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Boston Celtics - L.A. Lakers 116:95

KG und Pierce nehmen Lakers auseinander

Von Marc-Oliver Robbers
Freitag, 08.02.2013 | 05:40 Uhr
Kevin Garnett (r.) erzielte gegen die Los Angeles Lakers seinen 25.000. Karrierepunkt
© Getty
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Die Boston Celtics (26-23) haben das Prestige-Duell gegen die Los Angeles Lakers (23-27) deutlich mit 116:95 gewonnen und setzen ihre Erfolgsserie fort. Kevin Garnett gelang ein weiterer Karriere-Meilenstein. Lakers-Center Dwight Howard erlebte bei seinem Comeback einen rabenschwarzen Abend.

Es ist sicher das prestigeträchtigste Duell in der NBA. Allein zwölfmal gab es das Duell Celtics gegen Lakers in den Finals. Wenn man dann so im TD Garden dominiert wird wie Los Angeles, kann man schon von einem Debakel sprechen.

Paul Pierce erzielte 24 Punkte für die Celtics und führte Boston zusammen mit Kevin Garnett (15 Punkte, 5 Rebounds, 4 Assists, 3 Steals) zum Sieg. Insgesamt punkteten sechs Spieler zweistellig beim Rekordmeister. Jeff Green brachte es von der Bank kommend auf 19 Punkte, Jason Terry steuerte 15 Punkte bei. Boston führte zeitweise mit 32 Punkten.

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Auf Seiten der Lakers konnte eigentlich nur Kobe Bryant überzeugen, der seine Pass-First-Attitüde wieder abgelegt hat und sich aufs Punkten konzentrierte. Der Superstar kam in 30 Minuten auf 27 Punkte und 7 Rebounds. Im letzten Viertel saß Bryant draußen und schonte seinen angeschlagenen rechten Ellbogen. Für L.A. war es die erste Niederlage nach drei Siegen.

Die Reaktionen:

Paul Pierce (Celtics): "Es fühlt sich immer gut an, wenn man ihnen zuhause eine schöne Packung verpassen kann, egal in welcher Position sie sich befinden. Es wird immer eine Rivalität herrschen. Jeder schaut darauf. Man kann die Anspannung spüren, wenn die Lakers zu Gast sind. Man versucht immer noch eine Schippe draufzulegen, wenn diese Begegnung ansteht."

Kevin Garnett (Celtics): "Wir sind im Rhythmus. Wir lassen den Ball gut laufen. Irgendwann wenn ich im Schaukelstuhl sitze, eine Zigarre rauche und darüber nachdenke, was ich erreicht habe, werde ich es genießen. Aber heute hatten die Lakers erst einmal Priorität.

Dwight Howard (Lakers): "Ich habe den Schmerz einige Male gespürt, aber ich habe versucht, nicht daran zu denken."

Steve Nash (Lakers): "Die erste Hälfte war genauso schlecht wie die zweite. Es war eine enttäuschende Vorstellung, vom Anfang bis zum Ende."

Doc Rivers (Coach Celtics): "Unsere Jungs wissen, dass sie gut sind. Wir spielen selbstlos und ohne Zwänge."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Das ist eine Überraschung! Dwight Howard kehrt in die Aufstellung der Lakers zurück. Er spielt mit einem Spezial-Shirt, das seine angeschlagene Schulter stabilisieren soll und ersetzt den verletzten Pau Gasol. Zudem hat Metta World Peace seine Sperre abgesessen. Dazu spielen Steve Nash, Kobe Bryant und Earl Clark.

Bei den Gastgebern gibt es keine Veränderungen. Doc Rivers schickt Courtney Lee, Avery Bradley, Paul Pierce, Brandon Bass und Kevin Garnett aufs Parkett. Rajon Rondo und Jared Sullinger fehlen verletzt.

4.: Pierce nimmt bei den Celtics das Heft in die Hand. Immer wieder kreiert Boston über Pick-n-Roll-Situationen einen freien Wurf für Pierce. Dieses Mal trifft er von der Freiwurflinie. Schon 6 Punkte für den Small Forward. 8:5 für die Celtics!

9.: Green versenkt den freien Dreier aus der Ecke, aber Nash kontert direkt auf der anderen Seite - auch sein Dreier sitzt. Die Celtics führen mit 19:17.

14.: Das ist zu wenig in der Defensive. Erst darf Terry ungehindert zum Korb ziehen und ganz easy per Korbleger abschließen, dann boxt Howard nicht richtig gegen Garnett aus. Der Veteran schnappt sich den Offensiv-Rebound für zwei einfache Punkte. 33:25 für Boston! D'Antoni nimmt die Auszeit.

15.: Garnett versenkt einen ganz besonderen Jumpshot. Es ist sein 25.000. Karrierepunkt. Der Center ist damit erst der 16. Spieler in der Geschichte, der diesen Meilenstein erreicht.

24.: So kennt man ihn! Die Shot Clock läuft runter, Lee verteidigt gut, aber Kobe nimmt den Turnaround-Fadeaway und trifft. Das wurde auch Zeit. Die letzten acht Würfe der Lakers aus dem Feld gingen allesamt daneben. Die Celtics diktieren das Spiel und führen 58:44 zur Halbzeit.

31.: Das ist sehr einfach. Bass setzt den hohen Block, Pierce zieht unbedrängt zum Korb und versenkt den Layup mit Foul. Der Bonus-Freiwurf sitzt ebenfalls. 75:61 für die Celtics.

