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Tar-Heels-Star Harrison Barnes im Porträt

Barnes: The next big thing

Von Sebastian Kurzweg
Freitag, 25.11.2011 | 12:08 Uhr
Die Ruhe selbst... Harrison Barnes scheint die Aufregung um seine Person nicht zu stören
© Getty
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Während in der NBA der Lockout kein Ende nimmt, beginnt die Basketball-Saison am College. Tar-Heels-Star Harrison Barnes hätte im Draft 2011 das No.1 Pick sein können, doch er entschied sich ans College zurückzukehren. Nun geht der Shooting Guard in sein zweites Jahr in North Carolina. Doch wer ist dieser 19-Jährige, von dem nicht weniger erwartet wird, als sein Team zur Meisterschaft 2012 zu führen?

"Ich hab mich für die ganzen Jungs aus meinem Jahrgang gefreut, als sie in die NBA gegangen sind. Aber jetzt sitzen sie herum und wissen nicht, ob sie dieses Jahr spielen werden".

Diese Aussage stammt von North Carolinas Superstar Harrison Barnes und ganz offensichtlich jemandem, der alles richtig gemacht hat. Sein Jahrgang, das sind Spieler wie Number-1-Pick Kyrie Irving, die auf ein zweites Jahr am College verzichteten, um in die NBA zu gehen. Ausgerechnet in einem Sommer, über dem der Lockout schwebte wie ein Damoklesschwert.

Barnes hingegen entschied sich ans College zurückzugehen. Eine lobenswerte Entscheidung, da sind sich US-Experten einig, denn im schwachen Jahrgang 2011 wäre Barnes nicht nur mit großer Sicherheit unter den Top 3 gezogen und über Nacht zum Multimillionär geworden, sondern wäre dem starken Draft-Jahrgang 2012 zuvorgekommen.

Mit Center-Prospect Andre Drummond drängt unter anderem das größte Talent der letzten Jahre auf der Center-Position in die NBA und damit auf den Number-1-Pick. Doch die Aussicht, seine Karriere in einem Sommer der Ungewissheit zu beginnen, kam für Barnes einfach nicht in Frage und so verzichtete der Shooting Guard auf den Draft 2011.

Irving: Schulbank statt NBA

Der Top-Pick und somit der neue Messias von Celevelands Franchise wurde also Kyrie Irving. Doch anstatt nun in den großen Hallen der NBA auf dem Parkett zu stehen, drückt dieser jetzt wieder die Schulbank, allerdings ohne für die Duke Blue Devils spielen zu können.

"Es ist irgendwie hart. Sie hätten ein weiteres Jahr am College bleiben können und hätten ein weiteres Jahr gespielt", zeigte sich Barnes mitfühlend, aber auch erleichtert. Denn anders als Irving stehen für ihn neben Vorlesungen ein Angriff auf die NCAA Meisterschaft an.

"Wir bereiten uns auf eine besondere Saison vor. Ich werde an meinen Fähigkeiten arbeiten und habe nur ein Ziel vor Augen: die Meisterschaft 2012 nach North Carolina zu holen", so Barnes.

Mit "Zielscheibe auf dem Rücken"

Und die Chance auf den Titel ist gar nicht mal so klein. Mit Barnes Erklärung, ans College zurückzukehren, schossen die Tar Heels quasi von jetzt auf gleich an die Spitzen der Ranglisten und legten einen starken Saisonstart mit bisher vier Siegen in vier Partien hin - mit starken 17 Punkten pro Spiel von Barnes. Coach Roy Williams machte dementsprechend keinen Hehl aus seiner Begeisterung: "Natürlich bin ich begeistert, Harrison wieder im Team zu haben. Es war ein Vergnügen, ihn zu coachen, und ich freue mich auf die nächste Saison".

Eine enorme Bestätigung für Barnes, die allerdings auch mit viel Druck verbunden ist. "Es ist, als ob ich eine Zielscheibe auf dem Rücken hätte", versuchte der erste Freshman im All-America Team seit 25 Jahren der "Associated Press" seine Drucksituation auszumalen.

Nach knapp 16 Punkten und sechs Rebounds pro Partie im letzten Jahr und der knapp verpassten Final-Four-Teilnahme wird der Druck nicht unbedingt geringer. In North Carolina erwartet man nicht weniger als den nächsten Titel nach 2009 und seinen Status als Frischling ist er im zweiten Jahr nun auch los. "Ich musste mich damals daran gewöhnen. An die Details auf dem Feld und das physische Spiel", erinnerte sich der 19-Jährige an seine erste Saison.

Schwacher Start, starker Schlussspurt

Damals kam er als gehypter Highschool Superstar ans College und konnte den Erwartungen und der physischen Spielart seiner Gegner lange nicht gerecht werden. Nach schwachem Saisonstart steigerte er sich aber und ließ sein wahres Können aufblitzen - die Tar-Heels gewannen 17 der letzten 19 Saisonspiele und scheiterten letztlich knapp an Kentucky und den Final Four.

Jetzt soll er sein Team führen und die Gangart wird nur noch rauer werden. Eine Aufgabe, der Harrison Barnes aber gewachsen ist, wenn man den Hype um seine Fähigkeiten zum Maßstab nimmt.

53 Siege in Folge

Doch was macht den Hype um Barnes aus? An seiner High School in Iowa legte der 2,03 Meter große Guard eine Bilderbuch-Karriere hin, die selbst in den höchsten Basketball-Kreisen für Aufsehen sorgte. Mit knapp 25 Punkten pro Partie in seiner Zeit an der Highschool führte Barnes sein Team zu zwei Meisterschaften in Folge.

Dabei blieb "seine" Ames Highschool in über zwei Jahren 53 Spiele lang ohne Niederlage - Eine unglaubliche Serie. Das erkannte auch das Groß an Experten in den Staaten und erklärte Barnes zur Nummer eins unter den High-Sschool-Spielern 2010 - landesweit wohlgemerkt.

Und Barnes setzte noch einen drauf. Beim "Nike-Hoop-Summit", dem alljährlichen Schaulaufen für die größten Talente der Welt, legte er mal eben 27 Punkte und sieben Rebounds auf - bei starken 50 Prozent aus dem Feld und von der Dreierlinie. Eine beeindruckende Demonstration seiner Fähigkeiten, nach der er sich sein College aussuchen konnte.

Arbeitseinstellung wie Durant

Was ihn besonders auszeichnet ist seine Komplettheit. Neben einem lächerlich schnellen ersten Schritt und gutem Ballhandling trifft er auch von der Dreierlinie und der Mitteldistanz gut. Kurzum: Er hat perfekte Voraussetzungen für einen Flügelspieler. Interessant wird diese Information, wenn man bedenkt, dass er an der Highschool hauptsächlich in der Zone agierte und sein Spiel erst am College auf den Flügel umstellte - in weniger als einer Saison.

Eben dieses Lernvermögen ist der Grund, warum Barnes eine große Zukunft bevorsteht. Wer mit ihm gearbeitet hat, schwärmt von seiner Arbeitseinstellung und seinem Streben nach Verbesserung. Es sind Voraussetzungen wie diese, die schon einem Kevin Durant zum Superstar in der NBA machten.

Ob sie auch Harrison Barnes zum Superstar machen, wird man in einem Jahr sehen. Bis dahin ist die NBA noch eine College Saison und einen Lockout entfernt. Ein Jahr voll Leistungsdruck, engen Spielen, harten Verteidigern und mit spannenden Playoffs am Horizont - eben ein Jahr mit allem was den Basketball ausmacht, zumindest am College.

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