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Die NBA-Stars von morgen

Von Sebastian Dumitru
Freitag, 05.04.2013 | 21:51 Uhr
Mit Michael Carter-Williams (links) und Trey Burke treffen zwei künftige NBA-Stars aufeinander
© getty
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Syracuse gegen Michigan, das ist auch das Duell der zwei besten verbliebenen Turnier-Spieler mit NBA-Format. Trey Burke und seine talentierten Wolverines treffen in Atlanta auf Michael Carter-Williams und die Orangemen. Davor bekommt es Louisville mit Wichita State zu tun.

Der Großteil der im Vorfeld hoch gepriesenen Draft-Prospects - also College-Akteure mit hohen Chancen, in künftigen NBA-Drafts selektiert zu werden - ist nicht mehr dabei, wenn in Atlanta am Samstag das diesjährige NCAA Final Four steigt. Lediglich Louisville ist als an Nummer eins gesetztes Team noch im Wettbewerb, aus dem sich mit Gonzaga, Duke, Ohio State, Indiana, Georgetown, Miami und Kansas sieben der acht top-platzierten Mannschaften schon im Vorfeld verabschieden mussten. So schade es auch sein mag, dass zukünftige Profispieler wie Ben McLemore, Otto Porter oder Victor Oladipo nicht weiter zu sehen sind, so hochklassig verspricht das Halbfinale zwischen Michigan und Syracuse zu werden.

Trey Burke (Michigan Wolverines)

Michigan tritt in Atlanta als wohl heißestes Team des Turniers an - nicht erst seit dem sensationellen Overtime-Sieg gegen die Kansas Jayhawks im Sweet-16. Und obwohl die Wolverines gleich vier Spieler im zweistelligen Punktebereich mitbringen, ragt ausgerechnet der kleinste heraus: Trey Burke.

Der 20-Jährige hätte eigentlich schon nach seinem Freshman-Jahr in die NBA wechseln können. Mehrere Teams waren daran interessiert, sich die Dienste des 1,80 Meter Aufbaus in der späten ersten oder frühen zweiten Runde zu sichern. Burke aber dachte langfristig: "Ich sehe noch eine Menge Löcher in meinen Spiel, zum Beispiel die Fähigkeit, meine Mitspieler besser zu machen und nicht nur selbst zu scoren. Darum wollte ich zurück kommen, um sowohl physisch als auch mental stärker zu werden."

Burkes Plan ging perfekt auf. Er verbesserte sich als Sophomore auf 18,8 Punkte und 6,8 Assists pro Partie und führte die Wolverines ins nationale Rampenlicht. Der Lohn: Auszeichnungen satt, unter anderem als Spieler des Jahres, Big Ten Spieler des Jahres und First Team All-American.

Der Aktienkurs des Floor Generals ging immer weiter nach oben und hat sich nach der sensationellen Partie gegen Kansas, bei der Burke einen Parkplatz-Dreier zur Verlängerung traf und all seine 23 Punkten nach der Halbzeit erzielte, im hohen Lotterie-Bereich eingependelt. NBA-Scouts sind mittlerweile von seinen Vorzügen überzeugt, wenngleich der eine oder andere seine geringe Körpergröße negativ auslegt.

Aber Burke hat lange Arme und all die Prädikate, die einen NBA-Point-Guard besonders wertvoll machen: Einen immensen Basketball-IQ, einen schnellen Antritt, einen guten Wurf und Dinge wie Kampfgeist, Herz, Wille und Furchtlosigkeit in den entscheidenden Spielmomenten.

Mittlerweile gilt der Guard als sicherer Top-10 Pick, der seinen Kurs mit einer weiteren überragenden Leistung gegen Syracuses gefürchtete 2-3 Zone sogar noch steigern kann. Für eine Lotterie-Mannschaft wie die Detroit Pistons oder Orlando Magic wäre Burke Gold wert.

Michael Carter-Williams (Syracuse Orangemen)

Carter-Williams wurde schon als 16-Jährigem nachgesagt, eines Tages gute Karten auf eine Profikarriere zu haben. Seine langen Gliedmaßen und spielerische Leichtigkeit im Umgang mit dem Ball riefen Vergleiche mit Magic Johnson und Penny Hardaway auf den Plan. Auch wenn es für den knapp zwei Meter großen Point Guard nicht ganz so hoch hinaus gehen dürfte, lieben NBA-Scouts die Dinge, die MCW auf dem Basketballcourt anstellen kann.

Dank seiner Länge ist er in der Lage, gegnerische Defensiven einfach zu überblicken. Sein nahezu perfektes Ballhandling macht ihn unaufhaltsam, sobald er einmal in die Zone vorgedrungen ist. Das zeigte er auch gegen die favorisierten Indiana Hoosiers, denen er 24 Punkte ins Nest legte. Egal, ob innen oder außen, Carter-Williams setzte die Hoosiers-Verteidigung permanent unter Druck.

