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Clippers übernehmen L.A. - Lakers gehen unter

Von Marc-Oliver Robbers
Freitag, 15.02.2013 | 07:52 Uhr
Chauncey Billups (l.) und Chris Paul erzielten insgesamt 8 Dreier gegen die Lakers
© Getty
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Die Clippers (39-17) haben endgültig das Zepter in Los Angeles übernommen. Gegen den Stadtrivalen Lakers (25-29) gewannen sie auch das dritte Saisonspiel mit 125:101 (BOXSCORE) und sicherten sich somit erstmals seit 20 Jahren die Saisonserie. Kobe Bryant und Co. gingen in einem wahren Dreierregen unter.

Die Dominanz der Clippers war schon beeindruckend. Eigentlich kam nie das Gefühl auf, dass das Team von Coach Vinny del Negro nicht als Sieger vom Platz geht. Chris Paul war mit 24 Punkten Topscorer der Clippers und verteilte zusätzlich 13 Assists. Chauncey Billups lief von außen heiß und versenkte insgesamt 5 Dreier für 21 Punkte. Blake Griffin war anfangs überhaupt nicht zu stoppen und erzielte 18 seiner 22 Zähler im ersten Viertel.

Nachdem sich das Lazarett der Clippers endlich vollständig geleert hatte, droht den Clippers jetzt aber erneut ein Ausfall. Lamar Odom bekam im zweiten Viertel den Finger von Steve Blake ins Auge und musste zu näheren Untersuchungen ins Krankenhaus.

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Auf Seiten der Lakers war Kobe Bryant mit 20 Punkten bester Werfer, zusätzlich zeigte er erneut seine Spielmacherqualitäten und gab er 11 Vorlagen. Dwight Howard bestätigte seine ansteigende Form und kam auf 18 Punkte und 8 Rebounds. Antawn Jamison erzielte von der Bank kommend 17 Punkte, 13 davon im zweiten Viertel. Allerdings enttäuschten Earl Clark und Steve Nash auf ganzer Linie. Vor allem Nash hatte Paul zu keiner Zeit im Griff.

Am Rande des Spiels wurde bekannt, dass Lakers-Besitzer Jerry Buss erneut ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Der 79-Jährige leidet an Krebs und musste sich in den letzten Jahren häufiger stationär in Behandlung geben. Buss ist seit 1979 Besitzer der Lakers. In dieser Zeit gewann das Team 10 seiner 16 Championships.

Die Reaktionen:

Blake Griffin (Clippers): "Es ist toll. Es ist schon wichtig, dass wir diese Spiele gewinnen, aber es ist jetzt auch nicht so wichtig. Ich will damit sagen, dass es schon toll ist 3:0 gegen sie in dieser Saison zu stehen, aber wir müssen noch einmal gegen sie antreten und haben noch viele andere Gegner vor der Brust. Das ist nicht eine dieser Saison, in der es nur uns oder sie gibt. Es gibt im Westen viele Teams, die gut sind."

Chris Paul (Clippers): "Das ist alles gut und schön, aber es geht nur um die Post-Season. Das alles bedeutet nichts, wenn wir das nicht in den Playoffs bestätigen."

Steve Nash (Lakers): "Wir haben zuletzt gut gespielt, 8 von 11 Spielen gewonnen. Das darf man nicht vergessen. Ich würde aber nicht sagen, dass wir schon eine Identität haben oder eine eigene Spielphilosophie haben. Also müssen wir weiter arbeiten."

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Vor dem Tip-Off: Alles wie gehabt beim Stadtderby. Die Lakers starten mit Nash, Bryant, Metta World Peace, Clark und Howard. Pau Gasol fehlt noch geraume Zeit mit einer Fußverletzung. Backup-Center Jordan Hill fällt aufgrund einer Hüftverletzung die ganze Saison aus. Die Clippers haben wieder alle Mann an Bord und spielen mit Paul, Billups, Caron Butler, Griffin, DeAndre Jordan.

4.: Ein Start nach Maß für Griffin und die Clippers! Der Power Forward stopft die ersten Bälle, ein Jumper und ein Korbleger. 4 von 4 aus dem Feld. 10:0 für die Clippers. Lakers-Coach Mike D'Antoni hat genug gesehen und nimmt die Auszeit.

15.: Jetzt legen die Lakers einen Run hin. Jamison mit 6 einfachen Punkten, dazu Clark mit einem Dunk. 8:0-Lauf und nur noch 25:31 aus Sicht der Lakers.

20.: Nash zieht zum Korb, steckt durch auf Howard und der schließt per Dunk ab. Die Lakers sind drin im Spiel. 40:45.

22.: Was für ein Viertel von Jamison! Der Forward nagelt den Dreier aus der Ecke rein. Nur noch drei Punkte Rückstand für die Lakers. Jamison steht bereits bei 15 Punkten.

24.: So schnell geht das: Die Clippers sind wieder weg! Erst macht Billups den Korbleger trotz Foul von Howard rein, dann streuen Paul und Billups noch jeweils einen Dreier ein. 61:47 für die Clippers.

26.: Wahnsinn! Gefühlt jeder Dreier findet sein Ziel. Erst Butler, dann Billups mit zwei Dreiern. 73:54 für die Clippers.

