lebe ich auch mein übriges Leben.

Frage: Wird es in naher Zukunft einen Defensivspezialisten geben, der so dominant ist wie Sie damals?

Mutombo: Bestimmt, aber man hat schon das Gefühl, dass viele junge Leute nicht diese Bereitschaft mitbringen, in der Verteidigung alles zu geben und großartig zu sein. Aus meiner Sicht müsste für jedes Talent der Shotblock-Rekord das Ziel sein. Die wenigsten werden es erreichen, aber wenn man sich nicht hohe Ziele setzt, wird man kein ganz Großer werden. Ich freue mich immer noch darüber, dass ich mich dank meiner Blocks in einer sehr illustren Gesellschaft befinde und nur Hakeem Olajuwon vor mir habe.

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Frage: Wer hat von den aktuellen Spielern das beste Timing beim Blocken?

Mutombo: Da sehe ich Leute wie Serge Ibaka oder Dwight Howard weit vorn, und es werden sicher noch einige in der Zukunft dazu kommen. Sie können versuchen, mich zu überholen. Aber ich sage bewusst versuchen, da gibt es keine Garantie. Der Weg ist weit, es ist also nicht so, als würden mir diese Kerle schlaflose Nächte bereiten (lacht).

Frage: Wie haben Sie damals das Verbot ihres Fingerwinkens eingeschätzt?

Mutombo: Das ist schon okay, vor allem aus heutiger Sicht. Commissioner David Stern hat mir eine Weile die Hölle heiß gemacht, bis es dann schließlich zu dem Verbot kam. Die Liga hat es für unsportlich und unnötig gehalten und mir die eine oder andere Strafe aufgebrummt. Aber ich habe natürlich sehr gute Erinnerungen an das Fingerwinken. Diese Geste hat meine Karriere definiert, noch heute assoziieren mich die Leute damit.

Frage: Was war Ihr liebster Fingerwink-Moment?

Zwischenruf eines Journalisten: Vielleicht als Michael Jordan Ihnen den Finger gezeigt hat?

Mutombo: Woah! (lacht) Es gibt ja so viele Momente auf Youtube, die man sich ansehen kann. Am liebsten erinnere ich mich aber an den Block, mit dem ich Kareem Abdul-Jabbar als zweitbesten Shotblocker aller Zeiten abgelöst habe. Das geschah in meiner letzten Saison mit den Houston Rockets, mitten in unserem 22-Spiele-Winning-Streak. Als mir der entscheidende Block gelungen ist, konnte ich den Ball im Spiel halten, den Gegenangriff starten und hatte deshalb Zeit, den Finger in Richtung Fans zu winken und mit ihnen diesen Moment zu genießen. Das war etwas Besonderes.

Frage: Hakeem Olajuwon ist der einzige Spieler in der Geschichte, der mehr Blocks als Sie verbucht hat. Ist er auch der beste Center aller Zeiten?

Mutombo: Ja, für mich ist Hakeem der beste Center aller Zeiten. Seine Art und seine Fähigkeiten, das Spiel zu spielen, sein bloßes Talent - er war einfach unglaublich gut. Er hat ja nicht nur defensiv dominiert, sondern war auch und besonders offensiv stark, er hat so viele von uns mit seinen Moves lächerlich gemacht.

Frage: Und wer gefällt Ihnen in der heutigen NBA am besten?

Mutombo: Da sehe ich nach wie vor Dwight Howard vorn. Ich freue mich, dass er jetzt bei meinem Lieblingsteam, den Houston Rockets, spielt. Ich erwarte ein tolles Jahr von ihm, und eines Tages wird er auf eine wundervolle Karriere zurückblicken.

Frage: Sie nennen Houston Ihr Lieblingsteam, hatten mit Denver und Philadelphia aber auch große Erfolge. Gibt es eine Mannschaft oder eine Saison, an die Sie sich besonders gern erinnern?

