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NBA

Mehr Spitzenspiel geht nicht

Von Martin Gödderz
Tony Parker (r.) und LeBron James (l.) sind die Superstars ihrer Teams
© getty

In der Nacht von Sonntag auf Montag empfangen die San Antonio Spurs die Miami Heat (Mo., ab 1 Uhr im LIVE-STREAM FOR FREE mit Markus Krawinkel als Kommentator). Es ist das Aufeinandertreffen der momentan besten NBA-Teams, das Duell des derzeit besten Spielers auf dem Planeten gegen den vielleicht besten Power Forward aller Zeiten. Manche sagen, es ist eine Vorschau auf die Finals in diesem Jahr. Eines garantiert dieses Spiel aber schon jetzt: Highlights en masse.

So ein wenig versuchte LeBron James die Bedeutung des Matches gegen die San Antonio Spurs (55-17) herunterzuspielen. "Wir wollen einfach nur besser werden. Das ist eine Möglichkeit für uns. Das Spiel am Sonntag definiert weder unsere Saison, noch wie wir von da an weitermachen werden", so der Superstar der Miami Heat.

Ganz falsch liegt James damit natürlich nicht. Das Duell zwischen den beiden besten Teams der NBA ist natürlich noch immer ein Regular-Season-Match, beide Mannschaften grüßen mit gebührendem Abstand von der Spitze ihrer Conference, eine Niederlage hat für keines der beiden Teams direkte Konsequenzen.

Dennoch ist die Brisanz nicht von der Hand zu weisen. Es geht noch immer darum, wer am Ende der Saison den besten Rekord aufweist und damit Heimrecht genießt, sollte es wirklich zu einem NBA Final zwischen dem ersten der Eastern Conference und dem Ersten der Western Conference kommen. Mit einem Sieg wären die Spurs wieder bis auf ein Spiel an den Miami Heat (57-15) dran. Miami wiederum könnte sich mit einem Sieg quasi die beste Bilanz der Liga sichern.

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Psycho-Duell ohne Ginobili

Noch wichtiger ist aber vielleicht der psychische Aspekt. Beide Teams treffen so kurz vor den Playoffs das letzte Mal aufeinander, das Ergebnis wird in den Köpfen hängenbleiben. Ein Sieg wäre ein deutliches Statement, das kann keiner der Kontrahenten abstreiten.

Tony Parker bringt es schon eher auf den Punkt. "Es sind alles tolle Herausforderungen für uns, gute Vorbereitungen für die Playoffs. Denver ist ein tolles Team, die Clippers sind ein tolles Team und nun spielen wir halt gegen Miami. Sie sind die besten der Liga. Sie haben diesen unglaublichen Lauf gestartet und es wird ein weiteres tolles Spiel", so der Franzose, auf den es wieder einmal ankommen wird, gerade weil Manu Ginobili definitiv ausfallen wird. Wie lange der Argentinier fehlen wird, ist allerdings unklar.

Fakt ist aber auch, dass die Spurs den Großteil der Saison gänzlich ohne oder zumindest mit einem angeschlagenen Ginobili spielen mussten, und trotzdem eine beeindruckende Bilanz aufweisen.

Das liegt zum einen daran, dass Tim Duncan spielt, als sei er 25 Jahre alt und nicht 37. Bestes Beispiel: Sein letztes Spiel gegen die Clippers, als er 34 Punkte, 11 Rebounds sowie 2 Blocks auflegte und den spielentscheidenden Wurf mit Foul verwandelte.

Duncan: "62 Siege oder so am Stück"

Zum anderen sind die perfekt gecoachten Spurs als Team auch wieder gewachsen. Danny Green hat sich zu einem der besten Shooter der Liga entwickelt, Kawhi Leonard macht auch in der Offensive eine immer bessere Figur und Tiago Splitter hat sich zu einem unglaublich effizienten Big Man entwickelt.

Allen voran führt Parker das Team aber besser und ausgeglichener denn je. Da fällt es Duncan auch leicht über den kommenden Gegner zu reden: "Ich denke, sie haben 62 Spiele oder so am Stück gewonnen. Das wird auf jeden Fall ein tolles Spiel. Ich weiß, dass unsere Zuschauer begeistert sein werden und wir sind gespannt, unsere Heimserie fortzuführen", so das Spurs-Urgestein.

Die von Duncan angesprochene Heimserie ist eine der großen Stärken der Spurs, die zuhause lediglich vier Spiele verloren. Die Heat sind in Miami sogar noch stärker, stehen auswärts aber bei mittlerweile 12 Niederlagen. Dafür strotzt Miami trotz der jüngsten Niederlage gegen die Chicago Bulls nur so vor Selbstbewusstsein.

Auf das Ende der 27 Spiele andauernden Siegesserie antworteten die Heat mit einer beeindruckenden Performance gegen die New Orleans Hornets, als James und Co. 61 (!) Prozent ihrer Feldwürfe verwandelten.

Restgate erregt die Gemüter

So wollen die Heat-Superstars den ersten ernstgemeinten Sieg gegen die Spurs in dieser Saison einfahren. Das erste Spiel gewann Miami denkbar knapp mit 105:100, damals entzürnte Gregg Popovich die Gemüter der Liga-Obersten um David Stern, indem er zur besten Sendezeit bei einem national ausgestrahlten Spiel seine komplette Starting Five draußen ließ.

Selbst ohne Parker, Duncan und Co. boten die Spurs den Heat Paroli, was vor allen Dingen daran lag, dass Miamis Stars ihren Gegner nicht richtig ernstnahmen. Die Restgate-Affäre war geboren, die Spurs nur kurze Zeit später von Stern mit einer empfindlichen Geldstrafe belegt. Ein derartiges Szenario wird es nun kein zweites Mal geben, da sicherlich auch die Spurs trotz aller Unaufgeregtheit und einer stoischen Ruhe im Umfeld ein wenig die Muskeln spielen lassen wollen.

Wade: "Mentalität wird wichtig"

Dwyane Wade warnt nicht umsonst schon einmal vor: "Es ist ganz offensichtlich ein sehr, sehr, sehr gutes Team. Ein wirklich harter Ort zu spielen. Ich denke, unsere Mentalität und wie wir ans Spiel herangehen wird sehr wichtig sein. Es wird nicht einfach, aber das ist, was uns Spaß macht", so der Shooting Guard, der sich derzeit mit Knieproblemen herumplagt und wohl angeschlagen ins Spiel gehen wird.

Für beide Teams ist es der Gipfel der aktuellen Saison. Nach diesem Spiel gibt es nicht mehr viel zu erreichen, entweder sind die Heat dann komplett enteilt oder sie müssen noch einmal um die beste Bilanz der Liga bangen. Die Spurs dagegen wollen nach den Nuggets und Clippers auch das nächste Top-Team besiegen. Ein Hauch von Playoffs liegt in der Luft. Nicht umsonst sagt unser SPOX-Kommentator Markus Krawinkel: "Finals Preview! Einen besseren Grund, sich ein Spiel anzuschauen, gibt es nicht!"

Der NBA-Spielplan im Überblick

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