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NBA

Lakers müssen wieder zittern

Von Martin Gödderz
Kobe Bryant (2. v.l.) war Top-Scorer des Spiels, die Lakers-Niederlage konnte er nicht verhindern
© getty

Die Los Angeles Lakers zeigen bei der 103:109-Auswärtsniederlage (BOXSCORE) gegen die Golden State Warriors lange Zeit eine dürftige Vorstellung. Das Comeback kommt viel zu spät, die Playoffs sind wieder eindeutig gefährdet und die Mavericks nur noch eine Niederlage entfernt.

Es war fast wie ein Rückfall in alte Zeiten zu Beginn der Saison. Die Los Angeles Lakers diskutierten mit sich selbst und den Schiedsrichtern. Sie verteidigten einfache Tip Ins nicht und spielten kaum zusammen. Erst am Ende raufte sich die Superstartruppe zusammen, das Comeback kam freilich zu spät.

Bis zum letzten Viertel hatten die Golden State Warriors das Spiel komplett unter Kontrolle. Angeführt von Stephen Curry (25 Punkte, 10 Assists, 7 Rebounds) ließen sie den Lakers kaum eine Chance. Insbesondere Klay Thompson (22 Punkte, 6/11 3er) und Jarrett Jack (19 Punkte, 9/16 FG) bewiesen ein heißes Händchen.

Auch die Big Men überzeugten. David Lee war in der Offensive omnipräsent und verbuchte das nächste starke Double Double mit 23 Punkten und 12 Rebounds. Andrew Bogut (9 Rebounds, 2 Blocks) war vor allem in der Defensive der Anker der Warriors.

Auf der Gegenseite tat Kobe Bryant wie immer alles gegen die Niederlage. Der Shooting Guard stand die gesamte zweite Hälfte auf dem Feld und kam am Ende auf 36 Punkte (11/27 FG) und 8 Rebounds. Unterstützt wurde er von Steve Nash (21 Punkte, 9 Rebounds, 7 Assists). Dwight Howard erzielte ein Double Double (11 Punkte, 15 Rebounds), machte aber kein sonderlich gutes Spiel.

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Die Reaktionen:

Mark Jackson (Trainer Golden State Warriors): "In der ersten Hälfte haben wir ein Statement abgegeben. Wir sind das bessere Basketballteam. Sie befinden sich in unserem Rückspiegel. Ich habe noch nicht hineingesehen und werde das auch nicht tun."

Kobe Bryant (Los Angeles Lakers): "Du musst darauf schauen, was Teams gegen uns tun, wie sie uns auseinanderziehen. Nun sind wir kollabiert und haben die Schützen freigelassen. Das ist das dritte Spiel in Folge, dass uns das passiert. Nicht übertrieben emotional werden. Schauen, wie es weitergeht und ein paar Verbesserungen vornehmen."

Mike D'Antoni (Trainer Los Angeles Lakers): "Wir versuchen momentan, in die Playoffs zu kommen. Das ist mehr ein Misserfolg. Aber wir haben noch immer Zeit, das herauszubekommen. Noch immer Zeit, um in die Playoffs zu kommen, noch immer Zeit, um Eindruck zu machen. Aber die Zeit läuft davon."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Gute Nachrichten für die Warriors. Golden State kann auf den angeschlagenen Stephen Curry bauen. Der Top-Scorer meldete sich rechtzeitig wieder fit. Ihm zur Seite stehen Thompson, Barnes, Lee und Bogut.

Bei den Lakers tanzen sich die Starter Nash, Bryant, World Peace, Gasol und Howard bereits vor dem Spiel warm. Trotz zuletzt zwei Niederlagen am Stück scheint die Stimmung weiterhin gut zu sein.

