Montag, 30.04.2012

NBA-Playoffs

Einer der größten Schocker der Geschichte!

Die Los Angeles Clippers holen in Spiel 1 bei den Memphis Grizzlies einen 27-Punkte-Rückstand auf und sorgen für eines der größten Comebacks der Geschichte. Die Boston Celtics verlieren bei den Atlanta Hawks - Rajon Rondo wird ejectet! Andrew Bynum veranstaltet beim lockeren Sieg der Los Angeles Lakers gegen die Denver Nuggets eine Block-Orgie. Die San Antonio Spurs beenden gegen die Utah Jazz endlich ihren Auftaktfluch.

Chris Paul und die Clippers lagen mit 27 hinten und gewannen dennoch
© Getty
Chris Paul und die Clippers lagen mit 27 hinten und gewannen dennoch

Memphis Grizzlies - Los Angeles Clippers 98:99 - Serie: 0-1

Die Grizzlies führten schon im ersten Viertel mit 20 Punkten Vorsprung. 32:12. Nach 12 Minuten stand es dann 34:16. Zur Pause lag Memphis mit 19 vorne (58:39). Zwei Minuten vor Ende des dritten Viertels führten die Grizzlies dann sogar mit 27 Punkten Vorsprung. 84:57.

Vor dem Schlussviertel betrug die Differenz noch 21 Zähler (85:64), acht Minuten vor Ende hatte Memphis dann sogar wieder auf 24 Punkte Abstand erhöht. 95:71. Und was kam dann? Eines der unfassbarsten Comebacks in der NBA-Playoff-Geschichte!

Die Clippers beendeten das Spiel mit einem wahnsinnigen 28:3-Run und klauten tatsächlich noch Spiel 1. Nach dem 71:95 sorgte ein 25:1-Lauf, abgeschlossen von einem Layup von Reggie Evans 50 Sekunden vor Schluss, für eine 97:96-Führung. Rudy Gay antwortete 28 Sekunden vor dem Ende noch einmal und brachte Memphis wieder 98:97 in Front, 23 Sekunden vor der Sirene waren es dann zwei Chris-Paul-Freiwürfe, die das 99:98 für die Clippers besorgten.

Gay hatte dann noch mal die Chance, das Spiel für die Grizzlies zu gewinnen, sein Jumper 0,9 Sekunden vor dem Buzzer fiel aber nicht. Die Clippers gewannen das letzte Viertel mit 35:13 und damit auch das Spiel. Mit dem Sieg nach 21 Punkten Rückstand zum Ende des dritten Viertels stellten die Clippers auch den NBA-Playoff-Rekord für die größten Comebacks ever ein.

Die Celtics hatten 2002 auch schon einmal einen 21-Punkte-Rückstand gegen die Nets aufgeholt. Was in dieser Liste unter anderem auf Rang drei liegt, dürften vor allem alle Mavs-Fans noch gut wissen: Die Dallas-Pleite in Portland in den letzten Playoffs nach einer 18-Punkte-Führung.

Nick Young kam von der Bank und war mit 19 Punkten Topscorer der Clippers. Mit drei Dreiern in dem sensationellen Lauf hatte er entscheidenden Anteil am Comeback. Blake Griffin lieferte 17 Punkte und 7 Rebounds, Chris Paul legte mit 14 Punkten und 11 Assists ein Double-Double auf. Der angeschlagene Paul (Leiste) stand 38 Minuten auf dem Feld, so viel wie kein anderer Clipper.

Bitter für L.A.: Caron Butler (12 Punkte) brach sich die linke Hand. Gay verbuchte 19 Punkte und 7 Rebounds für die Grizzlies, Mike Conley kam auf 17 Zähler und 8 Assists, O.J. Mayo erzielte ebenfalls 17 Punkte. Bei Zach Randolph (6 Punkte, 8 Rebounds, 3/13 FG) lief wenig zusammen.

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BLOGVorschau auf die Serie: Pontenzial ist da, aber auch die nötige Erfahrung?

Atlanta Hawks - Boston Celtics 83:74 - Serie: 1-0

Die Hawks, die schon nach fünf Minuten 20:6 vorne lagen und in der ersten Halbzeit mit bis zu 19 Punkten Vorsprung führten, zitterten sich 41 Sekunden vor Schluss dem Sieg entgegen. Der Vorsprung war auf vier Zähler (78:74) geschrumpft, als Celtics-Forward Brandon Bass nach einem Kampf mit Josh Smith um einen freien Ball ein Foul gepfiffen bekam.

Dann verlor Rajon Rondo die Nerven. Der Celtics-Point-Guard schrie Referee Marc Davis an und bekam sofort ein technisches Foul, damit aber noch nicht genug. Rondo ging auf Davis zu, rempelte ihn mit der Brust an und wurde sofort ejectet! Rondo, der in 43 Minuten 20 Punkte, 11 Assists und 4 Steals lieferte und der beste Celtic war, droht nun eine Sperre.

"Ich habe ihn nicht mit Absicht angerempelt, aber es macht den Anschein, dass es so war", erklärte Rondo. Eine Sperre für Rondo wäre eine Katastrophe für Boston, aber es ist kaum vorstellbar, dass Commissioner David Stern nicht reagieren wird, wenn ein Spieler einen Ref angeht.

