Samstag, 21.04.2012

NBA-Schlaglichter

Oldie-Spurs deklassieren Lakers

Angsteinflößend: Fast schon beiläufig fegen die San Antonio Spurs den Titel-Rivalen vom Court - und dies, obwohl Kobe Bryant ein gutes Comeback gab. Für New York erweist sich Amare Stoudemires Rückkehr als Eigentor.

Die beiden alten Männer des Pick'N'Rolls: Tony Parker (l.) und Tim Duncan (r.)
© Getty
Die beiden alten Männer des Pick'N'Rolls: Tony Parker (l.) und Tim Duncan (r.)

San Antonio Spurs (46-16) - Los Angeles Lakers (40-24) 121:97

Dass die Spurs eine exzellente Saison spielen, ist hinlänglich bekannt. Dennoch verwundert es immer wieder, wie sich die alte Garde in dieser Saison noch einmal gesteigert hat und Titel-Konkurrenten wie die Lakers einfach mal so deklassieren.

Imposant: Tim Duncan (21), Tony Parker und Manu Ginobili (je 20) zeichneten für mehr als die Hälfte aller Spurs-Zähler beim 121:97-Kantersieg verantwortlich. Damit behauptet San Antonio Platz eins der Western Conference vor den ebenfalls siegreichen Thunder.

Was den Erfolg beeindruckender macht: Bei der Lakers feierte Kobe Bryant nach einer 7-Spiele-Pause ein ordentliches Comeback (18 Punkte, 7/12) - dennoch war L.A. zwei Klassen schlechter.

"Kobe sah ein bisschen eingerostet aus. Er wird etwas Zeit brauchen. Aber ich mache mir keine Sorgen um ihn. Er wird bereits sein, wenn die Playoffs starten", sagte Gegenspieler Parker.

Bryant, der von Andrew Bynum (17 Punkte) und Matt Barnes (14) am ehesten unterstützt wurde, sagte: "Ich bin wieder zurück. Ich habe die erste Hälfte gebraucht, aber nach der Pause fühlte es sich so an, als ob ich wieder im Rhythmus bin. Das Spiel aber entglitt uns aus den Händen."

Genauer: Im dritten Viertel, das die Spurs mit 35:21 für sich entschieden. Bereits 9:26 Minuten vor dem Ende knackten die Texaner sogar die 100-Punkte-Marke (100:75).

Sonderlob bekam San Antonios Rookie Kawhi Leonard, der mit der Spezialbewachung von Bryant vertraut wurde. "Kawhi lernt schnell, er hat außerdem eine gute Länge und verteidigt sehr gut. Er hat einen guten Job erledigt."

Cleveland Cavaliers (21-41) - New York Knicks (33-30) 98:90

Das Urteil des Trainers war so hart wie gerechtfertigt: "Es gab nichts, was ich heute gut fand", sagte Knicks-Coach Mike Woodson enttäuscht. Zwar hat New York als aktuell Siebter im Osten einen Playoff-Platz sicher, dennoch gab die Vorstellung Anlass zur Sorge.

Die Knicks wirkten müde und überspielt. Und: Erneut zeigte sich, dass Carmelo Anthony und Amare Stoudemire nicht zusammenpassen. Stoudemire kehrte nach einmonatiger Pause zurück, enttäuschte nicht und war mit Steve Novak (beide 15 Punkte) der Topscorer seines Teams. Nur: Wenn er auf dem Court steht, leiden die Stats von Melo.

Nach Spielen mit 42, 35 und 33 Punkten in Folge stürzte die Ausbeute in Cleveland auf 12 Zähler ab. Insgesamt nahm Anthony, der im vierten Viertel geschont wurde, nur 13 Würfe (bei 5 Treffern).

Dennoch sagte Stoudemire, dass man Ruhe behalten solle - auch wenn der Gegner in der ersten Playoff-Runde Stand jetzt die Miami Heat wären. "Es gibt keinen Grund zur Panik. Wir können in der Postseason sehr viel Schaden ausrichten", sagte Stoudemire.

Cleveland feierte derweil eines der wenigen Highlights in einer sonst trostlosen Regular Season. Erneut erwies sich "Rookie-of-the-year"-Favorit Kryrie Irving als Erfolgsbringer: 21 Punkte. Manny Harris steuerte 19 Zähler bei.

Sacramento Kings (20-43) - Oklahoma City Thunder (46-17) 92:103

Es wirkte fast vorbestimmt: Am Courtside saß mit Oscar Robertson der König der Triple-Doubles - und vor dessen Augen stand Kevin Durant vor dem ersten Triple-Double seiner Karriere. Am Ende fehlten ihm nur 3 Assists: 29 Punkte (9/15), 14 Rebounds, 7 Vorlagen.

"Ich flirte schon die ganze Saison mit einem Triple-Double. Hoffentlich schaffe ich es noch, bevor ich zurücktrete. Oscar Robertson ist eine Legende. Jemand, zu dem ich hochblicke. Es war eine Ehre, vor ihm zu spielen", sagte Durant, der mit Oklahoma City weiter um Platz eins im Westen kämpft. Die Thunder liegen nur ein halbes Spiel hinter den Spurs.

Russell Westbrook (18) und James Harden (20), die beiden anderen von den Big Three der Thunder, überzeugten ebenfalls.

Für Sacramento beendenten immerhin fünf Spieler die Partie im zweistelligen Punktebereich, doch gegen die Scoring-Wucht von OKC war kein Kraut gewachsen. Der Beste bei den Kings: DeMarcus Cousins (18 Punkte, 9 Rebounds).

Atlanta Hawks (38-25) - Boston Celtics (37-27) 97:92

Topscorer: Joe Johnson (30), Josh Smith (19) - Avery Bradley (28), Keyon Dooling (17)

Toprebounder: Smith (12), Jason Collins (7) - Marquis Daniels (8)

Topassistgeber: Johnson (6), Jeff Teague (5) - 5 Spieler mit 3

Die Celtics mussten wegen Verletzungen oder aus Regenerationsgründen auf vier der fünf Starter (Rajon Rondo, Paul Pierce, Kevin Garnett, Ray Allen) sowie Backup Mickael Pietrus verzichten.

Charlotte Bobcats (7-55) - Memphis Grizzlies (38-25) 80:85

Topscorer: Gerald Henderson (32), 3 Spieler mit 11 - Mikey Conley (20), Zach Randolph (14)

Toprebounder: Byron Mullens (11), Bismarck Biyombo (10) - Randolph, Rudy Gay (beide 6)

Topassistgeber: Kemba Walker (5) - Conley (7)

Mit dem Sieg kann Memphis nicht mehr vom fünften Platz in der Western Conference verdrängt werden. Heißt: Dallas zieht im besten Fall als Sechster in die Playoffs ein.

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Angsteinflößend: Fast schon beiläufig fegen die Spurs den Titel-Rivalen vom Court - und dass, obwohl Kobe ein gutes Comeback gab. Für NY erweist sich Stoudemires Rückkehr als Eigentor.

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