Samstag, 27.11.2010

NBA-Schlaglichter

Miami kann doch noch siegen

Gegen eines der miesesten Teams der Liga landen die Miami Heat wieder einen Sieg. Coach Erik Spoelstra ist erleichtert. Die Los Angeles Lakers bekommen die Comeback-Qualitäten der Utah Jazz zu spüren. Die Boston Celtics machen ernst und revanchieren sich eindrucksvoll.

LeBron James (l.) wechselte zu Beginn dieser Saison zu Dwyane Wade und den Miami Heat
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LeBron James (l.) wechselte zu Beginn dieser Saison zu Dwyane Wade und den Miami Heat

Miami Heat (9-7) - Philadelphia 76ers (3-13) 99:90

Sie können es ja doch noch! Nach zuletzt zwei Niederlagen hintereinander haben die Miami Heat wieder gewonnen. Eine Pleite gegen die Sixers wäre zugegebenermaßen aber auch äußerst peinlich gewesen, schließlich sind die das zweitschlechteste Team der Liga.

Dabei stand das Spiel sogar lange Zeit auf Messers Schneide. Erst im letzten Viertel konnten die Heat etwas davonziehen und so den Sieg eintüten.Trainer Erik Spoelstra fasste das Spiel gut zusammen: "Es war bestimmt nicht unser schönstes Spiel. Aber es war ein wichtiges Spiel, um wieder zurückzukommen und sich daran zu erinnern, wie es ist, zu gewinnen."

Was gegen Philly half? Eine geschlossene Teamleistung. Topscorer Dwyane Wade (23 Punkte, 8 Assists, 7-16 Field Goals) findet langsam wieder zu seinem Wurf zurück.

Unterstützt wurde er von LeBron James (20 Punkte, 8 Rebounds, 6 Assists), Chris Bosh (18 Punkte, 9 Rebounds) und Carlos Arroyo! Der Point Guard legte einen Saisonbestwert von 17 Punkten auf.

"Wir mussten einfach davon wegkommen, uns darüber den Kopf zu zerbrechen, wie wir wieder gewinnen können. Ich denke, heute waren so ein paar Dinge dabei, von denen wir lernen können", sagte ein sichtlich erleichterter Wade.

Kennt übrigens irgendwer Jodie Meeks? Der Guard ist wohl nur eingefleischten NBA-Kennern ein Begriff. Die Heat schienen ihn auch nicht so richtig gekannt zu haben. 21 Punkte schenkte der 23-Jährige den Superstars von der Bank kommend in gerade einmal 25 Minuten ein, damit war er Topscorer der 76ers.

"Wir müssen jeden Spieler so behandeln, als sei er ein All-Star. Diese Jungs brennen nur, wenn sie gegen uns spielen", sagte James zur überraschenden Leistung von Meeks.

Utah Jazz (12-5) - Los Angeles Lakers (13-3) 102:96

Dritte Niederlage für die Los Angeles Lakers und der nächste Comeback-Sieg für die Utah Jazz, die schon früh im Spiel mit 19 Punkten zurücklagen, sich aber wieder einmal zurückkämpften. "Es sah ziemlich düster aus am Anfang des Spiels, als die Lakers eine große Führung hatten. Doch wieder kam unsere zweite Reihe und hat uns einen riesigen Aufschub gegeben. Sie haben unsere Fans wieder hinter uns gebracht", kommentierte Jazz-Coach Jerry Sloan die Leistung seiner Mannschaft.

Ronnie Price und Earl Watson sorgten gemeinsam mit 11 Punkten hintereinander für das Comeback der Jazz. Topscorer war aber wieder einmal Deron Williams (29 Punkte, 12 Assists), der gut mit Al Jefferson (20 Punkte, 8 Rebounds) harmonierte.

