NBA-Playoff-Schlaglichter

"Keine Ahnung, was gerade passiert ist"

Von SPOX
Mittwoch, 05.05.2010 | 08:54 Uhr
In allen Belangen überlegen: Josh Smith und die Hawks fanden kein Mittel gegen Dwight Howard
© Getty
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Während die Lakers auch im zweiten Spiel einen Sieg gegen den Utah Jazz einfahren, baten die Orlando Magic die Atlanta Hawks zu Spiel eins. Und die Serie scheint schon entschieden.

Orlando Magic (2) - Atlanta Hawks (3) 114:71

Autsch! Peinlich! Erbärmlich! Dass Atlanta in Orlando verlieren würde, durfte man erwarten. Zu schlecht sind die Hawks auswärts, zu wenig hatten sie der Nummer zwei im Osten schon in der regulären Saison entgegen zu setzen.

Aber diese Demontage ist eine einzige Schande. "Sie haben uns bloß gestellt", jammerte Mike Bibby nach Spielende. Im Halfcourt zerstörte Orlando seinen Gegner gnadenlos mit seinem Inside-Out-Spiel, im Fastbreak kamen die Hawks viel zu langsam zurück.

Immerhin: Atlanta hielt ein Viertel lang ordentlich mit (25:23) und kam selbst auf 16 Punkte nach Schnellangriffen. Aber diese Zahl zeigt schon, wie stark  der Gast ansonsten war: Denn zieht man zudem noch die 13 verwandelten Freiwürfe ab, ergibt das nach Adam Riese 42 Punkte, die in der Set Offense erzielt wurden - jämmerlich. Da lohnt es sich kaum zu erwähnen, dass Jamal Crawford sagenhafte 1-von-11 aus dem Feld schoss, oder dass Joe Johnson mit zehn Zählern drittbester Scorer nach Josh Smith (14) und Zaza Pachulia (12) war.

"Unsere größte Aufgabe wird es jetzt sein, dass wir uns auf das Ergebnis nicht zu viel einbilden", sagte Orlandos Coach Stan van Gundy fast schon ein wenig arrogant. Aber wer will es ihm verübeln? Obwohl beide Teams in der Abschlusstabelle nah beieinander lagen, muss man festhalten, dass der Gastgeber an diesem Abend mindestens eine Klasse besser war.

Und wie sich die Verhältnisse bis zum zweiten Spiel verschieben sollen, wusste spontan auch Hawks-Coach Mike Woodson nicht zu beantworten: "Was für ein hässliches Spiel. Ich wünschte ich wüsste, was hier gerade passiert ist. Für Orlando punkteten Dwight Howard (21), Vince Carter (20) und Jameer Nelson (19) übrigens am besten.

L.A. Lakers (1) - Utah Jazz (5) 111:103

Es läuft alles nach Plan für die Lakers: Zwei Heimspiele, zwei Siege. Und wenn auf Andrew Bynum neben Pau Gasol (22 Punkte, 15 Rebounds) und Kobe Bryant (30 Punkte, 5 Rebounds, 8 Assists) jetzt dauerhaft Verlass ist, dann ist der Titelverteidiger auch in diesem Jahr das Team, das es zu schlagen gilt. Der Center, der in diesen Playoffs trotz einer Meniskusverletzung spielt, kam auf 17 Zähler und 14 Rebounds, der bislang offensiv enttäuschende Ron Artest steuerte weitere 16  Punkte bei. Von der Bank kam außerdem Lamar Odom und sammelte auch noch 11 Punkte und 15 Rebounds.

Macht insgesamt 44 Rebounds für Bynum, Gasol und Odom. Utah hatte als Team nur 40. Hinzu kamen 13 Blocks, 27 verwandelte Freiwürfe, über 50 Prozent aus dem Feld - eigentlich war der Gastgeber dem Jazz haushoch überlegen. Dass das Ergebnis dennoch vergleichsweise moderat ausfiel, lag an den 20 Turnovers, die die Lakers verursachten. Und an Paul Millsap (26 und 11), der ein starkes Spiel machte. Deron Williams (15 Punkte, 9 Assists) dagegen fand seinen Rhythmus nicht und traf nur 4 seiner 16 Würfe.

"Unsere Big Guys haben heute alle ziemlich gut gespielt", sagte Coach Phil Jackson in seiner gewohnt souveränen Art. Gegenüber Jerry Sloan dagegen zeigte sich schockiert: "Ich möchte das Wort eigentlich gar nicht benutzen, aber ihre Dominanz an den Brettern war in der Tat entmutigend."

Die einzigen Hoffnungsschimmer für Utah sind wohl die Tatsache, dass der Jazz jetzt zwei Heimspiele hat, wo man sicher eine Schippe drauflegen wird, und dass Andrei Kirilenko so gut wie sicher in Spiel drei auflaufen kann. Eine Wadenverletzung hatte den Alleskönner bislang außer Gefecht gesetzt.

NBA: Ergebnisse der Playoffs im Überblick

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