31.: Wieder Isolation für Kobe, keiner kommt Crawford zur Hilfe und der Superstar lässt den Sixth Man der Clippers einfach stehen und schließt mit einem krachenden Dunk ab. Die Zuschauer sind wieder da. Aber weiter 68:84 aus Sicht der Lakers.

46.: Was die Starter können, können die Bank-Spieler schon lange. Green versenkt noch einen Dreier. Zuvor durfte auch Barnes noch einmal. Hier ist der Deckel drauf. Die Clippers gewinnen locker und leicht.

Los Angeles Lakers - Los Angeles Clippers: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Chauncey Billups. Der Veteran findet nach seiner langen Verletzung immer besser zurück ins Spiel. Gegen die Lakers lief der Finals-MVP von 2004 im dritten Viertel richtig heiß und zog den Lakers mit drei frühen Dreiern endgültig den Zahn. Seine Zahlen waren einfach nur beeindruckend. In gerade einmal 16 Minuten erzielte der Guard 21 Punkte (5 von 7 Dreier), 4 Steals, 3 Assists und 3 Rebounds. Nebenmann Chris Paul muss sich aber in keiner Weise verstecken. Der All Star zeigte ebenfalls ein richtig gutes Spiel.

Der Flop des Spiels: Steve Nash. Der Kanadier sah gegen Paul keine Sonne und hatte große Probleme in der Verteidigung. Paul konnte im Grunde machen was er wollte und nutzte seine Schnelligkeits-Vorteile gnadenlos aus. Auch offensiv konnte der 38-Jährige keine Akzente setzen. Der Aufbau lief die meiste Zeit über Bryant (11 Assists). Das kann nur funktionieren, wenn Nash dann zumindest als Spot-Up-Schütze für die Gefahr sorgt. Gegen die Clippers war er aber einfach nur harmlos. Am Ende kam er auf 7 Punkte und 5 Assists - zu wenig für einen Spieler mit seiner Vita.

Analyse: Es ging nicht nur um die Vorherrschaft in Los Angeles. Erstmals seit 20 Jahren hatten die Clippers die Chance die Saison-Serie gegen die Lakers für sich zu entscheiden und so legten sie auch los. Vor allem Griffin war überhaupt nicht zu halten. Egal ob World Peace, Clark oder Howard, keiner konnte ihn irgendeiner Weise kontrollieren. Die Folge waren 9 von 10 Treffern für 18 Punkte im ersten Viertel. Die Clippers starteten mit einem 15:0-Lauf in die Partie und liefen ähnlich heiß wie im Spiel gegen die Rockets.

Die Lakers dagegen brauchten dagegen ein wenig, um ins Spiel zu kommen. Kobe probierte es erst wieder als Spielmacher, aber D'Antoni stellte dann schnell auf die bekannten Isolation-Plays für den Superstar um. Doch die Lakers trafen nichts von außen. Selbst wenn die Hilfe der Clippers kam und Bryant den offenen Mann fand, die Dreier fielen einfach nicht. Die Bilanz von 6 von 20 von Downtown wurde erst in der Garbage Time noch ein wenig geschönt.

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Im zweiten Viertel drehten die Lakers den Spieß aber kurzzeitig um. Angeführt von Jamison starteten sie einen 8:0-Lauf und waren auf einmal wieder in Schlagdistanz. Kurioserweise passierte das alles ohne die drei Superstars. Klarer kann ein Plus/Minus-Rating eigentlich nicht ausfallen. Alle Bankspieler der Lakers waren zur Halbzeit im Plus, alle Starter im Minus. Bei den Clippers war es genau umgekehrt.

Als die Starter wieder auf dem Feld waren, drehten sich die Kräfteverhältnisse relativ schnell wieder. Vor allem der Backcourt der Clippers bereitete den Lakers eine Menge Probleme. Nash hatte sichtlich Probleme in der Verteidigung gegen Paul und Billups lief von außen heiß.

Ohnehin war die Treffsicherheit vom Perimeter beeindruckend. Die Quote bewegte sich über weite Teile des Spiels weit über 50 Prozent. Am Ende trafen sie 16 von 30 Dreiern. Da bei war es egal, ob ein Verteidiger dran war oder der Wurf offen war, Paul, Billups und Butler trafen. Es war letztendlich der entscheidende Faktor im Spiel. Die Lakers fanden kein Mittel und kamen nicht mehr zurück ins Spiel.

Bryant übernahm wieder den Spielaufbau. Nash wirkte häufig deplatziert. So lange es erfolgreich ist, ist das sicher kein Problem, aber an Tagen wie heute birgt die "Degradierung" Potenzial für den nächsten Konflikt im fragilen Star-Gebilde der Lakers.

Im Schlussviertel konnten sich alle Stars für das All-Star-Game schonen. Dann stehen Paul, Bryant, Griffin und Howard gemeinsam für den Westen auf dem Feld. Die Clippers sicherten sich mit dem dritten Sieg gegen die Lakers die Vorherrschaft in L.A. und sind auf dem besten Weg erstmals in der Franchise-Geschichte den Division-Titel zu gewinnen. Der Vorsprung auf die Golden State Warriors beträgt schon 7,5 Spiele.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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