Bei den Lakers war Kobe Bryant (31 Punkte, 3 Assists)  der tragische Held. In den letzten fünf Minuten des Spiels erzielte er 14 Punkte und verwandelte vier von vier Würfen aus dem Feld. Letztendlich leistete er sich aber auch einen teuren Ballverlust in einem spielentscheidenden Moment. Pau Gasol (21 Punkte, 11 Rebounds) und Lamar Odom (16 Punkte, 10 Rebounds) kamen jeweils auf ein Double-Double.

Bryant beeindruckte vor allem die physische Spielweise der Jazz. "Du kannst den schwächlisten Spieler der Liga nehmen und den Jazz geben. Dort wird er zu einem harten Kerl. Das ist es, was Sloan ihnen beibringt", so der Superstar.

Denver Nuggets (9-6) - Chicago Bulls (8-6) 98:97

Kein Derrick Rose? Kein Problem! Weil der Point Guard der Chicago Bulls über Nackenschmerzen klagte, musste sein Vertreter C.J. Watson einspringen und machte seine Sache mehr als ordentlich. 33 Punkte, drei Assists und zwei Steals hatte der Ersatz für den Bulls-Star am Ende gesammelt. Für den Sieg gereicht hat das trotzdem nicht, weil Carmelo Anthony einfach einer der abgezocktesten Crunchtime-Spieler der NBA ist.

Vier Sekunden sind noch zu spielen, die Bulls führen mit 97:96, als Anthony nach einem Einwurf von Ty Lawson an den Ball kommt. Er steht an der Dreierlinie Auge in Auge mit Luol Deng. Der Bulls-Forward ist ganz eng an Melo dran, der macht drei Schritte nach vorne und drückt mit dem Buzzer aus sieben Metern ab. Game-Winner. Nothing but net. Selbstredend, dass Anthony mit 22 Punkten auch wieder Topscorer der Nuggets war. Zudem verteilte er 8 Assists.

Bei den Bulls kam derweil John Lucas III zu seinem ersten Einsatz. Der Point Guard unterzeichnete gerade erst einen Vertrag bei der Franchise aus Chicago und spielte als Backup für Watson. Zuvor hatten die Bulls lediglich Rose und Watson als Spielmacher im Kader.

Saison 2010/2011: NBA-Players to watch
Danilo Gallinari ist ein exzellenter Scharfschütze. Christian Schwarzer vergleicht ihn schon mit Dirk Nowitzki. Neben Amare Stoudemire könnte er weiter aufblühen
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D.J. Augustin beerbt bei den Charlotte Bobcats Raymond Felton als Starting-Point-Guard. Viele Experten trauen ihm eine Leistungsexplosion zu
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Eric Gordon gewann mit dem Team USA die Weltmeisterschaft. Durch den Einsatz von Blake Griffin könnte der Shooting Guard mehr Platz für seinen exzellenten Wurf bekommen
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Mit 2,4 Blocks und 6,9 Rebounds in durchschnittlich 20 Minuten deutete JaVale McGee (l.) in der Preseason schon an, zu was er in der Lage ist
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Nach dem Abgang von LeBron James suchen die Cleveland Cavaliers einen neuen Superstar. Power Forward J.J. Hickson (r.) hat viel Potenzial
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Das dritte Jahr ist in der Regel das, in dem viele Center einen Leistungssprung vollziehen. Roy Hibbert von den Indiana Pacers hat alle Veranlagungen dafür
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Point Guard Jrue Holiday soll der neue Floor General in Philadelphia werden. Mit 11,6 Punkten, 5,3 Assists und 6,4 Rebounds zeigte er in der Preseason schon sein Können
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Al Jefferson ist weg und Kevin Love damit der unumstrittene Leader im Timberwolves-Frontcourt. Die durchschnittlich 11 Rebounds aus der letzten Saison könnte er toppen
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DeJuan Blair überzeugte schon in seiner Rookie-Saison. Da Tim Duncan viel Schonzeit braucht, könnte Blair die Spielzeit nutzen und weiter auf sich aufmerksam machen
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Linas Kleiza (r.) ist zurück aus Europa und greift bei den Toronto Raptors an. Die suchen nach dem Abgang von Chris Bosh einen neuen Anführer
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Nicolas Batum hatte bisher viel mit Verletzungen zu kämpfen. Nun ist er fit und überragte mit 19 Punkten und 11 Rebounds gleich im ersten Saisonspiel der Trail Blazers
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Der Israeli Omri Casspi überraschte in der letzten Saison schon die NBA-Welt. In seinem zweiten Jahr steht er vor einem weiteren Sprung nach vorne
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Reggie Williams kam in der letzten Saison aus der D-League zu den Warriors und machte gleich mal durchschnittlich 15,2 Punkte in nur 24 Spielen
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Terrence Williams (l.) ist spektakulär und vielseitig. Die Nets werden sicher nicht wieder so schlecht spielen. Eine passende Kombination für gute Leistungen
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Will Bynum verbesserte sich bisher in jedem Jahr. Ein Ende der Entwicklung scheint nicht in Sicht. Der Guard könnte den Pistons noch viel Freude bereiten
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Indiana Pacers (7-7) - Oklahoma City Thunder (11-5) 106:110 OT