Hinten ist der 21-Jährige selbst ein ausgezeichneter Verteidiger, der dank seiner gigantischen Spannweite viele Steals abgreift und Passwege geschickt zustellen kann. Insgesamt ein smarter Spieler, der bei den Profis auf der Eins und auf der Zwei eingesetzt werden kann, dessen Stärken aber ganz klar im Playmaking liegen.

Wenn Carter-Williams seine Sprungwürfe konstant trifft - bisher eine der größten Schwachstellen - und ein paar extra Pfunde Körpergewicht zulegt, um physischer zu Werke gehen zu können, dann winkt ihm eine lange und erfolgreiche Profilaufbahn.

Glenn Robinson III. (Michigan Wolverines)

Der Sohn des ehemaligen NBA-All-Stars Glenn Robinson erinnert auf dem Parkett stark an seinen Vater: groß, schnell, geschmeidig und vor Potenzial nur so triefend. Vor allem seine Athletik hat es Profiscouts angetan, die ihn sich als künftigen Leistungsträger auf Small Forward vorstellen können.

Seine Explosivität und Sprungkraft macht ihn unter den Körben und auf dem Weg in die Zone effektiv genug, um ihm beim Verteidigen immer ein paar Zentimeter Platz zu lassen. Die nutzt der 1,98-Meter-Mann dann zum Wurf, den er erstaunlich sicher trifft - auch von außen.

Obwohl der 19-Jährige noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung angelangt ist, könnte er mit genügend Zeit und in der richtigen Situation beim richtigen Team geradezu aufblühen. Auch wenn es seinen Langzeitaussichten sicherlich gut tun würde, mindestens ein zweites College-Jahr zu absolvieren, winkt ihm in einem relativ schwachen Jahrgang dank Michigans Erfolgsrun ein hoher Pick.

Sollte er sich dazu entschließen, direkt nach seinem Freshman-Jahr in die NBA zu wechseln, wird er mit ziemlicher Sicherheit in der Lotterie gezogen werden. Ungebändigtes Potential ist dort häufig das allerhöchste Gut.

Gorgui Dieng (Louisville Cardinals)

Einer der Spieler, die sich während des NCAA-Turniers am meisten verbessert haben, ist Louisvilles Center-Riese Dieng. Der gebürtige Senegalese ist groß (2,11 Meter) und im Gegensatz zu den meisten anderen Prospects des Jahrgangs eine sichere Bank: Zwar ist Dieng schon 23 Jahre alt und wird es wohl nie zum Leistungsträger eines NBA-Teams bringen - geschweige denn zum Star - aber als Backup-Big ist er wie gemacht für die Basketball Association.

Dort sieht man ihn in allererster Linie als Ringbeschützer und Rebounder, aber in diesem Turnier offenbart der Cardinal auch solide Fußarbeit und ein sanftes Wurfgefühl am Brett. Mit guten Durchschnittswerten (10,2 Punkte, 9,5 Rebounds und 2,5 Blocks in dieser Saison) und fantastischen Leistungen wie gegen Duke im Elite Eight (14 Punkte, 11 Rebounds, 4 Blocks) hat sich Gorgui Dieng mit ziemlicher Sicherheit in die erste Draft-Runde gespielt.

Russ Smith (Louisville Cardinals)

Dass ihn sein Teamkollege Russ Smith dorthin begleiten sollte, steht für Rick Pitino außer Frage: "Ich war acht Jahre lang Trainer bei den Profis, und es schockiert mich, dass man dort nicht mehr von Russ Smith spricht. Er ist kein Niemand, er hat uns fast im Alleingang ins Final Four getragen", rührte der Cardinals-Coach und ehemalige Übungsleiter der Boston Celtics und New York Knicks die Werbetrommel für seinen Shooting Guard.

Der entpuppte sich während der Saison als recht eindimensionaler, aber unaufhaltsamer Scorer und legte während des Turniers noch ein paar Schippen drauf: 23 Punkte gegen NC A&T, 27 gegen Colorado State, 31 gegen Oregon und 23 gegen Duke zeigen schon, wohin der Hase läuft. Smith weiß, wie man den Spalding scort.

Ob er Scouts endgültig davon überzeugen kann, dass seine Stärken (Scoring-Gen, Speed, Ausdauer und Shooting) seine Schwächen (Körpergröße, NBA-Defense, Eigensinn) übertrumpfen, wird den Unterschied machen zwischen der späten ersten Runde und einem nicht garantierten Zweitrundendeal.

Alle Statistiken und Ergebnisse aus der NBA im Überblick

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