Samstag, 17.03.2012

Lakers-Center Andrew Bynum im Interview

"Mich lassen die Gerüchte kalt"

Lange Zeit schaffte es Andrew Bynum hauptsächlich mit Trade-Gerüchten in die Schlagzeilen. Oder wegen seiner Verletzungen. Doch pünktlich vor der Trade-Deadline drehte der 24-Jährige auf und ist mittlerweile einer der Hauptgründe dafür, dass die Los Angeles Lakers in den letzten sechs Partien fünf Siege eingefahren haben. SPOX hat den Center getroffen und sich mit ihm über Auswärtspleiten, Trade-Gerüchte und Leistungsexplosionen unterhalten.

Andrew Bynum spielt in herausragender Form und will noch Platz eins im Westen attackieren
© Getty
Andrew Bynum spielt in herausragender Form und will noch Platz eins im Westen attackieren

SPOX: Herr Bynum, Lakers und Auswärtsspiele, das passt irgendwie nicht.

Andrew Bynum: Sieht ganz danach aus. Zuhause in L.A. sind wir einfach anders drauf, spielen freier und verlieren nur selten den Kopf. Auswärts? Keine Ahnung. Immer wenn wir uns in dieser Saison vorgenommen haben, einen Schritt nach vorne zu machen, ging etwas schief. Das ist einfach nur hart und tut weh. Denn das Schlimmste ist ja, dass es bei vielen Spielen, die wir auswärts verlieren, am Anfang noch richtig gut läuft. Irgendwann scheint uns dann aber einzufallen: Moment mal, wir spielen ja auswärts.

SPOX: Was ist das wichtigste nach einer solchen Niederlage?

Bynum: Am nächsten Tag zu gewinnen.

SPOX: Und langfristig? Keine Psycho-Spielchen versucht, um den Fluch zu besiegen?

Bynum: Nein. Nochmal gewinnen. Und danach nochmal. So einfach.

SPOX: Einfach?

Bynum: Naja, jedenfalls in der Theorie. Allein schon deshalb, damit Ihr Journalisten uns endlich wieder ein paar positivere Fragen stellen könnt (lacht). Das motiviert.

SPOX: Ist diese Motivation auch der Grund für Ihre Leistungsexplosion? Oder wurden Sie vorher einfach nicht genug ins Spiel einbezogen und alles auf Kobe Bryant abgewälzt?

Bynum: Das denke ich nicht. Wenn überhaupt, dann habe ich mich selbst unter Wert verkauft. Als Team versuchen wir uns auf dem Platz so gut wie möglich zu bewegen, alle mit einzubeziehen und nicht zu stagnieren. Und derjenige, der dabei dann die beste Chance hat, einen guten Wurf zu nehmen, der bekommt den Ball. Egal wer das ist. Häufig ist das Kobe - das ist doch klar. Aber wenn ich mich in Position bringe, kann auch ich das sein.

SPOX: Trotzdem hat man das Gefühl, dass sich in den letzten Wochen irgendetwas bei Ihnen geändert hat, Sie irgendeinen Schalter umgelegt haben.

Bynum: Ich spiele endlich so, wie ich schon immer spielen wollte. Und das wichtigste daran ist: Ich spiele! Wenn man auf meine bisherige Karriere schaut, dann habe ich noch nie so viele Minuten bekommen wie in dieser Saison. Zum ersten Mal in meiner gesamten Profi-Karriere spiele ich mehr als 35 Minuten pro Spiel. Das macht viel aus. Nur dadurch kann ich mich wirklich verbessern und das Spiel verstehen lernen.

SPOX: Ist es wirklich nur die Erfahrung oder hat sich auch Ihre Einstellung geändert? Sie gehen deutlich aggressiver und selbstbewusster zur Sache.

Bynum: Das ist etwas, was mir Coach Brown schon seit Beginn der Saison eintrichtert: Hart spielen und sich bei keinem einzigen Spielzug eine Auszeit gönnen. Egal ob Offense oder Defense, Rebound oder Block - ich will dem Spiel meinen Stempel aufdrücken. Und Coach Brown gibt mir die Zeit, das auf dem Platz zu beweisen.

SPOX: Was war mit den Trade-Gerüchten? Hat man die als Spieler im Kopf? Am Spielfeldrand hat man schließlich immer wieder Stimmen gehört, die unkten: "Der Bynum spielt jetzt nur so gut, weil er seinen eigenen Hintern retten will."

Bynum: Nein. Trades waren bei uns im Locker Room kein Thema. Weder bei den Spielern noch beim Coach. Ganz im Gegenteil: Coach Brown hat immer wieder gesagt, dass er auch mit diesem Team gewinnen kann. Und mich persönlich lassen die Gerüchte kalt. Es war nicht das erste Mal, dass mein Name gefallen ist. Die Lakers hatten schon früher die Gelegenheit, mich zu traden, und sie haben es nicht getan.

SPOX: Was können die Lakers in dieser Saison noch erreichen?

Bynum: Wenn wir einen Run haben, dann ist noch eine Menge drin. Unser erstes Ziel ist es, San Antonio einzuholen und vielleicht sogar noch um Platz eins im Westen zu spielen. Was danach kommt, ist völlig offen. Wir haben noch einige große Spiele vor uns.