Wer braucht schon Kevin Durant, wenn er Russell Westbrook hat? Der Point Guard der Thunder lieferte beim Overtime-Sieg seines Teams eine wahnsinnige Show ab. Nachdem er vor ein paar Wochen gegen die Trail Blazers mit 36 Punkten einen neuen Karrierebestwert aufgestellt hatte, schraubte Westbrook seinen Rekord nun noch weiter nach oben. 43 Punkte, 8 Rebounds, 8 Assists - so lauteten die beeindruckenden Zahlen des 22-Jährigen.

"Wir haben verschiedene Matchups gegen ihn ausprobiert, aber er war zu gut heute. Wir hatten nichts, was ihn hätte stoppen können. Er entwickelt sich zu einem der besten Point Guards der Liga. Er ist so schnell und explosiv", sagte ein beeindruckter Pacers-Coach Jim O'Brien nach dem Spiel.

So ganz ohne Durant (25 Punkte, 8 Rebounds, 2 Steals) ging es dann aber doch nicht. Der NBA-Topscorer sah seinem Kollegen lange bei dessen Show zu, ehe er das Heft am Ende in die Hand nahm. 11 seiner 25 Punkte machte der Small Forward in den letzten zwei Spielminuten und in der Overtime. Sein Dreipunkte-Spiel 45 Sekunden vor dem Ende glich das Spiel aus.

Sein Trainer Scott Brooks wollte danach aber nicht auf dessen Würfe eingehen. "Ich schaue vor allen Dingen auf die anderen Facetten seines Spiels. Er will ein besonderer Spieler werden und besondere Spieler können mehr als nur eine Sache", so der Coach. Ein guter Shooter ist auch Pacers-Small-Forward Danny Granger, der mit 30 Punkten wieder einmal bester Punktesammler seines Teams war, sich gleichzeitig aber auch sieben Ballverluste erlaubte.

Boston Celtics (12-4) - Toronto Raptors (6-10) 110:101

Fünf Tage ist es her, da verloren die Celtics gegen die Raptors. So eine Schmach lässt der Vize-Champion natürlich nicht auf sich sitzen und bekam prompt die Chance zur Revanche, die eindrucksvoll gelungen ist. Rajon Rondo kehrte nach seiner drei Spiele andauernden Verletzungspause ins Team zurück und legte gleich wieder 14 Assists auf. Durchschnitt für den Point Guard.

Ansonsten konzentrierten sich die alten Herren wieder und siehe da: die Raptors waren nur Kanonenfutter. Spätestens nach dem dritten Viertel war das Spiel eigentlich schon gelaufen. Kevin Garnett (26 Punkte, 11 Rebounds, 2 Steals) zeigte eine absolute Energieleistung und Shaquille O'Neal (16 Punkte, 9 Rebounds, 5-5 FG, 6-8 FT) erlebt seinen zweiten Frühling.

