Sonntag, 29.04.2012

NBA-Playoffs

Kreuzbandriss bei Rose! Heat fertigen Knicks ab

In der ersten Playoff-Partie dieses Jahres zeigten die Chicago Bulls den Philadelphia 76ers, wo der Hammer hängt - aber der Erfolg ist bittersüß. Angeführt von Derrick Rose (23 Punkte, 9 Rebounds, 9 Assists) kamen die Bulls zu einem ungefährdeten 103:91 , verloren ihren MVP aber eine Minute vor Schluss durch eine Verletzung. Rose hat sich das Kreuzband gerissen! Die Miami Heat fertigten derweil in Spiel 1 die New York Knicks ab.

Bulls-Superstar Derrick Rose fällt für den Rest der Playoffs aus
© Getty
Bulls-Superstar Derrick Rose fällt für den Rest der Playoffs aus

Chicago Bulls - Philadelphia 76ers 103:91 - Serie: 1-0

"Chicago passt gut zu uns", meinte 76er-Rookie Evan Turner vor dem Spiel und musste sich dafür allerhand anhören. Im ersten Duell der beiden Mannschaften zeigten jedoch die Bulls, dass ihnen Philly auch ganz gut passt.

Analyse Bitterer Playoff-Auftakt für die Mavs

Der erste Korb der Partie war ein verwandelter Dreier von Phillys Jrue Holiday. Danach fiel aber erst einmal nichts mehr für die 76ers und die Bulls zogen auf 10:3 davon - ein Rückstand, dem das Team von Doug Collins den Rest der ersten Hälfte hinterherlief. Nachdem Elton Brand durch ein Drei-Punkte-Spiel auf 33:37 verkürzte, zeigte vor allem MVP Derrick Rose ein paar starke Moves: Die Bulls gingen mit einem 11-Punkte-Vorsprung in die Pause (53:42).

Die 76ers erzielten im dritten Viertel sechs schnelle Punkte in Folge, aber die Bulls antworteten ihrerseits mit einem 9:0-Run, darunter ein Triple von Rose. Bei Philly kam langsam aber sicher der Frust zum Vorschein: Die starke Defensive setzte ihnen zu, und besonders Joakim Noah (12 Punkte, 13 Rebounds) machte ihnen unter den Brettern das Leben schwer. Nach einer Reihe von Freiwürfen setzten sich die Bulls mit 16 Punkten ab (71:55) und gingen mit einer Führung von 79:66 ins letzte Viertel.

Fast drei Minuten dauerte es, bis Philadelphia im letzten Viertel die ersten Punkte einfahren konnte. Nur zwei Field Goals in den ersten sechs Minuten sprachen dann eine deutliche Sprache: Nach einem Rose-Dreier von ganz weit draußen betrug der Rückstand 20 Punkte (93:73), das Spiel war damit eigentlich gegessen.

Eigentlich: 70 Sekunden vor Schluss kam Rose bei einem Drive zum Korb falsch auf, sein linkes Bein knickte weg. Er blieb mehrere Minuten mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen, bevor ihm vom Court geholfen wurde.

Wenige Stunden nach dem Spiel bestätigten die Untersuchungen den schlimmsten Verdacht: Rose zog sich einen Kreuzbandriss im linken Knie zu und fällt damit natürlich für den Rest der Playoffs aus. Die Postseason startet damit gleich mit einem unfassbaren Drama.

BlogVorschau auf die Serie: Ohne Rose wird es knapp

Rose hatte wegen mehrerer Verletzungen bereits 27 Spiele der Regular Season verpasst. Bulls-Scharfschütze Kyle Korver hatte schon direkt nach dem Spiel vom "traurigsten Sieg überhaupt" gesprochen. Selbst ohne Rose wird Chicago wohl noch gegen hilflose Sixers (unter 40 Prozent aus dem Feld, nur 1-9 von draußen) bestehen, aber sämtliche Titelhoffnungen sind jetzt unter normalen Umständen Makulatur.

Neben Rose trafen bei den Bulls Rip Hamilton (19) und Luol Deng (17) am besten, Topscorer der Sixers waren Brand (19 Punkte, 7 Rebounds und 4 Blocks) und Holiday (16 Punkte, 7 Assists). Spiel 2 der Serie findet am Dienstag in Chicago statt. Ohne Rose. Es ist ein echter Schocker.

