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Miami Heat - Chicago Bulls 107:95

Der Meister eröffnet stilvoll

Von Philipp Dornhegge
Mittwoch, 30.10.2013 | 04:42 Uhr
Derrick Rose wurde von der aggressiven Heat-Defense um LeBron James nahezu kalt gestellt
© getty
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Gleich im ersten Saisonspiel hat der Meister ein Statement abgegeben. Gegen die Chicago Bulls fuhren die Miami Heat einen 107:95-Sieg (BOXSCORE) ein und hatten dabei nur im ersten Viertel Probleme. LeBron James war mit 17 Punkten Topscorer der Gastgeber.

Der viermalige MVP musste sich in diesem Spiel aber gar nicht voll verausgaben, weil er von allen Seiten Hilfe bekam. Insgesamt punkteten sieben Heat-Spieler zweistellig, Miamis Bank gewann das Duell der Reservisten deutlich mit 42:26.

Auf Seiten der Bulls überragte Carlos Boozer (31 Punkte, 7 Rebounds), Jimmy Butler kam in der zweiten Hälfte kräftig in Fahrt (20 Punkte, 5 Steals). Eine Enttäuschung war dagegen Derrick Rose. Der MVP von 2011 stand nach bärenstarker Preseason völlig neben sich und traf nur vier seiner 15 Würfe (12 Punkte, dazu 5 Turnover).

Die All-Stars Luol Deng und Joakim Noah kamen auf mickrige 6 Punkte.

Vor dem Spielbeginn wurden die Spieler der Miami Heat geehrt und erhielten in der obligatorischen Zeremonie ihre Ringe für den Gewinn der Meisterschaft 2013.

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Die Reaktionen:

Erik Spoelstra (Trainer Heat): "Man weiß nie, was man von so einem Saisonstart erwarten kann. Man versucht, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, und das ist das Spiel. Aber ohne Frage ist so eine Ringzeremonie ein emotionaler Moment. Dass wir danach in der Lage waren, einen solchen Sieg einzufahren, ist großartig."

Derrick Rose (Bulls): "Wenn mich irgendwas enttäuscht, dann die Tatsache, dass wir verloren haben. Meine Leistung lässt sich leicht korrigieren, indem ich beim nächsten Mal meine Würfe treffe und besser auf den Ball aufpasse."

Ray Allen (Heat) über Rose' Leistung: "Ich denke, dass unsere Defense viel damit zu tun hatte."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Der Meister startet mit seiner besten Aufstellung aus Chalmers, Wade, James, Haslem und Bosh. Die Neuzugänge Beasley und Mason Jr. sitzen auf der Bank, Oden pausiert. Auch Chicago in Bestbesetzung: Rose, Butler, Deng, Boozer und Noah starten.

1.: Welcome back, D-Rose! Das Spiel ist erst wenige Sekunden alt, da packt Miamis Trap erstmals zu. Chalmers stibitzt Rise den Ball von hinten und setzt Haslem in Szene. Dunk, 2:0 für den Meister.

11.: Battier für drei, Allen für drei: Miami übernimmt mit 16:15 erstmals die Führung und hat defensiv alles im Griff, während Rose auf der Bank sitzt.

14.: Weiterhin wird Rose geschont, Chicagos Offense steht völlig neben sich. Nach weiteren Dreiern von Battier und Cole haben die Heat einen 13:0-Lauf vorzuweisen.

18.: Nach fünf Punkten von Chicago Miami jetzt wieder mit einem 7:0-Lauf. Offensiv ist da derzeit gar nichts los bei den Bulls. Ein Wade-Layup zwingt den Gast zur nächsten Auszeit.

20.: Boozer trifft einen Layup gegen Bosh, aber das waren die ersten Punkte nach einer Ewigkeit. 41:22 für die Heat, die Bulls stehen mit dem Rücken zur Wand.

32.: Wer nach der Halbzeit einen Ansturm der Bulls erwartet hatte, sieht sich enttäuscht. Zwar steht es 16:11 im dritten Viertel, doch außer von Boozer und Butler kommt da einfach zu wenig. Und jetzt zieht Haslem auch noch Boozers viertes Foul. Der Heat-Veteran erhöht wieder auf 67:49 für den Gastgeber.

36.: Mit einem herrlichen Bodenpass auf Andersen hebelt LeBron die Bulls-Defense in der Transition aus und begünstigt so die nächsten Heat-Punkte. Ende des dritten Viertels hat sich an den Aussichten beider Teams nichts geändert, 78:58 für Miami.

41.: Wades lustlose Vorstellung geht weiter. Von Butler lässt er sich ohne Gegenwehr den Ball abnehmen, mit seinem vierten Steal schickt dieser Dunleavy auf die Reise. Der Veteran verkürzt auf 72:87, Heat-Coach Spoelstra ist - freundlich ausgedrückt - nicht begeistert. Auszeit.