33.: Was war denn das von Kobe? Blake wirft ein, Bryant will den Ball lässig zum Guard zurückgeben, aber Bradley geht dazwischen und macht die nächsten einfachen Punkte. 85:66!

35.: Jetzt geht es dahin! Terry schweißt den offenen Dreier ein. Dann schließt Green den Fastbreak per Dunk ab, rennt zurück und nagelt Jamison ans Brett. Pierce versenkt den nächsten Dreier rein. 95:69! Autsch!

43.: Damit ist der Arbeitstag von Howard beendet. Der Center kassiert sein 6. Foul und darf sich den Rest vom Debakel von der Bank aus anschauen. Terry geht an die Linie. 105:80 für Boston.

48.: Lee rundet den Abend ab. Der Dreier sitzt. Boston gewinnt 116:95.

Der Star des Spiels: Kevin Garnett. Der Center der Celtics erzielte gegen die Lakers seinen 25.000. Karrierepunkt. Allein das würde eine Nominierung schon rechtfertigen, aber Garnett zeigte auch eine richtig gute Partie. Der Veteran nutzte die schwache Leistung des angeschlagenen Howards und die oft kleine Aufstellung der Lakers gnadenlos aus. Als er im zweiten Viertel aufdrehte, zogen die Celtics davon. Zudem verteilte er 4 Assists und sicherte sich 3 Steals in nur 23 Minuten.

Der Flop des Spiels: Dwight Howard. Vielleicht wäre D12 besser im Bett geblieben. Nach drei Spielen Verletzungspause kehrte der Center der Lakers auf das Spielfeld zurück, aber Howard war sichtlich nicht fit und das merkten auch die Celtics. Boston nahm ihn gleich am Anfang hart ran und das schüchterte Howard merklich ein. Er verlegte einfache Korbleger und ging auch nicht konsequent zum Rebound. Dazu leistete er sich 4 Turnover.

In der Defensive kam er häufig zu spät und kassierte dadurch unnötige Fouls. Mitte des Schlussviertels wurde er dann von den Referees erlöst. Er "durfte" mit seinem 6. Foul auf die Bank. Es wäre wohl besser gewesen, Howard hätte gar nicht erst gespielt und seine Schulter weiter auskuriert.

Analyse: Das kam dann doch recht überraschend. Howard kehrte nach drei Spielen Pause in die Rotation der Lakers zurück. Möglich machte das ein Spezial-Shirt, das die verletzte Schulter stabilisieren sollte, und wohl auch der Druck von Bryant, der D12 gleich mehrmals über die Medien aufforderte, auf die Zähne zu beißen und mit der Verletzung zu spielen.

Die Celtics testeten dann auch gleich, wie fit Howard schon wieder ist. Bereits nach 2:26 Minuten war die Foulgrenze bei Boston erreicht. Das war zuletzt den Phoenix Suns 2000 in ähnlicher Zeit gelungen. Garnett kümmerte sich "liebevoll" um Howard, musste dann aber direkt mit 2 Fouls auf die Bank. Backup Collins holte sich innerhalb kurzer Zeit gleich 3 Fouls ab.

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Doch der Lakers-Center konnte die frühen Foul-Probleme der Celtics nicht ausnutzen. Howard war die Verunsicherung anzumerken. Er verlegte leichte Korbleger und ging auch nicht so beherzt zum Rebound. Dabei hatte Coach Mike D'Antoni das Spiel der Lakers merklich umgestellt. Los Angeles nahm das Tempo raus, verlegte sich aufs Half-Court-Spiel und erzielte in der ersten Halbzeit nur 2 Fastbreak-Punkte. Die Lakers spielten Small Ball, passten viel und suchten die offenen Dreier. Allerdings trafen sie überhaupt nichts. 2 von 12 Dreiern (16,7 Prozent) und 37,8 Prozent aus dem Feld machten das deutlich. Die Quote steigerte sich auch im zweiten Durchgang nicht erheblich.

Ganz anders die Celtics. Boston traf hochprozentig (52,9 Prozent). Garnett nutzte die kleine Aufstellung der Lakers aus und ging immer wieder erfolgreich ins 1-gegen-1. Mit der Verletzung von Rondo übernimmt Garnett auch offensiv wieder mehr Verantwortung. Es ist schon erstaunlich wie gut die Celtics das Fehlen ihres Point Guards kompensieren. Bis auf Wilcox und Melo verteilten alle eingesetzten Spieler Assists.

L.A. machte es den Celtics aber auch einfach. Da war defensiv überhaupt keine Gegenwehr zu spüren. Boston bekam Unmengen an einfachen Würfen und konnte mehrfach ungehindert zum Korb ziehen. Selbst bei einem All-Star-Game wird konsequenter verteidigt. Pierce, Green und Terry nutzten die Räume konsequent aus.

Offensiv gab es bei den Lakers im zweiten Durchgang nur eine Devise: Isolation Plays für Kobe. Das war für Bryants Scorecard ganz nett, brachte den Lakers aber auch nicht viel. Unrühmlicher Höhepunkt war das 6. Foul von Dwight Howard, der dadurch endlich erlöst wurde. Kobe sah sich das Schlussviertel ebenfalls von Bank aus an und kühlte seinen angeschlagenen rechten Ellbogen. Der Rest war für die Galerie.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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