Boston Celtics - Miami Heat 103:105

Heat-Serie intakt dank unwiderstehlichem LeBron

Von Sebastian Dumitru
Dienstag, 19.03.2013 | 05:00 Uhr
Flirtete mit einem Triple Double und dominierte das Schlussviertel nach Belieben: LeBron James.
© imago
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Auch Jeff Greens beste Karriereleistung reichte nicht aus, um die Flammenwerfer aus Miami zu stoppen. Ein unwiderstehlicher LeBron James übernahm im Schlussviertel das Kommando. Die Heat stehen nach dem hart umkämpften 105:103 Auswärtssieg (Boxscore) in Boston jetzt bei 23 in Folge - die zweitlängste Serie der NBA-Historie.

Die Erfolgsserie der Miami Heat hat monumentale 23 in Folge erreicht und ist nun die zweitlängste in der Geschichte der NBA. Auch die tapferen Boston Celtics und Jeff Greens Karriereabend konnten den Heat-Express auf dem Weg zum 52. Sieg im 66. Spiel nicht aufhalten.

LeBron James zeigte gegen seinen Lieblingsgegner Boston einmal mehr eine famose Leistung: 37 Punkte (16/29 FG), 7 Rebounds, 12 Assists, 2 Steals und 2 Blocks verdeutlichten abermals, warum LBJ der amtierende MVP ist. Dwyane Wade kam auf 16 Punkte, 7 Rebounds, 6 Assists und 3 Steals, während Mario Chalmers 4 Dreier für insgesamt 21 Punkte traf.

Boston verschwendete Jeff Greens Monsterleistung sowie mehrere Führungen im zweistelligen Bereich und ließ sich die Butter im Schlussviertel noch vom Brot nehmen. Green markierte 43 Punkte (14/21 FG) mit 2 Steals und 4 Blocks. Paul Pierce erzielte 17 mit 8 Rebounds und 8 Assists, vergab aber den entscheidenden Wurf 4 Sekunden vor dem Ende. Courtney Lee traf mit 13 Zählern ebenfalls zweistellig.

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Die Reaktionen:

LeBron James (Miami Heat): "Wir lagen oft hinten, öfter als uns lieb ist, aber wir haben genug Stops hinten errungen, und ich konnte vorne die wichtigen Plays machen."

Erik Spoelstra (Miami Heat): "Es ist eine ganz besondere Möglichkeit, die wir mit dieser Truppe haben. Das sollte man nicht als selbstverständlich erachten. Jeder Tag ist eine einmalige Gelegenheit."

Doc Rivers (Boston Celtics): "Ich dachte vor dem Spiel, dass wir das Spiel gewinnen werden. Ich dachte während des Spiels, dass wir das Spiel gewinnen werden. Und ich denke jetzt noch, dass wir hätten gewinnen sollen."

Paul Pierce (Boston Celtics): "Es gibt keine moralischen Siege!"

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Schlechte News für die Celtics und Doc Rivers, die auf Kevin Garnett (Grippe) verzichten müssen. Boston startet mit Bradley, Lee, Pierce, Green und Bass. Miami geht vollzählig in die Partie. Das heißt: Chalmers, Wade, James, Haslem und Bosh in der Starting Lineup.

4.: Drei Schritte für LeBron, aber wer zählt schon genau? James mit dem Breakaway-Dunk nach Chalmers-Assist zum 8:12.

10.: "He's on fire!" Jeff Green trifft nach Belieben, egal ob innen oder außen, egal ob per Catch & Shoot oder Drive. 11 Punkte in Folge für ihn, Boston führt 22:19.

12.: Perfektes Ballmovement der Weißen: alle fünf Celtics berühren den Spalding, ehe Crawford zum 31:19 eintütet. Boston beendet das Viertel mit einem 17:0 Lauf.

15.: Jeff Green ist eine Videospiel-Figur! Dribble Drive, Monsterblock, Dreier, akrobatischer Leger plus Foul... dank 22 Green-Punkten in den ersten 15 Spielminuten führen die Celtics 41:24.

18.: Miami beginnt jetzt endlich, sein Spiel aufzuziehen und in die Mitte zu gehen. Acht Trips nach innen in Folge. Wade verkürzt an der Linie auf 46:35.

27.: So schnell kann's gehen! Boston kommt flach aus der Kabine, Miami profitiert mit einem 8:0 Lauf. Die Heat führen nach Haslems Mitteldistanzwurf, 59:61.

31.: Rivers findet einfach immer die richtigen Worte in der Auszeit. 7:0 Lauf der Cs, die wieder mit 73:65 in Front liegen.

36.: Welch ein Pass von Terry auf den davon brausenden Crawford, der mit Reverse-Leger gegen Zwei abschließt. 89:81 Boston.

