Montag, 17.05.2010

Orlando Magic - Boston Celtics 88:92

Boston fügt Orlando erste Playoff-Pleite zu

Gleich im ersten Spiel der Ost-Finals setzt der Rekordchampion eine Duftmarke. Boston beherrscht den Gastgeber über weite Strecken, Dwight Howard findet keine Antwort.

Kendrick Perkins stellte Orlandos Superman Dwight Howard mit knallharter Defense völlig kalt
© Getty
Kendrick Perkins stellte Orlandos Superman Dwight Howard mit knallharter Defense völlig kalt

Das 88:92 beschönigt sogar noch die Leistung der Gastgeber. Über weite Strecken fanden sie offensiv überhaupt kein Mittel gegen die harte Defense der Celtics.

Insbesondere Dwight Howard (13 Punkte, 12 Rebounds, 5 Blocks, 7 Turnovers) war bei Kendrick Perkins nahezu völlig abgemeldet. Zwar stemmten sich Vince Carter (23), Jameer Nelson (20) und Reservist J.J. Redick (9) im letzten Viertel gegen die Pleite, aber mit starken Nerven fuhren die Routiniers aus Boston das Spiel nach Hause.

Ray Allen (25) und Paul Pierce (22 Punkte, 9 Rebounds, 5 Assists) waren die besten Akteure der Gäste, aber auch Kevin Garnett (8 Punkte, 11 Rebounds, 5 Assists) sowie die Ersatzspieler Rasheed Wallace (13) und Tony Allen (6) enttäuschten keineswegs. Einzig Rajon Rondo (8 Punkte, 8 Assists) kam nicht recht zum Zug.

 

Amway Arena, Orlando1. Viertel2. Viertel3. Viertel4. ViertelErgebnis
Orlando Magic1418263088
Boston Celtics2219331892

 

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Spiel: Beide Teams sind topfit und treten in Bestbesetzung an. Boston vertraut auf die gewohnte Starting Five aus Rajon Rondo, Ray Allen, Paul Pierce, Kevin Garnett und Kendrick Perkins, Orlando setzt wie immer auf Jameer Nelson, Vince Carter, Matt Barnes, Rashard Lewis und Dwight Howard.

6.: Bei den Magic geht noch nichts zusammen: 3 von 12 aus dem Feld. Perkins macht Howard richtig Probleme.

13.: Herrlicher Alley-Oop-Dunk von Tony Allen nach Anspiel von Rondo! Gleich im Anschluss ein Offensivfoul von Howard, Rasheed Wallace netzt ein. Schlechter Start ins zweite Viertel von Orlando.

21.: Der Rückstand ist wieder unter zehn Punkten dank Gortat, der alle drei Versuche aus dem Feld verwandelt hat. Die Magic haben ihre Quote auf astronomische 33 Prozent katapultiert, Boston liegt bei 40 Prozent.

Halbzeit-Fazit: Die Celtics kamen mit viel mehr Energie in die Partie und waren von Beginn an hellwach. Wie befürchtet schien Orlando nach zwei leichten Serien gegen Charlotte und Atlanta den Schalter nicht umlegen zu können. Außer Carter und Gortat waren alle Magic-Spieler enttäuschend.

27.: Nelson wacht auf: Dreier, Zweier, Dreier, Orlando ist wieder da! 40:43, noch drei Punkte.

30.: Grandios, wie die Celtics den Run der Magic gekontert haben. Pierce, Garnett, Perkins, Rondo und Allen: Alle Starter tragen zum Lauf der Gäste bei, der Vorsprung ist plötzlich größer als je zuvor. 44:60.

35.: Respekt vor Carter: Vinsanity ist der einzige, von dem man den Eindruck hat, dass er alles gibt. Zwei Offensivrebounds bringen ihn in eine gute Position, gegen zwei Big Men versenkt er den Putback.

38.: Wallace und Howard geben es sich richtig. Nach zwei harten Fouls des Celtic-Reservisten steht Superman mal wieder an der Freiwurflinie, wo er jetzt 7 von 12 Würfen getroffen hat. Aber mit einem Offensivfoul im nächsten Angriff macht er sich alles wieder zunichte.

43.: Es bleibt dabei: Boston kontert jeden Lauf Orlandos mit einem Backbreaker. Allens Dreier dürfte den Deckel drauf gemacht haben. Erfahrung ist in den Playoffs nicht zu ersetzen. 75:88.

48.: Sechs Sekunden vor Schluss macht Allen aber nun endgültig alles klar. Mit zwei Clutch-Freiwürfen bringt er sein Team wieder vier Zähler in Front. 88:92.

Fazit: Das Ergebnis drückt die Überlegenheit der Celtics nur unzureichend aus. Boston hat hier jederzeit alles im Griff. Nur scheinbar spielte Orlando noch um den Sieg mit.

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Der Star des Spiels: Ray Allen. Wenn der Sharpshooter spielt wie in Spiel eins, ist Boston nur ganz schwer zu schlagen. Denn trifft er von außen, zwingt er die gesamte Defense, sich ein Stück weit zu öffnen. So werden Räume für Pierce im Eins-gegen-Eins oder für Rondo mit seinem Zug zum Korb frei.

Viele seiner 23 Zähler erzielte Allen unter schwierigen Bedingungen, über seine Fähigkeiten als Cooler muss man ohenhin nicht viele Worte verlieren. Wie er sechs Sekunden vor dem Ende mit zwei Freiwürfen den Sack zumacht, ist eiskalt und schlicht weltklasse.

Die Gurke des Spiels: Rashard Lewis. Was war vor der Serie nicht darüber geredet worden, wie sehr Lewis das Matchup mit Garnett schmecken könnte. Viele Experten waren davon ausgegangen, dass Lewis Distanzwurf ein Trumpf der Magic werden könnte, weil Garnett im Platz lassen müsse, um nicht per Dribbling geschlagen zu werden.

Nichts da, der Defensivanker der Celtics hatte seinen Gegner perfekt im Griff und verteidigte jeden Wurf, als wäre es der wichtigste der Serie. Völlig ohne Rhythmus versemmelte Lewis später auch offene Jumper. 2 Treffer bei 10 Würfen kann sich Orlando von einem der zentralen Scorer einfach nicht leisten.

Die Lehren des Spiels: Es ist sicher noch zu früh zu beurteilen, ob Orlandos bisherige Gegner einfach zu schwach waren und die Magic deshalb so locker in die Conference Finals spaziert sind. Aber Fakt ist: Boston wird dem vermeintlich besten Team der Liga auch in den kommenden Spielen alles abverlangen.

Die Celtics haben gezeigt, dass ihr souveräner Auftritt gegen LeBron James und die Cleveland Cavaliers keine Eintagsfliege war. Die routinierte Truppe ist wieder hungrig auf den Erfolg, die starke Defense ist wieder da, und jeder weiß: Gegen Erfahrung gepaart mit harter Verteidigung ist nur selten ein Kraut gewachsen.

Orlando muss sich warm anziehen und vor allem ein Mittel finden, Howard besser in Szene zu setzen. Der Center war völlig entnervt und offenbar kurz davor, sich zu einer handfesten Auseinandersetzung mit Rasheed Wallace hinreißen zu lassen.

Defensiv machte Howard seine Sache gewohnt gut, aber ist die Nummer 12 offensiv auch in den kommenden Partien kein Faktor, dann stehen Bostons Chancen auf die zweite Finals-Teilnahme in drei Jahren gut.

Der Spielverlauf zum Nachlesen im Re-Live

Tickerer: Philipp Dornhegge

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