Montag, 03.05.2010

NBA-Playoff-Check: Conference Semifinals

Hawks: Völlig umsonst gestreckt

Die Atlanta Hawks qualifizieren sich als letztes Team für die Conference Semifinals, treffen jetzt aber auf einen Gegner, gegen den sie null Chancen haben. San Antonio und Phoenix sowie Cleveland und Boston tragen Hassduelle aus, auch zwischen den Lakers und Utah fliegen die Fetzen. SPOX analysiert die Duelle der zweiten Runde.

Rashard Lewis und Josh Smith werden versuchen, sich gegenseitig ihren Spielstil aufzuzwingen
© Getty
Rashard Lewis und Josh Smith werden versuchen, sich gegenseitig ihren Spielstil aufzuzwingen

Orlando Magic (2) vs. Atanta Hawks (3)

Saisonbilanz: 3-1 (93:76, 113:81, 104:86, 84:86)

Ausgangslage: Sicher, das Erreichen der zweiten Runde ist eine feine Sache und nach dem Plan der Hawks, sich einfach jedes Jahr verbessern zu wollen, auch das Minimalziel gewesen. Zumal die Milwaukee Bucks ein Gegner waren, den man einfach bezwingen muss. Aber besonders überzeugt hat Atlanta nun wirklich nicht. Enttäuschend war vor allem die Einstellung der gesamten Mannschaft über fünf Spiele.

In Spiel sechs und sieben hat man ja gesehen, wozu Jamal Crawford, Al Horford und Co. fähig sind. Da hatte der Gegner nicht den Hauch einer Chance. Und das, obwohl Starspieler Joe Johnson über die Serie hinweg eigentlich ein Totalausfall war. Der Shooting Guard ist in diesem Sommer Fee Agent und hofft auf einen großen Zahltag. Aber irgendwer sollte ihm vielleicht mal sagen, dass man sich sein Geld auch mit guten Leistungen verdienen muss.

Während Johnson also neben sich steht, findet man die Orlando Magic am anderen Ende des Spektrums. Die Männer aus Florida waren das erste Team, das sich für die zweite Runde qualifizierte, auf dem Weg dahin wurden die Charlotte Bobcats ordentlich rund gespielt.

Nicht wenige, darunter auch die SPOX-Redaktion, hatten den Bobcats zugetraut, sich mit Orlando einen echten Fight zu liefern. Aber der große Favorit ließ den Underdog nie zur Entfaltung kommen. Besonders Jameer Nelson hinterließ einen ganz vortrefflichen Eindruck.

Schlüsselduell: Josh Smith vs. Rashard Lewis. Die Serie bietet einen ganzen Haufen an interessanten Matchups: Dwight Howard gegen Horford, Vince Carter gegen Johnson, Mickael Pietrus gegen Crawford. Nelson gegen Mike Bibby ist eine klare Sache, aber sogar Matt Barnes gegen Marvin Williams ist spannend. Entscheidend aber wird das Power-Froward-Duell sein. Weil beide komplett verschiedene Spielertapen sind.

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Lewis ist der filigrane Typ. Der Distanzschütze, der zwar ordentlich reboundet, aber nur das abgreift, was Howard liegen lässt. Smith dagegen ist ein Fighter. Einer der besten Athleten der Liga, einer der besten Help-Verteidiger und derjenige, der mit seinen Aktionen die heimischen Fans anpeitscht. Im Angriff wird er im Lowpost gute Karten gegen Lewis haben. Vor allem, wenn gleichzeitig Horford Howard beschäftigt. Aber in der Defensive wird er viel an der Dreierlinie rumhängen müssen und könnte so in der Zone fehlen. Das Matchup auf der Vier ist - vor allem für Atlanta - das Schlüsselduell.

Prognose: Selbst wenn man annimmt, dass Smith Lewis beherrscht und Crawford und Johnson ordentlich scoren: Orlando ist der denkbar schlechteste Gegner für Atlanta. Die Hawks sind verdammt unkonstant, und wenn in eine Schwächphase hinein die Magic plötzlich ein paar Dreier treffen, wird aus einem engen Duell schnell ein Blowout. Sie können größenmäßig nicht mit Howard mithalten, Bibby nicht mit Nelsons Tempo - und auswärtsschwach sind sie auch noch. Eigentlich gibt es nur zwei Hoffnungsschimmer: Dank ihrer Heimstärke werden sie wohl nicht völlig untergehen, und mit etwas Glück wirkt sich die lange Pause, die Orlando inzwischen hatte, negativ auf den Rhythmus der Magic aus. Trotzdem: Magic in 5.