5.: "Steph, Steph", hört man Mark Jackson nur von der Seite rufen. Steve Nash liegt noch auf der anderen Seite des Parketts herum, da steht Stephen Curry frei in der Ecke. Das Team erfüllt den Wunsch des Trainers und bringt den Ball zu Curry. Der nimmt den Dreier. Reine Formsache. 10:6 Warriors.

11.: Klay Thompson hat definitiv Feuer gefangen. Der Shooting Guard knallt bereits den dritten Dreier rein. Auf der Gegenseite wird Kobeball gespielt. Es fällt aber derzeit kaum etwas bei den Lakers. 28:14 Warriors.

18.: Gerade konzentrieren sich beide Teams etwas zu sehr auf die Referees, die unter dem Warriors-Korb die eine oder andere fragwürdige Entscheidung treffen. Bogut versucht das Offensiv-Foul gegen Howard zu ziehen, ermöglicht ihm dadurch aber den Slam Dunk. Auf der Gegenseite ist aber wieder Curry per Dreier zur Stelle. 44:26 Warriors.

22.: So richtig beliebt macht sich David Lee gerade nicht. Der Power Forward haut Howard den Ellebogen ins Gesicht. Der Lakers-Center kriegt dafür das Foul gegen sich. Als er Lee zur Rede stellt, kriegt er gleich auch noch ein Technical aufgebrummt. Ungeachtet davon dominiert Golden State das Geschehen. 52:34 Warriors.

24.: Die Lakers sind komplett von der Rolle. Die Warriors machen innerhalb der letzten fünf Sekunden der ersten Hälfte vier Punkte durch Tip-Ins von Lee und Bogut. 63:40 Warriors.

30.: Wahnsinn! Curry lässt Nash mit einem Behind-the-Back-Crossover ins Leere laufen und versenkt den offenen Dreier, kurz nachdem Thompson sich mit zwei Dreiern bereits wieder warm geschossen hat. Auf der Gegenseite bringt Bryant die Halle aber mit einem unglaublichen Reverse-Dunk an Lee vorbei zum Schweigen. 75:54 Warriors.

36.: Die Lakers kommen offensiv jetzt besser ins Rollen und sind bis auf 15 Punkte dran. Doch auf der Gegenseite spielt sich Jarrett Jack in einen Rausch und verwandelt Midrange Jumper um Midrange Jumper. 92:74 Warriors.

39.: D'Antoni schickt noch einmal all seine Stars aufs Feld, doch die Warriors lassen gar nichts Anbrennen. Jack mit dem nächsten Runner und Lee per Alley-Oop nach Curry-Anspiel sind zur Stelle. 98:76 Warriors.

45.: Jetzt wird es doch noch einmal spannend! Curry wirft auf der einen Seite den Airball. Auf der anderen Seite verhaut Nash den Dreier, doch Blake kommt wieder an den Ball und macht es besser. Der Warriors-Vorsprung ist auf 9 Punkte geschmolzen. 105:96.

48.: Kobe tut noch einmal alles für den Sieg. Dunks, Freiwürfe, Dreier - alles hilft nichts. Die Warriors siegen am Ende mit 109:103.

Golden State Warriors vs. Los Angeles Lakers: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Jarrett Jack. Der Sixth Man der Warriors spielt mit Vorliebe gegen die Lakers groß auf. Zwar erzielten Lee, Thompson und Curry allesamt mehr Punkte, Lee und Curry legten sogar ein Double Double auf, doch Jack verwandelte eben die Moneyballs. Im dritten Viertel, als die Lakers gerade ins Rollen kamen, war Jack zur Stelle und ließ jeglichen positiven Lauf im Keim ersticken.

Die Lakers hatten einfach keine Antwort auf Jack. Am Ende hatte der Point Guard 9 seiner 16 Wurfversuche verwandelt, die meisten davon waren enorm wichtig. Doch auch David Lee mit dutzenden Hustle Plays und Andrew Bogut mit seiner starken Defense machten ein starkes Spiel.