Die Saison der L.A. Lakers im Überblick

Die NBA-Champions der letzten 25 Jahre
1991: Chicago Bulls (4-1 gegen L.A. Lakers). Finals MVP: Michael Jordan
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1991: Chicago Bulls (4-1 gegen L.A. Lakers). Finals MVP: Michael Jordan
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1992: Chicago Bulls (4-2 gegen Portland Trail Blazers). Finals MVP: Michael Jordan
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1992: Chicago Bulls (4-2 gegen Portland Trail Blazers). Finals MVP: Michael Jordan
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1993: Chicago Bulls (4-2 gegen Phoenix Suns). Finals MVP: Michael Jordan
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1993: Chicago Bulls (4-2 gegen Phoenix Suns). Finals MVP: Michael Jordan
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1994: Houston Rockets (4-3 gegen New York Knicks). Finals MVP: Hakeem Olajuwon
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1994: Houston Rockets (4-3 gegen New York Knicks). Finals MVP: Hakeem Olajuwon
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1995: Houston Rockets (4-0 gegen Orlando Magic). Finals MVP: Hakeem Olajuwon
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1995: Houston Rockets (4-0 gegen Orlando Magic). Finals MVP: Hakeem Olajuwon
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1996: Chicago Bulls (4-2 gegen Seattle Supersonics). Finals MVP: Michael Jordan
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1996: Chicago Bulls (4-2 gegen Seattle Supersonics). Finals MVP: Michael Jordan
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1997: Chicago Bulls (4-2 gegen Utah Jazz). Finals MVP: Michael Jordan
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1997: Chicago Bulls (4-2 gegen Utah Jazz). Finals MVP: Michael Jordan
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1998: Chicago Bulls (4-2 gegen Utah Jazz). Finals MVP: Michael Jordan
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1998: Chicago Bulls (4-2 gegen Utah Jazz). Finals MVP: Michael Jordan
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1999: San Antonio Spurs (4-1 gegen New York Knicks). Finals MVP: Tim Duncan
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1999: San Antonio Spurs (4-1 gegen New York Knicks). Finals MVP: Tim Duncan
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2000: L.A. Lakers (4-2 gegen Indiana Pacers). Finals MVP: Shaquille O'Neal
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2000: L.A. Lakers (4-2 gegen Indiana Pacers). Finals MVP: Shaquille O'Neal
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2001: L.A. Lakers (4-1 gegen Philadelphia 76ers). Finals MVP: Shaquille O'Neal
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2001: L.A. Lakers (4-1 gegen Philadelphia 76ers). Finals MVP: Shaquille O'Neal
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2002: L.A. Lakers (4-0 gegen New Jersey Nets). Finals MVP: Shaquille O'Neal
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2002: L.A. Lakers (4-0 gegen New Jersey Nets). Finals MVP: Shaquille O'Neal
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2003: San Antonio Spurs (4-2 gegen New Jersey Nets). Finals MVP: Tim Duncan
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2003: San Antonio Spurs (4-2 gegen New Jersey Nets). Finals MVP: Tim Duncan
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2004: Detroit Pistons (4-1 gegen L.A. Lakers). Finals MVP: Chauncey Billups
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2004: Detroit Pistons (4-1 gegen L.A. Lakers). Finals MVP: Chauncey Billups
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2005: San Antonio Spurs (4-3 gegen Detroit Pistons). Finals MVP: Tim Duncan
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2006: Miami Heat (4-2 gegen Dallas Mavericks). Finals MVP: Dwyane Wade
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2006: Miami Heat (4-2 gegen Dallas Mavericks). Finals MVP: Dwyane Wade
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2007: San Antonio Spurs (4-0 gegen Cleveland Cavaliers). Finals MVP: Tony Parker
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2008: Boston Celtics (4-2 gegen L.A. Lakers). Finals MVP: Paul Pierce
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2008: Boston Celtics (4-2 gegen L.A. Lakers). Finals MVP: Paul Pierce
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2009: L.A. Lakers (4-1 gegen Orlando Magic). Finals MVP: Kobe Bryant
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2009: L.A. Lakers (4-1 gegen Orlando Magic). Finals MVP: Kobe Bryant
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2010: L.A. Lakers (4-3 gegen Boston Celtics). Finals MVP: Kobe Bryant
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2010: L.A. Lakers (4-3 gegen Boston Celtics). Finals MVP: Kobe Bryant
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2011: Dallas Mavericks (4-2 gegen Miami Heat). Finals MVP: Dirk Nowitzki
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2011: Dallas Mavericks (4-2 gegen Miami Heat). Finals MVP: Dirk Nowitzki
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2012: Miami Heat (4-1 gegen Oklahoma City Thunder). Finals MVP: LeBron James
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2012: Miami Heat (4-1 gegen Oklahoma City Thunder). Finals MVP: LeBron James
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2013: Miami Heat (4-3 gegen San Antonio Spurs). Finals MVP: LeBron James
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2013: Miami Heat (4-3 gegen San Antonio Spurs). Finals MVP: LeBron James
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2014: San Antonio Spurs (4-1 gegen Miami Heat). Finals-MVP: Kawhi Leonard
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2014: San Antonio Spurs (4-1 gegen Miami Heat). Finals-MVP: Kawhi Leonard
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2015: Golden State Warriors (4-2 gegen Cleveland Cavaliers). Finals-MVP: Andre Igoudala
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2015: Golden State Warriors (4-2 gegen Cleveland Cavaliers). Finals-MVP: Andre Igoudala
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Interview: Jan-Hendrik Böhmer

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