Magic Johnson im Interview

"Wir hätten das Dream Team 2012 zerstört"

Von Aufgezeichnet von Haruka Gruber
Freitag, 24.02.2012 | 11:02 Uhr
Barcelona 1992: Johnson (r.) mit seinem sportlichen Erzrivalen und persönlichen Freund Larry Bird
© Getty
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1992, vor genau 20 Jahren, revolutionierte Magic Johnson die Basketball-Welt. Mit dem Dream Team, das Gold bei den Olympischen Spielen in Barcelona gewann. Und mit dem legendärsten All-Star-Game aller Zeiten. Zum Jubiläum findet am Wochenende erneut in Orlando das Stelldichein der Superstars statt. Ausgewählte Journalisten durften Magic Johnson zu diesem Anlass interviewen. Der 52-jährige "ESPN"-Experte über seine Erinnerungen und die Rückbesinnung der NBA.

Frage: 1992 ereignete sich in Orlando Historisches. Das All-Star-Game entwickelte sich zu einer Huldigung eines einzigen Basketballers: Magic Johnson. Nur drei Monate, nachdem Sie Ihre HIV-Erkrankung publik gemacht haben und zurückgetreten sind, standen Sie in der Starting Five der Western Conference, erzielten 25 Punkte und wurden zum MVP gewählt. Woran werden Sie sich als erstes erinnern, wenn am Sonntag nach 20 Jahren wieder in Orlando ein All-Star-Game stattfindet?

Magic Johnson: Ich hatte vier großartige Momente: Zunächst der Empfang durch die Fans. Dann im Spiel der erfolgreiche Hook Shot über Dennis Rodman sowie die drei Dreier im vierten Viertel. Und nach dem Spiel die Umarmungen der Mitspieler und Gegner, die ohne Scheu auf mich zukamen.

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Frage: Was hat das All-Star-Game 1992 bewirkt?

Johnson: Nach allem, was passiert ist, hatte es einen großen Einfluss auf der ganzen Welt. Es fing schon damit an, dass mich die Fans in der Starting Five wollten und mir Commissioner David Stern die Erlaubnis zur Teilnahme erteilte. Ich muss auch Tim Hardaway danken, der mir seinen Platz in der ersten Fünf überließ. Dennoch wusste ich vor dem Spiel nicht, was mich erwartet. Sind gewisse Spieler wegen der HIV-Erkrankung gegen mich? Denken die Fans, dass ich nicht mehr fähig bin zum Basketball? Was wird passieren? Und dann erfolgte der Tipoff - und wir spielten einfach nur Basketball. All die Unsicherheiten waren verschwunden und wir hatten unseren Spaß. Dennis Rodman hat mich hart verteidigt, um den Leuten draußen zu zeigen, dass ich keine Rücksicht brauche. Das zu beobachten hat viele beruhigt.

Frage: Es folgte der Höhepunkt: Nach ihrem letzten Dreier wurde das All-Star-Game sogar vorzeitig beendet, obwohl noch einige Sekunden zu spielen waren.

Johnson: Nach den drei Dreiern im letzten Viertel wussten die Leute: Magic ist okay, Magic kann noch spielen. Sie wurden aufgeklärt, was HIV und AIDS bedeutet. Aber es war für die Menschen mit HIV oder einer anderen Erkrankung genauso wichtig: Sie erkannten, dass man weiterleben und ein produktives Mitglied der Gesellschaft sein kann. Durch das All-Star-Game hat die Welt dazugelernt. Und für mich war es die perfekte Therapie.

Frage: Was haben Sie sich durch die Veröffentlichung der HIV-Erkrankung erhofft?

Johnson: Ich war immer eine starke Persönlichkeit. Gott hat mich mit einer inneren Stärke gesegnet. Vermutlich habe ich das von meinem Vater, das Lächeln wiederum erbte ich von meiner Mutter. Als ich die Diagnose bekam und mir klar wurde, dass ich es öffentlich machen muss, wusste ich eines: Ich wollte der gleiche Magic bleiben. Ich wollte der gleiche Führungsspieler bleiben, der positiv vorweg geht. Ich wollte, dass diese Botschaft bei meinen Teamkollegen, bei Lakers-Besitzer Dr. Buss, bei den Fans und bei den HIV-Infizierten ankommt.

Frage: Im Sommer 1992 folgten die Olympischen Spiele in Barcelona - mit Ihnen als Teil des ersten Dream Teams.

Johnson: Das Dream Team hat die Welt geöffnet für den Basketball - und umgekehrt die NBA für die Welt. Bei den Olympischen Spielen erkannte die Welt die Faszination der Sportart, was dazu führte, dass immer mehr internationale Spieler in die NBA wollten. So wurde aus Basketball eine globale Sportart. Die NBA wiederum profitierte davon, weil sich durch die internationalen Spieler das Niveau verbesserte.

Frage: Eine theoretische Frage: Wer würde gewinnen, wenn das Dream Team von 1992 gegen das Dream Team von 2012 mit LeBron James, Kobe Bryant und Dwight Howard antreten würde?

Johnson: Wir würden 2012 zerstören. Wir sollten nicht vergessen: 1992 waren so viele dabei, die bereits die Championship gewonnen hatten: Michael Jordan, Scottie Pippen, Larry Bird, ich. Dazu David Robinson, Karl Malone, Patrick Ewing, Chris Mullin, Clyde Drexler, John Stockton und Charles Barkley, der dominierte. Wir wussten alle, wie man zusammenspielt. Es war ein fantastisches Team, eine fantastische Zeit, und wir haben fantastische Dinge erreicht. 2012 wird überragend, ich freue mich auf das Team. Aber es gab vorher und es wird danach nie wieder ein Dream Team geben wie das von 1992.

Frage: Sie sind der beste Point Guard aller Zeiten. Wie entwickelte sich die Aufbau-Position in den letzten 20 Jahren?

Johnson: Die heutige Point-Guard-Generation verändert den Basketball von Grund auf. Zu meiner Zeit hatten wir John Stockton, Isaiah Thomas, Maurice Cheeks, Kevin Johnson, Mark Jackson. Sie prägten eine Ära, in der Ball Movement und das Scoren als Team wichtig war. Jetzt kehren wir zu dieser Ära zurück.

Seite 2: "Bei den Lakers wird es hässlich"

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