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Philadelphia 76ers - Los Angeles Lakers 98:111

Die Lakers-Offensive kommt ins Rollen

Von Martin Gödderz
Montag, 17.12.2012 | 06:04 Uhr
Kobe Bryant (l.) und Metta World Peace (r.) waren die überragenden Spieler beim Sieg der Lakers
© Getty
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Die Los Angeles Lakers (11-14) haben bei den Philadelphia 76ers (12-12) mit 111:98 ihren zweiten Sieg in Folge eingefahren. Den Grundstein dafür legten sie bereits in der ersten Halbzeit mit einem Dreierfeuerwerk. Kobe Bryant antwortet auf die Kritik von Andrew Bynum und zieht mal wieder in einer Statistik mit Michael Jordan und Co. gleich.

Kobe Bryant war einmal mehr der Top-Scorer der Los Angeles Lakers. In seiner Heimatstadt Philadelphia legte der Shooting Guard 34 Punkte (12/21 FG) sowie sechs Assists auf. Es ist sein sechstes Spiel in Folge, in dem er mehr als 30 Punkte erzielt hat. Im Alter von 34 Jahren haben das vor ihm nur zwei Spieler geschafft: Michael Jordan und Kareem Abdul-Jabbar.

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Anders als in vielen Spielen zuvor bekam Bryant dieses Mal aber breite Unterstützung aus der eigenen Mannschaft. Gleich fünf Spieler punkteten neben Bryant zweistellig. Insbesondere Metta World Peace lieferte mit 19 Punkten und 16 Rebounds ein beeindruckendes Double-Double ab.

Auch Dwight Howard (17 Punkte, 11 Rebounds, 5 Assists, 3 Steals, 5 Turnovers) legte ein Double-Double auf. Chris Duhon (14 Punkte, 4/10 Dreier), Darius Morris (15 Punkte, 3/5 Dreier) und Jodie Meeks (12 Punkte, 2/8 Dreier) sorgten für Scoring-Power von jenseits der Dreierlinie.

Auch die Philadelphia 76ers zeigten offensiv eine ansprechende Leistung. Vor allen Dingen Nick Young erwischte einen außerordentlich guten Tag und schloss mit 30 Punkten (12/23 FG, 6/12 Dreier) ab. Evan Turner, der den verletzten Jrue Holiday als Point Guard vertrat, kam auf 16 Punkte, 4 Rebounds und 6 Assists. Spencer Hawes markierte 16 Punkte und 6 Rebounds, Thaddeus Young legte 14 Punkte bei starker Quote (7/10 FG) auf.

Reaktionen:

Andrew Bynum (76ers) vor dem Spiel zu Kobe Bryants Spielweise: "Am Anfang hat es mir sehr geholfen, weil Kobe so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Aber später habe ich gefühlt, dass ich dazu bereit bin, den Ball häufiger zu kriegen und mehr Dinge mit dem Ball zu machen. Da konnte ich definitiv sehen, wie es meine Entwicklung gehemmt hat."

...zum Dwight-Howard-Wechsel: "Ich persönlich denke, dass sie die Nummer 1 gegen die Nummer 2 getauscht haben. Ich denke, dass Dwight ein toller Spieler ist, aber er muss sich daran gewöhnen, mit Kobe zu spielen und den Ball nicht in jedem Angriff zu berühren."

Kobe Bryant (Lakers): "Das sind Jungs, die mit Selbstbewusstsein spielen und sich gegenseitig vertrauen. Wir haben gut gespielt, gut miteinander kommuniziert, haben attackiert und so passierten gute Dinge. Ich weiß, dass all die Fragen kamen, weil wir zuvor nicht viel gewonnen hatten, aber unsere Zeit wird noch kommen."

...zu den Vorwürfen, er halte den Ball zu lange: "Ich würde nicht sagen, dass ich den Ball zu oft in Beschlag nehme. Ich bin ein Shooter. Ich reiße den Ball nicht zwangsläufig an mich.

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Doug Collins (Trainer 76ers): "Es ist eines der besten Offensiv-Teams der NBA. Kobe war spektakulär. Ron Artest hat ein verdammt gutes Spiel gemacht. Bedauerlicherweise haben wir derzeit große Probleme, Dreier zu verteidigen. Daran müssen wir jetzt arbeiten, wir müssen die Gegner wieder aufhalten von der Dreierlinie. Letztes Jahr waren wir das beste Defensiv-Team gegen den Dreier. Wir haben Schlüsselspieler in der Verteidigung und Schnelligkeit verloren. Das können wir derzeit nicht kompensieren."