Miami Heat vs. Chicago Bulls: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Miamis Bank. Schon im ersten Spiel der Saison wirkt Miami wie eine gut geölte Maschine. Spoelstra ließ eine Neun-Mann-Rotation spielen - und alle neun Spielern trugen etwas zum Sieg bei.

Die vier Reservisten hatten dabei die vier besten Werte beim Plus-Minus-Rating vorzuweisen. Allen und Battier trafen drei bzw. vier Dreier, dazu verteilte Allen ungewohnte viele Assists (7) - ein Indiz, wie vorzüglich der Ball durch die Reihen der Heat lief.

Cole war der gewohnte Energizer (11 Punkte, 7 Rebounds), Andersen stand in der Zone seinen Mann (6 Punkte, 8 Rebounds) und war mitverantwortlich dafür, dass sich Miami diesmal nicht beim Reboundkampf den Schneid abkaufen ließ (nur 41:40 für die Bulls).

Der Flop des Spiels: Luol Deng. Derrick Rose ist zurück, das ist super für die Bulls. Doch gerade am Anfang der Saison ist der Superstar darauf angewiesen, dass es ihm die Kollegen erleichtern, seinen Rhythmus zu finden und nicht sofort den Alleinunterhalter spielen zu müssen.

Dass Deng ein Mann für etwa 18 Punkte ist, hat er in der Vergangenheit wiederholt bewiesen, seine Preseason war nach schwerer Krankheit viel versprechend.

Doch dann das: Mit 3 Fouls in anderthalb Vierteln nahm er sich selbst die Möglichkeit, Punkte zu erzielen, doch selbst wenn er auf dem Court stand, war er in der Offense unsichtbar (4 Punkte). Das einzig Positive war seine hervorragende Defense gegen LeBron James.

Das fiel auf:

  • Nach dreieinhalb Minuten wurde Jimmy Butler mit einem mehr als fragwürdigen Offensivfoul belegt, es war das zweite des Shooting Guards. Mike Dunleavy musste kommen, und der machte seinen Job in der Defense gegen Dwyane Wade super. Der All-Star sah weiterhin kein Land und nahm im gesamten ersten Viertel nur einen Wurf.
  • Intensive Defense, schön und gut. Aber gegen Miami muss man vor allem diszipliniert verteidigen, und das gelang Luol Deng und Jimmy Butler in der ersten Hälfte nicht. Das zweite Viertel war erst wenige Minuten alt, da standen die beiden wichtigsten Flügelverteidiger bereits bei je drei Fouls. So musste Coach Thibodeau Dunleavy und Kirk Hinrich mehr Minuten geben, als ihm lieb war.
  • Miamis Bank präsentierte sich schon im ersten Saisonspiel in grandioser Form. Es brauchte phasenweise gar keinen LeBron James oder Dwyane Wade, um die Offense in Schwung zu bringen. Norris Cole oder Ray Allen reichten gegen die Bulls-Reservisten schon, um diese zum Rotieren zu bringen. Die Präzision beim Pick'n'Roll und Spacing der Shooter war schlicht beeindruckend, immer wieder fand der Meister völlig offene Würfe. Und das gegen die vermeintlich beste Defense der Liga.
  • Bulls-Rookie Tony Snell sah Mitte des zweiten Viertels seine ersten NBA-Minuten. Größe, Athletik, Schnelligkeit, Wurftechnik: ist alles da. Aber offensichtlich waren auch jede Menge Nerven vorhanden. In der Defense wurde er gleich beim ersten Duell mit LeBron James vorgeführt, offensiv versemmelte er innerhalb weniger Sekunden drei völlig blanke Dreier deutlich.
  • Derrick Roses erstes Regular-Season-Spiel nach anderthalb Jahren war offensiv keine Offenbarung, jedoch fiel auch und vor allem in der Defense auf, dass der MVP von 2011 noch seinen Rhythmus finden muss. Nach überragender Preseason hatte Rose seine Probleme mit der deutlich erhöhten Intensität, das exakte Spiel der Heat brachte ihn immer wieder in Situationen, in denen er von Chalmers kalt erwischt wurde oder eigentlich zu vermeidende Fouls begehen musste.
  • Apropos Rost: Joakim Noah war wie immer ein Muster an Einsatz, doch die Tatsache, dass er in der Preseason nur 20 Minuten spielen konnte, rächte sich gegen Miami. Insbesondere im Abschluss fehlte die Sicherheit, selbst Dunks wurden so zu einer Herausforderung. Am Ende stand Noah bei 1/4 Field Goals.
  • Trotz der Pleite befinden sich Carlos Boozer und Jimmy Butler in beeindruckender Frühform. Boozer setzte seinen Körper im Low Post gegen die Heat perfekt ein und machte ein überragendes Spiel. Man hätte sich gewünscht, dass die Bulls angesichts der Probleme am Perimeter noch konsequenter über ihren Power Forward spielen. Butler wiederum kam wie gewohnt über die Defense ins Spiel. In der zweiten Hälfte war er neben Boozer der entscheidende Antreiber, der sein Team in der Schlussphase zumindest für einen kurzen Moment von einem Comeback träumen ließ.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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