Coach Doc Rivers lachte nur: "Kevins Energie war absolut überirdisch. Aber wer Kevin kennt, der konnte so einen Auftritt schon erwarten, schließlich hat sein Gegenspieler (Amir Johnson) im letzten Spiel sehr gut gespielt. So was kann er nicht auf sich sitzen lassen. Einfach typisch Kevin Garnett."

Bei den Raptors lief wenig zusammen. Linas Kleiza steuerte von der Bank 18 Punkte und 7 Rebounds bei, Jose Calderon erzielte mit 12 Punkten und 15 Assists ein Double-Double. Am Ende fasste Trainer Jay Triano das Ergebnis zusammen: "Das war ein Teil unseres Lernprozesses. Es war eine harte Erfahrung für die Jungs."

Portland Trail Blazers (8-7) - New Orleans Hornets (12-3) 78:97

Topscorer: Brandon Roy (27), LaMarcus Aldridge (14) - Willie Green (19), Trevor Ariza (18)

Toprebounder: LaMarcus Aldridge (9), Marcus Camby, Andre Miller (je 5) - Emeka Okafor (9), Jason Smith (8)

Topassistgeber: Andre Miller (6), Brandon Roy, LaMarcus Aldridge (je 4) - Chris Paul (13), West, Okafor, Smith (je 2)

Charlotte Bobcats (6-10) - Houston Rockets (4-11) 99:89

Topscorer: Gerald Wallace (21), Boris Diaw (20) - Chase Budinger (19), Kevin Martin (16)

Toprebounder: Gerald Wallace (14), Boris Diaw (10) - Chuck Hayes (10), Chase Budinger (8)

Topassistgeber: D.J. Augustin (11), Gerald Wallace, Stephen Jackson (je 4) - Kyle Lowry (6), Shane Battier (5)

Orlando Magic (11-4) - Cleveland Cavaliers (6-9) 111:100

Topscorer: Dwight Howard (23), Jameer Nelson (20) - Antawn Jamison (22), Mo Williams (20)

Toprebounder: Dwight Howard (11), Quentin Richardson (5) - Antawn Jamison (7), Daniel Gibson (6)

Topassistgeber: Chris Duhon (9), Jameer Nelson (6) - Mo Williams (8), Ramon Sessions (6)

Detroit Pistons (6-10) - Milwaukee Bucks (5-10) 103:89

Topscorer: Rodney Stuckey (18), Charlie Villanueva, Richard Hamilton (je 15) - Brandon Jennings (25), Ersan Ilyasova (14)

Toprebounder: Ben Wallace (8), Tayshaun Prince (7) - Ersan Ilyasova (11), Larry Sanders (10)

Topassistgeber: Richard Hamilton (9), Rodney Stuckey (7) - Brandon Jennings (6), Keyon Dooling, Corey Maggette (je 3)

Phoenix Suns (8-8) - Los Angeles Clippers (3-14) 116:108

Topscorer: Jason Richardson (29), Hakim Warrick (25) - Eric Gordon (32), Blake Griffin (20)

Toprebounder: Jason Richardson, Hakim Warrick (je 5) - Blake Griffin (14), Brian Cook (10)

Topassistgeber: Steve Nash (10), Grant Hill (5) - Eric Gordon (6), Craigh Smith, Willie Warren (je 3)

Memphis Grizzlies (7-9) - Golden State Warriors (7-9) 116:111

Topscorer: Rudy Gay (25), O.J. Mayo (23) - Andris Biedrins (28), Stephen Curry (26)

Toprebounder: Zach Randolph (7), Darrell Arthur (6) - Andris Biedrins (21), Jeff Adrien (8)

Topassistgeber: Mike Conley (5), Zach Randolph (4) - Monta Ellis, Dorell Wright (je 8)

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