Mutombo: Nein, ich sehe es mit etwas Abstand eher so: Ich habe jeden Moment meiner 18 Jahre dauernden Karriere genossen. Die fünf Jahre in Denver waren toll, da konnten wir 1994 als erste Mannschaft in den Playoffs eine Nummer eins eliminieren (3-2 gegen Seattle SuperSonics, d. Red.). Dann ging es weiter nach Atlanta, wo es auch super war. Mit Philadelphia habe ich 2001 die Finals erreicht, danach hatte ich in New Jersey und New York sicher etwas Pech. Und schließlich kamen die Jahre in Houston, wo ich die große Ehre hatte, an der Seite eines jungen Mannes namens Yao Ming spielen zu dürfen. Er war und ist eine globale Ikone. Nein, da möchte ich wirklich nicht den Fehler machen, eine Mannschaft als besonders toll oder besonders schlecht zu bezeichnen.

Frage: 18 Jahre! Wie konnten Sie eigentlich über eine so lange Zeit dieses unglaublich hohe Niveau halten?

Mutombo: Für mich war das nächste Spiel immer das wichtigste. Ich habe nie voraus- oder zurückgeschaut, jede Partie war bedeutungsvoll, ich wollte immer gewinnen. Diese Einstellung hat mir sehr geholfen, denke ich. Und natürlich geht nichts ohne tolle Teamkameraden und Freunde.

Frage: Yao Ming ist eine Ikone, Sie müssen sich selbst aber nicht kleiner machen, als Sie sind. Sie hatten während Ihrer aktiven Karriere schon einen eigenen Schuh, Ihr Fingerwinken und Ihre positive Art haben Sie zu einer Art Kultfigur gemacht. Inzwischen wurde Ihr Schuh sogar neu aufgesetzt, es gibt also quasi einen zweiten Mutombo-Boom. Überrascht es Sie manchmal, wie die Leute Sie annehmen?

Mutombo: Ja, das überrascht mich schon. Aber ich freue mich über diese Frage, weil Sie mir Gelegenheit gibt, all den früheren Legenden meinen Dank auszusprechen. Ich habe mir immer schon sehr genau angesehen, wie sich ein Larry Bird, ein Magic Johnson oder ein Michael Jordan und so viele andere große Spieler auf dem Platz und abseits davon verhalten haben, wie Sie es geschafft haben, sich während der aktiven Karriere auf das Leben danach vorzubereiten und weiterhin erfolgreich zu sein. Ich versuche, diesen Vorbildern zu folgen und bin sehr glücklich über die Art, wie es bisher gelaufen ist. Wahrscheinlich spielt mein Charakter eine Rolle bei der Art und Weise, wie die Leute mich wahrnehmen und zu schätzen wissen. Aber man kann natürlich nicht planen, dass man auch fünf Jahre nach der aktiven Karriere so geschätzt wird, dass der eigene Schuh innerhalb von wenigen Stunden nach Erscheinen ausverkauft ist. Das alles ist ein Traum, über den ich mich sehr oft mit meiner Frau und meinen Kindern unterhalte. Ich wurde von dem Herrn da oben gesegnet, so sehe ich das.

Frage: Sie sind ein weltweiter Botschafter des Sports. Beschäftigen Sie sich jemals mit der Frage, ob Sie nicht auch den Weg einschlagen könnten, den viele andere Ex-Profis...

Mutombo: Sie wollen wissen, ob ich Trainer werden könnte? Ich verspreche Ihnen eines: Sie werden mich niemals als Coach erleben (lacht). Ich bin froh, dass ich dem Sport weiter verbunden bleibe, aber ich bin genauso froh, dass ich mir den Stress und die Kopfschmerzen eines Coaches ersparen kann. Der Commissioner hat mir diesen wunderbaren Job als Botschafter der NBA gegeben, der füllt mich total aus. Ich arbeite gerne mit Kindern zusammen, meine eigenen Kids sind 10 und 12 Jahre alt. Denen bringe ich gerne etwas bei, aber im Profibereich? Nein danke!

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