Cleveland Cavaliers (1) vs. Boston Celtics (4)

Saisonbilanz: 2-2 (89:95, 108:88, 104:93, 113:117)

Ausgangslage: Die Cavaliers lieferten sich mit Chicago einige enge Spiele, aber dass sie ausscheiden könnten, stand eigentlich nie zur Diskussion. Es sah vielmehr so aus, als würden sich die Bulls wie im Vorjahr richtig reinhängen, alles aus sich herausholen, nur um dann zu merken, dass der Gegner jederzeit noch eine Schippe drauflegen kann. Das war gegen Cleveland noch deutlicher als 2009 gegen die Celtics.

Man hat gesehen, wie wertvoll der Antawn-Jamison-Trade für die Cavs war, dass Shaquille O'Neal immer noch lichte Momente hat - und dass Mo Williams eben doch ein Playoff-Spieler ist. Positiv sind vor allem auch Delonte West und mit Abstrichen Jamario Moon aufgefallen, von Anderson Varejao ganz abgesehen. Das einzige Sorgenkind ist ausgerechnet der wichtigste Spieler: LeBron James' Ellenbogenverletzung hat sich als Bänderdehnung und Knochenstauchung entpuppt, die in dieser Saison wohl nicht mehr komplett ausheilen werden. James sagte bereits, dass er deshalb keine Spiele verpassen will, aber Fakt ist, der King ist gehandicapt - und die Celtics wissen das.

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Jeder, der schon mal - natürlich nur rein zufällig - in eine Wrestling-Übertragung reingezappt hat, weiß, dass dort der eine Wrestler eiskalt auf die Schwachstellen des Gegners einschlägt. Sei es ein kaputtes Knie, eine verletzte Schulter oder Gott weiß was. Und wenn genau das hier auch passiert, wäre es weder schmutzig noch unfair, sondern einfach nur abgezockt und logisch. Denn wer sich trotz Verletzung einer Playoff-Schlacht aussetzt, nimmt Körperkontakt nunmal in Kauf. Bostons Veteranen wissen, dass sie den King hart rannehmen müssen, und haben nach einer schwachen Saison pünktlich ihre böse Seite wieder entdeckt.

Der Dank dafür geht zu einem Großteil an Miamis Quentin Richardson, der die Celtics und explizit Kevin Garnett als "dreckig" bezeichnet und zugegeben hat, dass er den Rekordmeister aus tiefstem Herzen verabscheut. Die Quittung bekam das Team um Dwyane Wade postwendend: Miami wurde im Erstrundenduell komplett deklassiert. Paul Pierce und Kevin Garnett sind fit, Ray Allen schießt wieder die Lampen aus und Kendrick Perkins und Rajon Rondo sind ohnehin defensiv zur Creme de la Creme der Liga zu zählen.

Die Rotation ist zwar ziemlich klein, weil Rasheed Wallace und Nate Robinson keinen Pfifferling wert sind. Eddie House hätte gerade gegen Cleveland ein wichtiger Faktor werden können. Aber egal, die Celtics gehen trotzdem mit der Einstellung in jedes Playoff-Spiel, dass die Lakers den Titel nur vorübergehend geborgt haben. Nur so hat man eine Chance.

Schlüsselduell: LeBron James vs. Paul Pierce. Es ist das Duell des besten Spielers auf dem Planeten gegen einer der besten Clutch-Performer der letzten zehn Jahre. Erinnern wir uns an 2008, als die Cavs und Celtics im siebten Spiel den Eastern-Conference-Finalisten ausspielten.

Boston gewann daheim 97:92, die beiden Stars schenkten sich gegenseitig 45 (James) und 42 Punkte (Pierce) ein. Eines der legendärsten Privatduelle der jüngeren Vergangenheit. Wer schon mal für diese Serie in Stimmung kommen will, sollte sich eine Aufzeichnung der Partie besorgen.

Prognose: Boston wollte gegen Miami den Eindruck erwecken, als könnte es pünktlich zu den Playoffs den Schalter einfach umlegen, aber ehrlich gesagt: Miami war einfach zu schlecht. Noch ist dem Braten nicht zu trauen. Der Autor lässt sich gerne eines Besseren belehren, aber für den Moment scheinen die Cavs stärker zu sein. Weil James trotz Verletzung stark sein wird, und weil Cleveland tiefer besetzt ist. Das waren übrigens auch die Lehren, die man aus dem ersten Duell am Smstag ziehen musste. Cavaliers in 6.

Cavs vs. Celtics in der mySPOX-Analyse

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