NBA-Playoffs

Ein ganz böser Albtraum für die Lakers!

Von SPOX
Donnerstag, 17.05.2012 | 07:56 Uhr
Kobe Bryant kann es nicht fassen: Die Lakers liegen in der Serie 0-2 zurück
© Getty
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Die Oklahoma City Thunder drehen in der Crunchtime ein dramatisches Spiel 2 gegen die Los Angeles Lakers und gehen in der Best-of-seven-Serie mit 2-0 in Führung. Die Boston Celtics gewinnen angeführt von Kevin Garnett überzeugend bei den Philadelphia 76ers und liegen in der Serie jetzt 2-1 vorne.

Oklahoma City Thunder - Los Angeles Lakers 77:75 - Serie: 2-0

Dass die Lakers ganz anders auftreten würden als in Spiel 1? Alles andere als überraschend. Dass die Thunder am Ende des Tages in der Serie 2-0 vorne sind? Alles andere als überraschend. Aber die Art und Weise, wie OKC Spiel 2 gewann, war der komplette Wahnsinn.

Bis zur Pause war noch alles normal. Die Lakers waren im Gegensatz zu Spiel 1 von Beginn an in der Partie, nach dem ersten Viertel lagen Kobe Bryant und Co. sogar knapp vorne (22:21). Dank eines kleinen Runs in der Endphase des zweiten Viertels führte OKC zur Halbzeit dann knapp mit 48:45. Wie gesagt: soweit alles normal.

Aber dann kam die zweite Halbzeit in der Chesapeake Energy Arena. Eine zweite Halbzeit, in der beide Teams zusammengerechnet nur noch mickrige 59 Punkte erzielen sollten. 3. Viertel: 18:12 Lakers. 4. Viertel: 17:12 Thunder. Diese Zahlen alleine wären schon bemerkenswert genug, aber was in der Crunchtime passierte, war komplett verrückt.

Zwei Minuten vor dem Ende führten die Lakers nach einem Korb von Andrew Bynum mit 75:68. Im letzten Viertel stand es zu diesem Zeitpunkt 12:9 für die Lakers. 2 Minuten vor Schluss... Die Thunder waren knapp vier Minuten ohne Field Goal und hatten in der zweiten Halbzeit mehr Ballverluste (8) als Field Goals (7/27) auf dem Konto, es war ein einziger Krampf in der Offense.

Die Lakers waren auf bestem Weg, in OKC ein Spiel zu klauen und die Serie auszugleichen, erlebten dann aber einen bösen zweiminütigen Albtraum. Layup von James Harden. Turnover. Dunk von Kevin Durant. Turnover. Harden blockt Bryant weg und macht auf der anderen Seite den Layup. Bryant verpasst einen Dreier.

Und dann schoss Durant OKC 18 Sekunden vor Ende mit einem Baseline-Runner zum 76:75 in Führung. Fünf Sekunden vor dem Buzzer stieg Steve Blake zu einem möglichen Game-Winner für die Lakers hoch, sein Dreier fiel aber auch nicht (L.A. als Team 2/15 von Downtown). Durant verwandelte noch einen Freiwurf, dann war das Spiel aus.

Die Thunder hatten es dank eines 9:0-Runs zum Abschluss tatsächlich noch gedreht. Durant lieferte 22 Punkte (9/15 FG), 7 Rebounds und 5 Assists für OKC. Russell Westbrook sammelte 15 Punkte (nur 5/17 FG), 6 Rebounds und 4 Assists, Harden steuerte 13 Punkte zum Sieg bei. Nur die Big Three der Thunder punkteten zweistellig.

Auch bei den Lakers scorten aber nur drei Spieler im zweistelligen Bereich: Bryant (9/25 FG) und Bynum (8/19 FG) erzielten je 20 Punkte, Pau Gasol legte mit 14 Punkten und 11 Rebounds ein Double-Double auf. Spiel 3 findet am Freitag im Staples Center statt - und nach dieser bitteren Pleite sieht es miserabel aus für die Lakers.

In der Geschichte haben die Lakers nach einem 0-2-Rückstand 17 von 19 Serien verloren, das letzte Comeback gelang ihnen 2004 in den West Semifinals gegen San Antonio. Jetzt 4 aus 5 gegen OKC gewinnen? Es ist eigentlich unvorstellbar.

Philadelphia 76ers - Boston Celtics 91:107 - Serie: 1-2

Es war geradezu eine offensive Explosion in dieser so von knüppelharter Defense geprägten Serie. In Spiel 2 stand es zur Halbzeit 38:36 für Boston, in Spiel 3 hatten die Teams schon nach dem 1. Viertel fast den offensiven Output erreicht. 33:28 Sixers.

Problem für Philly: Nach dem überragenden Start kühlte die Offense brutal ab und machte in den nächsten beiden Vierteln zusammen so viele Punkte wie im ersten Abschnitt, die der Celtics blieb aber heiß. Boston lag zur Pause schon klar vorne (60:49). Nach dem dritten Viertel war das Spiel durch. 89:66 Celtics.

Kevin Garnett war einmal mehr in den Playoffs der überragende Mann auf dem Feld. KG lieferte 27 Punkte (12/17 FG), 13 Rebounds und 4 Assists. Dazu kamen starke Leistungen vom wegen Knieproblemen angeschlagenen Paul Pierce (24 Punkte, 12 Rebounds, 4 Assists, 3 Steals) und Rajon Rondo (23 Punkte, 14 Assists, nur 1 Turnover, 6 Rebounds). Dazu bekamen die Celtics durch Mickael Pietrus (13 Zähler) Produktion von der Bank.

Die Celtics schossen am Ende als Team knapp 52 Prozent aus dem Feld. Bei den Sixers enttäuschte bis auf Point Guard Jrue Holiday (15 Punkte, 9 Assists, 6 Rebounds) die komplette Starting Five. Von Evan Turner (1/10 FG), Spencer Hawes (2/8 FG) und Elton Brand (1/6) kam so gut wie nichts. Andre Iguodala erzielte immerhin noch 10 Punkte.

Topscorer der Sixers war Thaddeus Young (23), Lou Williams und Jodie Meeks notierten je 13 Punkte. Insgesamt war die 76ers-Bank für 55 der 91 Punkte verantwortlich.

Die Story der Serie heißt ganz klar Garnett. Der Celtics-Star, der am Samstag 36 Jahre alt wird, ist der absolut entscheidende Faktor. Sowohl in der Offense als auch in der Defense. Mit Garnett auf dem Feld ist Boston +47, ohne hin -31. Mit ihm auf dem Feld gewinnen die Celtics die Rebounding-Battle (+15), ohne ihn haben sie keine Chance (-15). Auch die Trefferquote und das Assist-to-Turnover-Ratio ist bedeutend besser, wenn KG auf dem Court steht.

"Unsere Offense ist endlich aufgewacht. Wir haben den Ball gut bewegt. Wir wussten, dass wir das tun müssen, wenn wir 100 Punkte machen wollen", sagte Pierce. Spiel 4 findet am Freitag wieder in Philly statt.

NBA: Der komplette Playoff-Spielplan

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