Thaddeus Young (76ers): "Wir müssen einfach weitermachen, weiter hart arbeiten und auf den nächsten Gegner vorbereiten."

Nick Young (76ers): "Sie haben das Feld sehr breit gemacht und viele Dreier getroffen. Das muss man einfach anerkennen."

Chris Duhon (Lakers): "Wir konnten uns jede Menge offene Würfe kreieren - und haben sie dann auch reingemacht. Man muss einfach das annehmen, was einem die Defense anbietet."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tipoff: Beide Teams haben mit Verletzungen zu kämpfen. Die 76ers müssen nicht nur auf den Langzeitverletzten Andrew Bynum verzichten, auch der bislang überragende Jrue Holiday fehlt zum zweiten Mal verletzt. So ergibt sich folgende Starting Five: Turner, Richardson, Nick und Thad Young, dazu Brown.

Bei den Lakers vertraut Mike D'Antoni auf die Starting Five, die gegen die Wizards erfolgreich war. Es beginnen Duhon, Bryant, Ebanks, World Peace und Howard. Pau Gasol und Steve Nash fehlen weiterhin.

7.: Howard kriegt den Ball im Post angespielt, will ins Faceup und dribbelt. Dabei wird ihm aber der Schrittfehler abgepfiffen. Das ist schon Howards vierter Turnover. Die Lakers haben sich insgesamt schon sechs Ballverluste geleistet, die 76ers bereits sechs Blocks geholt und doch führt Los Angeles, weil der Dreier fällt (3/4 3er). 13:11 Lakers.

12.: Bryant ist schon wieder richtig on fire! Erst versenkt er einen überschwierigen Layup völlig aus der Balance quasi gegen die ausgestreckten Arme von Spencer Hawes. Kurz vor Ablauf des ersten Viertels narrt er die Sixers mit seinem Crossover, findet den freien Duhon in der Ecke. Drin! Schon der fünfte Dreier bei sechs Versuchen für Los Angeles. 28:24 Lakers.

17.: Es wirkt wie ein Dreier-Contest der Lakers, die Sixers kriegen Los Angeles überhaupt nicht gestoppt. Morris verwandelt seinen dritten Dreier bei drei Wurfversuchen. Die Lakers stehen jetzt bei 8/12 von der Dreierlinie. Auf der anderen Seite sorgt Dorell Wright mit einem Slam Dunk nach Pass von Turner für Aufsehen. 41:33 Lakers.

24.: Ein absolutes Offensivfeuerwerk beider Teams, die richtig gute Quoten auflegen. Im zweiten Viertel spielen die Lakers quasi alleine gegen Nick Young. Mit einem Jumper aus der Halbdistanz macht der seine Punkte 13 und 14 im zweiten Viertel. Doch Los Angeles bleibt brandheiß von der Dreierlinie (10/15). Deshalb steht es zur Halbzeit auch 60:50 Lakers.

31.: Die Lakers ballern zwar nicht mehr so häufig von außen, treffen ihre Dreier aber noch immer hochprozentig. Bryant wirft aus dem Halbfeld gegen Thad Youngs perfekte Defense, trifft und schnauft erst einmal durch. Die Lakers ziehen jetzt immer weiter weg, auch weil sie in der Verteidigung gut aufpassen. 81:66 Lakers.

40.: Kommen die Sixers noch einmal ran? Die Lakers schießen konstant gut aus dem Feld, aber Philadelphia ist in der Defense etwas aufgewacht. Hawes versenkt seinen zweiten Dreier und bringt die Differenz seit langer Zeit mal wieder in den einstelligen Punktebereich. 91:82 Lakers.

44.: Die Sixers leisten sich in dieser wichtigen Phase jetzt zu viele Ballverluste und Fehlwürfe. Einer führt zum Fastbreak, bei dem Ex-Sixer Meeks gefoult wird und beide Freiwürfe verwandelt. Die 76ers sind nun seit fast vier Minuten ohne erfolgreichen Wurfversuch. Bryant versenkt auch noch den schwierigen Dreier mit ablaufender Wurfuhr. 105:87 Lakers. Das war es wohl.

46.: Bryant verlässt das Spiel unter Standing Ovations der Fans in seiner Heimatstadt Philadelphia. Abermals ein überragendes Spiel des Shooting Guards.

Der Star des Spiels: Metta World Peace. Natürlich war Bryant wieder einmal der offensive Fixpunkt der Lakers und legte die gewohnt starke Leistung aufs Feld, doch Metta World Peace zeigte für seine Verhältnisse ein überragendes Spiel. Die 16 Rebounds, die World Peace sammelte, bedeuteten Karriere-Rekord.

