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Minnesota Timberwolves - San Antonio Spurs 94:104

Green und Parker zerlegen tapfere T-Wolves

Von Marc-Oliver Robbers
Donnerstag, 07.02.2013 | 07:00 Uhr
Tony Parker und die Spurs schlagen Minnesota und bleiben das heißeste Team der Liga
© Getty
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Die Minnesota Timberwolves (18-28) haben sich nach Kräften gewehrt, zogen aber letztlich gegen clevere San Antonio Spurs (39-11) mit 94:104 den Kürzeren. Tony Parker führte sein Team mit 31 Punkten zum Sieg, Danny Green traf insgesamt acht Dreier und stellte mit 28 Punkten einen persönlichen Karriere-Bestwert auf.

Es bleibt dabei: Wenn die Timberwolves zur Halbzeit zurückliegen, können sie das Spiel nicht gewinnen. Zum insgesamt 16. Mal musste Minnesota diese Erfahrung nun machen.

Nur zwei der letzten 15 Spiele konnten gewonnen werden. San Antonio dagegen fuhr den 11. Sieg in Serie ein und startete mit einem Erfolg in den neun Spiele andauernden Auswärtstrip.

Dabei konnten sich die Spurs vor allem bei zwei Spielern bedanken. Parker zeigte eine starke Leistung und legte zusätzlich zu seinen 31 Punkten (9/9 von der Freiwurflinie) noch 8 Assists und 5 Rebounds auf.

Green lief vor allem im Schlussviertel heiß und war von den T-Wolves nicht zu stoppen. Kawhi Leonard ergänzte die beiden Guards und erzielte ein Double-Double (19 Punkte, 10 Rebounds).

Auf Seiten von Minnesota zeigte Nikola Pekovic eine gute Partie (21 Punkte, 10 Rebounds), auch Derrick Williams kam auf ein Double-Double (15 Punkte, 12 Rebounds). Ricky Rubio haderte mit seinem Wurf (3 von 13), legte aber 11 Assists auf und holte 3 Steals. J.J. Barea sorgte für Energie von der Bank und erzielte 15 Punkte.

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Die Reaktionen:

Gregg Popovich (Trainer Spurs): "Unsere Jungs haben generell ein gesundes Selbstvertrauen. Das System ändert sich aufgrund einiger Ausfälle nicht. Selbst wenn Tony auch noch ausfallen würde, würde jemand anderes reinkommen - und wir würden die gleichen Spielzüge spielen. Unsere Automatismen sind da, aber natürlich muss man seine Würfe treffen. Kawhi und Danny haben das heute ziemlich gut gemacht."

Danny Green (Spurs) über seine acht Dreier: "Das kam auch für mich aus dem Nichts. Aber so ist das manchmal. Ich habe gut meinen Rhythmus gefunden, und meine Jungs haben mich immer wieder gesucht. Ich denke, wir habe diese Dreier gebraucht."

Nikola Pekovic (Timberwolves): "Man muss 48 perfekte Minuten spielen, um die Spurs zu schlagen."

Tony Parker (Spurs): "Wir sind es inzwischen gewohnt, auch mal ohne Timmy und Manu zu spielen. Klar wäre es leichter, wenn sie dabei wären. Aber so bekamen andere eine Chance, sich zu zeigen und zu entwickeln. Insgesamt wird uns das weiterbringen."

Rick Adelman (Trainer Timberwolves): "Wir können uns nicht mit dem Gedanken an die Spieler aufhalten, die nicht dabei sind. Wir müssen mit dem, was wir haben, spielen und alles geben."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Die Timberwolves müssen auf Andrei Kirilenko verzichten. Der Russe plagt sich mit einer Muskelverletzung herum und sorgt für Zuwachs im prall gefüllten Lazarett. Coach Rick Adelman startet daher mit Ridnour, Rubio, Gelabale, Williams und Pekovic. Es fehlen weiterhin Love, Budinger, Lee und Roy.

Auch Spurs-Trainer Greg Popovich hat einen weiteren prominenten Ausfall zu verkraften. Duncan ist nach seiner im Spiel gegen Washngton erlittenen Knieverletzung nicht dabei, wird aber wohl in der nächsten Partie wieder auflaufen können. Für ihn rückt Diaw in die Startformation. Außerdem spielen Parker, Green, Leonard und Splitter. Ginobili fehlt das zehnte Spiel in Serie aufgrund einer Muskelverletzung.

4.: Zerfahrener Beginn im Target Center, aber die Wolves sorgen für das erste Highlight. Rubio spielt den Alley-oop-Pass auf Williams und der Forward stopft den Ball durch den Ring. Zuvor jagte der Spanier Parker den Ball ab und bediente Williams, der den Dreier einstreute. 10:9 für Minnesota.

11.: Bei den Spurs fällt nichts von Downtown, Shved zeigt auf der anderen Seite wie es geht. Der Russe wird wunderbar von Barea bedient und versenkt den offenen Dreier. 23:21 für die Wolves.

18.: So langsam finden die Spurs ihren Shooting-Touch von außen, oder besser gesagt Green findet ihn. Der Guard versenkt in knapp 50 Sekunden zwei offene Dreier und bringt sein Team mit 35:31 in Front.

19.: Einfach nur traumhaft! Rubio zieht von links zum Korb und spielt dann den Pass auf Stiemsma durch die Beine von Blair. Der weiß gar nicht, wie ihm geschieht. Stiemsma macht die einfachen Punkte per Korbleger.

21.: Ui! Der war böse! Parker zieht zum Korb, aber wird dabei so richtig von Shved abgeräumt. Monsterblock! Aber nicht mit Parker! Im nächsten Angriff zieht er genauso zum Korb, versenkt den Ball und nimmt auch noch das Foul auf. Der Bonus-Freiwurf sitzt. 42:39 für die Spurs.