Bulls-Coach Tom Thibodeau musste sich nach dem Spiel bereits Fragen anhören, warum um alles in der Welt Rose überhaupt noch auf dem Feld stand, als das Unglück passierte. Das Spiel war doch gelaufen. Thibodeau verwies darauf, dass die Sixers einen Run gestartet hätten, aber die Diskussionen wird er damit nicht beenden. Rose wird auch die Olympischen Spiele verpassen.

Miami Heat - New York Knicks 100:67 - Serie: 1-0

Nach einem Dreier von J.R. Smith waren die Knicks im zweiten Viertel auf 29:30 dran. Und was folgte dann? Ein 32-2-Monster-Run der Heat, der das Spiel ganz früh entschied (62:31). Knicks-Coach Mike Woodson und Carmelo Anthony holten sich Anfang des dritten Viertels Technicals ab, Tyson Chandler hatte sich in Halbzeit eins schon ein Flagrant Foul gegen LeBron James geleistet - es war eine totale Katastrophe aus Sicht der Knicks.

27 Turnover der Knicks führten zu 38 Heat-Punkten - das bedeutete einen neuen Franchise-Playoff-Rekord für Miami. Es war die 11. Playoff-Niederlage in Folge für die Knicks seit 2001 und die höchste Playoff-Niederlage seit einer 85:126-Klatsche in Chicago 1991.

BlogVorschau auf die Serie: Wer knackt Tyson Chandler?

Anthony verbuchte mit 11 Punkten und 10 Rebounds zwar ein Double-Double, traf aber so gut wie nichts (3/15 aus dem Feld). Amare Stoudemire (9 Punkte, 2/7) spielte genauso schwach. Bester Werfer war noch Smith mit 17 Zählern. Chandler kam in 21 Minuten auf 0 Punkte, 3 Rebounds und 7 Turnover.

Zu allem Überfluss verlor New York auch noch Starting-Guard Iman Shumpert (Knieverletzung). Wer die Verletzung gesehen hat, der weiß, dass Shumpert in der Serie nicht mehr spielen wird. James führte Miami mit 32 Punkten (10/14 FG, 11/14 FT) an - er beendete seinen Arbeitstag kurz vor Ende des dritten Viertels mit einem Dreier. Vor dem Schlussviertel führten die Heat mit 81:47. Dwyane Wade erzielte 19 Punkte, Mario Chalmers sammelte 11 Punkte und 9 Assists.

"Sie haben richtig gut gespielt und wir haben furchtbar gespielt", meinte Woodson.

Indiana Pacers - Orlando Magic 77:81 - Serie: 0-1

Das ist die erste große Überraschung. Niemand traute den Magic ohne Dwight Howard etwas zu, vielen sahen einen Sweep der Pacers kommen, aber nix da! Orlando führte zur Pause mit 7 Punkten Vorsprung (51:44), bekam aber dann in Halbzeit zwei riesige Probleme in der Offense und scorte fast gar nicht mehr.

BlogVorschau auf die Serie: Horrorangst vor dem Sweep

Die Folge: Die Pacers drehten das Spiel, lagen 77:70 vorne und schienen auf dem Weg zum Sieg. Doch dann starteten die Magic zum Ende des Spiels einen irren 11:0-Run, die Pacers trafen nichts mehr und machten Fehler über Fehler (verpasste Freiwürfe, Turnover). Orlando klaute tatsächlich Spiel 1.

Jasn Richardson traf 5 Dreier, darunter einen, der Orlando 78:77 in Führung brachte, und erzielte genauso wie Jameer Nelson 17 Punkte. Glen Davis kam auf 16 Punkte und 12 Rebounds. Ryan Anderson (2/7, 5 Punkte) war nicht mal ein Faktor.

Topscorer der Pacers, die nur 34,5 Prozent aus dem Feld schossen, waren David West (19) und Danny Granger (17) - Roy Hibbert sammelte 8 Punkte, 13 Rebounds und 9 (!!) Blocks.

Der komplette Playoff-Spielplan

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Angeführt von Derrick Rose kamen die Bulls zu einem souveränen Sieg über Philly, verloren ihren MVP aber kurz vor Schluss durch eine Verletzung. Inzwischen ist bestätigt, dass sich Rose das Kreuzband gerissen hat.

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