Kevin Garnett (20 Punkte, 12 Rebounds) legte wie Rondo ein Double-Double auf, wurde aber in der ersten Halbzeit von einem überragenden Smith (22 Punkte, 18 Rebounds, 4 Assists) komplett fertig gemacht. "Er war ein Tier", sagte Hawks-Coach Larry Drew über Smith.

Er musste auch ein Tier sein, denn Atlantas anderer Star hatte einen furchtbaren Abend. Joe Johnson (11 Punkte, 5 Assists) traf nur 3 von 15 aus dem Feld, 0/9 von der Dreierlinie. Schwach bei den Celtics: Paul Pierce (12 Punkte, 6 Assists, 5/19 aus dem Feld).

"Wenn wir gewinnen wollen, muss ich viel besser spielen", meinte Pierce. Die Celtics mussten auf Ray Allen (Knöchel) verzichten. Der Shooting Guard verpasste zum ersten Mal in seiner Karriere ein Playoff-Spiel.

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Los Angeles Lakers - Denver Nuggets 103:88 - Serie: 1-0

Erwartet wird eine spannende Playoff-Serie zwischen der Star-Truppe der Lakers und den Nuggets mit ihrem Teamplay. Das erste Aufeinandertreffen jedoch fiel überraschend deutlich aus: L.A. hatte wenig Mühe, dominierte von Beginn an (erstes Viertel: 27:14) und kam zu einem nie gefährdeten 103:88-Erfolg.

Denver lag nie in Führung und konnte froh sein, dass die Lakers früh die Garbage Time einläuteten und den Ersatzspielern Minuten schenkten.

Der deutliche Sieg ist umso erstaunlicher, bedenkt man, dass die Lakers auf ihren gesperrten Leistungsträger Metta World Peace verzichten müssen. Doch in seiner Abwesenheit sprang Rookie Devin Ebanks in die Bresche und hatte großen Anteil: In nur 19 Minuten erzielte er 12 Punkte und verrwandelte 5/6 Würfe. Außerdem griff er sich 5 Rebounds ab. Der Topscorer war Kobe Bryant (31 Punkte).

Der alles überragende Spieler war jedoch jemand anders: Naturgewalt Andrew Bynum. Der Center erzielte nicht nur 10 Punkte und griff sich 13 Rebounds ab. Für ihn wurden 10 Blocks notiert, womit er der erste Lakers-Profis seit 21 Jahren (damals Magic Johnson) ist, dem in der Postseason ein Triple-Double gelang. Mehr noch: Mit 10 Blocks stellte er den NBA-Rekord in den Playoffs ein.

Unfassbare Statistik: Bynum blockte umgerechnet 11 Prozent aller Würfe der Nuggets!

Sein Backup Jordan Hill dominierte in seinen 24 Minuten ebenfalls die Zone (10 Punkte, 10 Rebounds, 2 Bliocks).

Auf Seiten der Nuggets hielt vor allem Danilo Gallinari dagegen (19 Punkte), am Ende aber fehlte jene Qualität, die Denver sonst ausmacht: mannschaftliche Geschlossenheit. Von Gallinari abgesehen wurde für keinen Nuggets-Spieler mehr als 12 Punkte verzeichnet. Vor allem die Unterlegenheit am Brett war frappierend: Die drei Center Kosta Koufos, JaVale McGee und Timofey Mozgov hatten 8 Punkte, 15 Rebounds und 2 Blocks - zusammengerechnet versteht sich.

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San Antonio Spurs - Utah Jazz 106:91 - Serie: 1-0

Es war mehr als nur ein ungefährderter Sieg. Es war das Ende eines Komplexes. Vier Jahre in Folge hatte San Antonio das Auftaktspiel einer Playoff-Serie verloren, entsprechend erleichtet war die Nummer eins des Westens, gegen die aufstrebenden Jazz mit 1-0 in Führung gegangen zu sein.

"Jeder weiß, was letztes Jahr passiert ist. Daher müssen wir auch nicht darüber reden. Wir sind dieses Jahr motiviert", sagt Tony Parker mit einer Anspielung auf die letztjährige Blamage, als die Spurs in der ersten Runde gegen Memphis ausgeschieden waren.

BLOGVorschau auf die Serie: Rollt die Maschine weiter?

Parker selbst war hauptverantwortlich dafür, dass der Start in die Postseason gelungen ist. Mit 28 Punkten (dazu 8 Assists) lieferte er seine beste Playoff-Leistung seit 2009 ab. Tim Duncan steuerte ein Double-Double bei (17 Punkte, 11 Rebounds).

Für San Antonio bedeutete es den 11. Sieg in Serie. Manu Ginobili, mit 7 Punkten ungewohnt zurückhaltend: "Wir haben es gebraucht. Es war nicht brillant, aber wir spielten ziemlich gut."

30 Minuten lang hielt Underdog Utah gut mit, doch Ende des dritten Viertels zog San Antonio davon und verwaltete die Führung souverän. Für die Jazz erwies es sich als folgenschwer, dass sie deutlich mehr Turnover begingen als der Gastgeber (16:10). Alleine 5 Ballverluste gingen auf Playmaker Devin Harris (7 Punkte).

"Wir sind ein junges Team. Solche Dinge passieren", sagt Paul Millsap, mit 20 Punkten und 9 Rebounds bester Spieler bei Utah. Gordan Hawyward (17 Punkte, 12/12 FT) und Al Jefferson (16 Punkte) überzeugten ebenfalls.

Der komplette Playoff-Spielplan

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