32.: Das sieht man auch nicht häufig. Green nimmt den völlig offenen Jumpshot aus der Mitteldistanz, aber der Wurf ist locker 30 Zentimeter zu kurz. Auf der Gegenseite macht es Ridnour besser und versenkt den Korbleger. Es bleibt eng. 61:58 für die Spurs.

36.: Der Airball hat keine bleibenden Schäden hinterlassen. Green nimmt den Dreier und trifft, trotz Foul von Ridnour. Der Freiwurf geht daneben, aber die Spurs führen mit 68:64.

39.: 8:0-Lauf von Minnesota! Erst trifft Barea den Dreier aus der Ecke, dann läuft Cunningham den Fastbreak und schließlich versenkt auch Gelabale den offenen Three-Pointer. 72:71 für die Wolves. Hier ist wirklich alles offen.

42.: Unfassbar, dieser Green! Der Shooting Guard läuft richtig heiß und streut den nächsten Dreier ein. Es ist der siebte! 85:79 für San Antonio.

48.: Die Wolves foulen und stoppen die Uhr, aber die Sache ist durch. Parker gibt sich keine Blöße von der Freiwurflinie und versenkt alle 6 Versuche. San Antonio gewinnt 104:94!

Der Star des Spiels: Danny Green. Der Shooting Guard legte eine beeindruckende Show aufs Parkett und versenkte 8 seiner 12 Dreier. Mit seinen 14 Punkten im letzten Viertel war er der Garant für den Erfolg der Spurs. Dabei ließ er sich auch nicht von seinem kuriosen Airball Ende des dritten Abschnitts verunsichern. 28 Punkte bedeuten gleichzeitig Career-High für Green.

Der Flop des Spiels: Eigentlich kann man den Timberwolves nicht so viel vorwerfen. Sie machen das Beste aus ihrer Situation und kämpfen Abend für Abend. Damit es aber gegen ein Team wie San Antonio reicht, ist mehr nötig. Da müssen schon alle eine Sahnetag erwischen. Den hatte Luke Ridnour beispielsweise nicht.

Man kann nicht sagen, dass er ein richtig schlechtes Spiel gemacht hat, aber der Guard kommt im Monat Februar nicht so richtig in die Gänge und liegt rund 5 Punkte unter seinem Saisonschnitt. Auch gegen die Spurs hielt sich Ridnour merklich zurück. Das haben wir in dieser Saison schon ganz anders gesehen.

Analyse: Für die Spurs war es der Beginn eines Neun-Spiele-Roadtrips. In den letzten vier Spielzeiten beendeten sie die langen Auswärtstouren immer mit einer positiven Bilanz und mit diesem Anspruch ging das momentan beste Team der NBA auch in die Partie. Allerdings erwiesen sich die Wolves als unangenehm bissiger Gegner.

Das Spiel startete zerfahren. Beide Mannschaften hatten Probleme mit ihrem Wurf. Die Wurfquoten pendelten um die 40-Prozent-Marke. San Antonio probierte es vornehmlich vom Perimeter, aber traf auch von dort nicht besonders.

Dementsprechend wortkarg reagierte Popovich im Viertel-Interview auf die Frage, was sein Team besser machen müsste. "Die Würfe treffen", antwortete der All-Star-Coach knapp. Wenigstens an der Verteidigung hatte er nichts auszusetzen.

Die Begegnung blieb eng. Kein Team konnte sich in der ersten Hälfte großartig absetzen. Das lag auch an den beiden Point Guards. Das Duell zwischen Parker und Rubio wurde mit Spannung erwartet und beide zeigten ihre Klasse. Parker trug sein Team vor allem offensiv. Ohne Ginobili und Duncan blieben den Spurs auch nicht mehr viele Optionen.

Der Franzose zog immer wieder zum Korb und ließ sich dabei auch nicht von dem einen oder anderen Block verunsichern. Rubio hielt sich bei den Würfen eher zurück, fand aber auch nicht den rechten Shooting Touch (3 von 13). Dafür überzeugte er einmal mehr durch seine Übersicht und seine präzisen Pässe, auch defensiv machte er ein gutes Spiel.

Wenn die Wolves auf einer Position Probleme haben, dann ist es auf der 3. Nirgendwo anders schlägt die Verletzungsproblematik so durch wie dort. Das wusste San Antonio auch konsequent zu nutzen. Leonard avancierte vor allem in der ersten Halbzeit zur zweiten Scoring-Option im Spurs-Angriff.

Gelabale, als einzig verbliebener Small Forward im Wolves-Kader, bekam den Sophomore kaum in den Griff. Adelman hatte allerdings keine Alternative und musste in Abwesenheit von Kirilenko, Roy und Budinger dem Ex-Sonic vertrauen, der 2007 das letzte Mal in einem NBA-Spiel starten durfte. Gegen Ende fing sich Gelabale und brachte sich zumindest offensiv gut ein.

Im Schlussviertel ging die Spurs-Taktik dann endlich auf. San Antonio traf von Downtown, beziehungsweise Green traf von Downtown. Die Spurs suchten durch schnelles Passspiel immer wieder den offenen Wurf aus der Distanz und fanden ihn. Gleich vier Dreier versenkte Green in den letzten zwölf Minuten und brach den tapferen Timberwolves dadurch das Genick.

Viel kann man Minnesota nicht vorwerfen. Sie hielten gegen das derzeit beste NBA-Team in allen Belangen gut mit, dominierten gar die Bretter (49:41) und waren auch bei den anderen Zahlen absolut auf Augenhöhe. Am Ende machte ein überragender Green den Unterschied zu Gunsten von San Antonio.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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