43.: Hier kommt Miami wieder mit exzellenter Defense und LeBron James in der Offense. 9:0 Lauf der Gäste, die nicht klein zu kriegen sind. Der Vorsprung ist auf 96:92 zusammen geschmolzen.

48.: Das entscheidende Play: James gegen Green im Eins gegen Eins für den Gamewinner, und der MVP ist zur Stelle. Der Jumpshot fällt, Miami gewinnt 105:103.

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Der Star des Spiels: LeBron James. Wer denn auch sonst? Nicht nur wegen des Fast-Triple-Doubles (37 Zähler, 7 Rebounds, 12 Assists), sondern wegen der Art, wie James in jeder brenzligen Situation und trotz mehrerer hoher Rückstände zur Stelle war. Egal, ob per Drive in die Zone, dem langen Jumper oder Assists aus dem Doppel heraus - LBJ sezierte Bostons Defensive im vierten Viertel und traf obendrein auch noch den Game-Winner. MVP-reife Leistung!

Der Flop des Spiels: Avery Bradley. Ein schwaches Spiel von Bradley, der 8 von 11 Würfen verfehlte und sich 4 Ballverluste leistete. An einem Abend, an dem Garnett fehlte und sich Green, Pierce und Lee nach Kräften mühten, hätte ein Bradley-Treffer hier oder da den Unterschied machen können. Statt dessen blieb der Verteidigungsspezialist mit 7 Punkten und 0 Steals unter seinen Saisonwerten - zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt.

Boston Celtics vs. Miami Heat: Hier geht's zum BOXSCORE

Analyse: Wenns läuft, dann läuft's: Miami baute seine rekordverdächtige Serie auch im gefürchteten TD Garden aus und ist nun seit 23 Partien ungeschlagen. Die Heat überholten damit die Houston Rockets, die auf den Tag vor genau fünf Jahren bei 22 in Folge von den Celtics jäh gestoppt wurden, und sind nun auf Kurs, die All-Time Bestmarke von 33 in Folge zu knacken, die vor über 40 Jahren von den Los Angeles Lakers aufgestellt wurde.

Dabei hatten die Floridianer während der regulären Saison seit 10 Partien nicht mehr in Boston gewonnen. Lange Zeit sah es auch diesmal nicht danach aus - obwohl Kevin Garnett aussetzen musste. Jeff Green erwischte den besten Abend seiner Profikarriere und verbrannte die Heat mit 26 seiner insgesamt 43 Zähler vor der Pause. Green zog ein ums andere Mal unwiderstehlich zum Korb, traf 5 von 7 Dreiern und spielte gute Defense gegen James.

Gegen den scheint aber jeder Verteidiger der Welt machtlos, wenn er so aufspielt, wie gegen die Celtics. Der amtierende MVP agierte wieder einmal am Anschlag, flirtete mit einem Triple Double und machte im Schlussviertel jedes entscheidendes Play für die Heat. Sein Jumpshot 10,5 Sekunden vor dem Ende direkt gegen Green brachte die Entscheidung, aber es waren James' Heldentaten im Vierten, die den Sieg erst möglich machten.

Nachdem Jordan Crawfords langer Dreier die Celtics mit 96:83 in Front gebracht hatte, übernahm James das Kommando. 18 der letzten 20 Heat-Punkte gingen - entweder als Scorer oder als Vorbereiter - direkt auf sein Konto. Paul Pierce hatte eine letzte Chance zum Sieg, verfehlte aber einen freien Dreier knappe 4 Sekunden vor dem Ende.

Boston hatte sich in Person von Green und dank eines inspirierenden 17:0 Laufs eine zwischenzeitliche 17-Punkte Führung erspielt, die Miami aber Schritt für Schritt und mit der Geduld eines Champions aushöhlte. Auch der hohe Rückstand im letzten Spielabschnitt machte Spoelstras Team nicht nervös. Starke Defensivarbeit und ein paar gut getimte Dreier von Chalmers stießen die Tür zum Comeback-Sieg wieder sperrangelweit auf. James besorgte den Rest.

Boston machte sich das Leben mit zunehmender Spieldauer selbst schwer. Von Greens perfektem Abend und der lange Zeit elektrisierenden Stimmung im Garden einmal abgesehen, verspielten Rivers' Mannen mit 21 Ballverlusten (24 Heat-Punkte daraus) und mieser Freiwurfquote (15/24 FT) den Sieg. Nichtsdestotrotz haben die Celtics einmal mehr bewiesen, dass sie Miami Paroli bieten können. Gegen eine weitere, hart umkämpfte Best-of-Seven Serie zwischen diesen beiden Teams hätte sicherlich kein echter Basketball-Fan etwas einzuwenden. Das letzte reguläre Duell zwischen beiden Mannschaften steigt am 12. April in Miami.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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