Der Flop des Spiels: Dwight Howard. Der Trend zeigte in letzter Zeit klar nach oben. Alles in allem scheint Howard wieder auf dem Weg zu alter Stärke. Das Spiel gegen die Warriors war aber wieder ein Rückfall. Howard fluchte mit den Schiedsrichtern, fabrizierte unnötige Schrittfehler und brachte sogar einen Airball beim Korbleger-Versuch hin.

Auf der einen Seite tat er sich mit der ausgezeichneten Verteidigung von Bogut enorm schwer, auf der anderen Seite agierte er auch in der Defense ungewohnt fahrlässig. Jack benötigte nur einen einfachen Pumpfake, um Howard alt aussehen zu lassen. In der Zone war D12 nicht so präsent wie sonst, auch wenn 15 Rebounds ein starker Wert sind.

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Analyse: Die Lakers zeigten in der ersten Halbzeit mal wieder ihre hässliche Seite. Kobe hatte nach dem ersten Viertel bereits 10 Wurfversuche, genauso viele wie der Rest der Lakers zusammen. Die meisten Plays waren einfache Isolations für Bryant. Die Warriors hielten vor allem in Person von Bogut die Zone dicht und erlaubten auch Bryant fast ausschließlich schwierige Würfe. Die Lakers-Wurfquote von 35,6 Prozent zur Halbzeit kam nicht von ungefähr.

Bereits nach kurzer Zeit waren die Stars der Lakers sichtlich frustriert von der starken Verteidigung der Warriors und deren Treffsicherheit in der Offensive. Dabei sollte es hinsichtlich bekannt sein, dass Klay Thompson und Stephen Curry es eben bestrafen, wenn sie frei an der Dreierlinie stehen.

In der Mitte des zweiten Viertels begann dann der Zwist mit den Referees. Erst lieferte sich World Peace ein Wortgefecht mit Lee und strich diesem durch die Haare. Kurze Zeit später entschied sich Bryant nach einem vergebenen Layup im Fastbreak, lieber mit den Schiedsrichtern zu diskutieren, als zum Rebound zu gehen.

Sowieso ließ die allgemeine Bereitschaft der Lakers, den Rebound zu holen, sehr zu wünschen übrig. Das alles gipfelte darin, dass Bogut eine Sekunde vor dem Ende der ersten Hälfte einen Tip-In nach Einwurf völlig ohne Gegenwehr verwandeln konnte und Bryant noch vor Ablauf der Uhr das Spielfeld verließ.

Nach der Halbzeit schienen sich die Lakers dann wieder gefunden zu haben. Sie spielten an beiden Enden des Feldes konzentrierter, die Warriors allerdings ließen in keinster Weise nach. Vor allen Dingen trafen sie weiterhin hochprozentig, insbesondere von der Dreierlinie (43,5 Prozent), während die Lakers gerade einmal 6 von 26 Dreiern verwandeln konnten. Gerade Bryant gelang nicht viel von außen (2/10 3er).

Der Lauf der Lakers kam einfach zu spät. Die Warriors verloren nur gegen Ende ihr heißes Händchen, als der Vorsprung letztendlich schon zu groß war. Auch wenn die Lakers dann doch noch einmal Moral bewiesen, war genau diese einer der Knackpunkte, warum es in der ersten Hälfte überhaupt nicht lief. Golden State überzeugte mit Team-Basketball. Die Lakers spielten nur dürftig zusammen, die Bank erwischte einen furchtbaren Shooting-Abend (7/26 FG).

So mussten die Lakers die dritte Niederlage in Folge hinnehmen. Mit Auswärtsspielen bei den Timberwolves, Bucks und Kings warten vermeintlich lösbare Aufgaben, die gewonnen werden sollten, damit die Playoffs nicht doch wieder in Gefahr geraten. Die Warriors dagegen können hierfür schon fast sicher planen. In den nächsten Spielen geht es zuhause gegen Kings und Blazers.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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