Er zeigte vor allen Dingen in der Verteidigung, warum er einst zum Defensive Player of the Year gewählt wurde. Meldete wahlweise Thad Young, Dorell Wright oder Jason Richardson ab, je nach dem, wer oder was so kam. Die vier Steals und zwei Blocks bei nur einem Foul sprechen eine deutliche Sprache. World Peace hatte zudem mit +11 die beste Punktedifferenz aller Spieler auf dem Feld.

Der Flop des Spiels: Jason Richardson. Es ist nicht wirklich leicht, gegen Kobe Bryant zu bestehen. Wenn er beispielsweise aus der Halbdistanz über Thad Youngs gestreckte Arme mit Körperkontakt wirft und trifft, dann kann man sich nur verneigen. Wenn Bryant allerdings zum Pump-Fake ansetzt und sein Gegenspieler, in diesem Fall Richardson, nur halbmotiviert hochhüpft und damit den Weg zum einfachen Layup freimacht, dann darf man schon einmal behaupten: Das geht besser.

Auch ansonsten erlebte Richardson einen gebrauchten Tag. Der freie Dreier aus der Ecke fiel gar nicht. Er traf zwar zwei seiner sechs Versuche von außen, dennoch waren fünf der sechs Versuche unglaublich weit offen, da hätte die Quote besser sein können. Richardson tat sich an beiden Enden des Feldes schwer.

Analyse: Die 76ers zählten in der letzten Saison noch zur Creme de la Creme in der Defensive. Keine Mannschaft kam gerne ins Wells Fargo Center. Philadelphia war ein unbequemer Gegner. Und auch diese Saison gehören die Sixers, zumindest wenn es um die erlaubten Punkte geht, defensiv noch immer zu den besseren Teams der Liga. Davon merkte man gegen die Lakers allerdings über große Teile des Spiels überhaupt nichts. Abgänge wie die von Andre Iguodala und Elton Brand sind defensiv eben nicht immer aufzufangen.

Gerade in der ersten Halbzeit waren die Schwächen in der Defensive auf beiden Seiten offensichtlich. Abgesehen von einem (zumindest im Eins-gegen-Eins) überraschend starken Kwame Brown war die Defensive der Sixers nicht vorhanden. Bryant nutzte das zu ausgiebigen Spaziergängen durch die Zone.

Daraus resultierten zumindest leichte Layups oder offene Dreier, die allesamt nicht wirklich gut verteidigt waren. Das lag natürlich auch daran, dass es den Lakers endlich einmal gelang, den Ball ein wenig in den eigenen Reihen laufen zu lassen. Natürlich warfen die Lakers sich irgendwann auch in einen Rausch und standen zur Halbzeit bei überragenden 10 Dreiern bei 15 Versuchen.

Doch auch die Lakers offenbarten wieder Schwächen in der Verteidigung. Sie ließen den 76ers häufig zu leichte Fastbreak-Punkte und auch sie verteidigten den Dreier nicht sonderlich gut. Das besserte sich dann aber in der zweiten Halbzeit. Die Team-Defense funktionierte deutlich besser, am Ende hatten die Lakers 13 Steals auf dem Konto (die 76ers nur 6). Bei den 76ers lief in der Verteidigung dagegen weiterhin wenig zusammen. Nachdem sie in den ersten 10 Minuten bereits sechs Blocks gesammelt hatten, kam im weiteren Spielverlauf lediglich einer dazu.

Letztendlich gewannen die Lakers das Spiel aber nicht wegen ihrer Dreier, denn gerade die fielen im zweiten Durchgang nicht mehr so gut (4/19). Vielmehr war Los Angeles nach langer Zeit mal wieder das deutlich aggressivere Team. Die Lakers zogen viel häufiger in Richtung Korb und gewannen das Spiel vor allen Dingen an der Freiwurflinie. Die Lakers versenkten 19 Freiwürfe bei 24 Versuchen, die Sixers lediglich 6 bei 11 Versuchen. Eine Differenz von 13 Punkten, genau diese stand am Ende auch auf dem Scoreboard.

Auf die Lakers kommt jetzt ein einfaches Heimspiel gegen die Bobcats zu. Dort können sie ihre kleine Siegesserie ausbauen. Danach warten mit Golden State, New York und Denver wieder härtere Prüfsteine, ehe es am 1. Januar zum Rematch gegen die Sixers kommt. Die müssen als nächstes in Dallas ran und sollten aufpassen, dass sie dort nicht die vierte Niederlage in Folge kassieren.

Der NBA-Spielplan im Überblick

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