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Playoff-Check: Western Conference

Die Reifeprüfung des Greenhorns

Von Philipp Dornhegge
Samstag, 17.04.2010 | 12:00 Uhr
Jazz-Point-Guard Deron Williams ist derzeit wahrscheinlich der beste Spielmacher der NBA
© Getty
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Nach der Eastern Conference analysiert SPOX im zweiten Teil der Playoff-Vorschau die Duelle im Westen. Nachdem alle acht Teams in der regulären Saison mindestens 50 Siege verbuchten, darf man sich auf hochklassige Duelle freuen.

L.A. Lakers (1) vs. Oklahoma City Thunder (8)

Saisonbilanz: 3-1 (101:98, 101:85, 111:108, 78:91)

Ausgangslage: Die Messer sind gewetzt, bei diesem Matchup werden die Fetzen fliegen! Zumindest, wenn die Spiele halten, was das Vorspiel in den Medien verspricht. Nachdem Kevin Garnett vor kurzem beklagt hatte, dass Thunder-Superstar Kevin Durant von den Schiedsrichtern verhätschelt würde, sprang jetzt Lakers-Coach Phil Jackson auf den Zug auf: "Tja, wenn man solche Pfiffe bekommt wie er, dann steht man eben viel an der Freiwurflinie."

Der frischgebackene Topscorer der Liga findet das überhaupt nicht witzig: "Das ist respektlos. Wo kämen wir denn hin, wenn jeder Coach versuchen würde, mit solchen Sprüchen die Refs zu beeinflussen? Aber ich bin sicher, dass die zu schlau dafür sind und merken, was für ein Spiel Jackson da treibt." Jackson wurde für seine Aussagen von der Liga prompt zu einer 35.000-Dollar-Strafe verdonnert.

Aus zwei Gründen sind die Beschwerden natürlich völliger Quatsch: Zum einen ist L.A.s Go-to-Guy ein gewisser Kobe Bryant, der selbst mehr als einmal in seiner Karriere von seinem Superstar-Status profitiert hat. Zum anderen ist doch allen noch Oklahoma Citys Spiel gegen Utah frisch im Gedächtnis, als die Thunder eben ein nicht gegebenes Foul den Sieg kostete.

ESPN-Experte J.A. Adande glaubt sogar, dass die junge Truppe von Coach Scott Brooks in den Playoffs keine Chance hat, weil sie bei den Schiris kein Ansehen genießt. Das ist natürlich auch Unsinn. Denn die Lakers haben reichlich Waffen, um die Playoff-Neulinge auch auf konventionelle Art aus dem Weg zu räumen.

Schlüsselduell: Kobe Bryant vs. Thabo Sefolosha. Wer nicht glaubt, dass Defense schön anzuschauen ist, der sollte sich mal Oklahomas Schweizer ansehen. Sefoloshas Körper ist wie dafür gemacht, die Black Mamba zu nerven: Er ist groß, hat schnelle Füße und extrem lange Arme.

Dazu den IQ und den Ehrgeiz, per Videoanalyse alles über Kobes Spiel zu lernen. Offensiv sollte man von dem Swingman nicht allzu viel erwarten, dafür sind Durant, Russell Westbrook und Jeff Green zuständig. Aber die Thunder-Defense fängt bei Sefolosha an.

Prognose: Die Thunder werden sich nicht kampflos geschlagen geben und verfügen über eine famose Verteidigung. Aber selbst wenn Bryant nicht alles trifft, sind da immer noch Pau Gasol, Andrew Bynum und Co. Und: Oklahoma City gibt viele Offensivrebounds ab. Zu viele. Lakers in 6.

Lakers vs. Thunder in der ausführlichen mySPOX-Analyse

Dallas Mavericks (2) vs. San Antonio Spurs (7)

Saisonbilanz: 3-1 (83:92, 99:94, 112:103, 96:89)

Ausgangslage: Viele Experten glauben ja, dass in der zweiten Hälfte der Setzliste San Antonio der unangenehmste Gegner in Runde eins sein wird: Die Spurs haben einfach Erfahrung im Überfluss und mit Tim Duncan, Tony Parker, Richard Jefferson und einem Manu Ginobili in Galaform enorme individuelle Klasse.

Aber: Es ist umgekehrt auch nur schwer vorstellbar, dass sich der viermalige Champion über die Mavs als Gegner freut. Jedes andere Team - darunter auch die Lakers - hätte den Spurs lieber sein müssen. Da wäre zum einen die Saisonbilanz, die zeigt, dass Dallas bereit ist für den Erzrivalen.

Zudem hat das Team von Superstar Dirk Nowitzki im vergangenen Jahr Hackfleisch aus San Antonio gemacht und damit den Beweis angetreten, dass es auch in der Postseason den Schlüssel gefunden hat. Allerdings haben die Spurs das letzte Saisonspiel gegen Dallas quasi hergeschenkt und sich dieses Matchup selbst auferlegt. Warum? Geht's um Revanche?

Dirk Nowitzki im SPOX-Interview: "Das wird eine Schlacht!"

Schlüsselduell: Manu Ginobili vs. Caron Butler/Shawn Marion. Nowitzki und Duncan sind die zentralen Figuren beider Teams, keine Frage. Aber was Ginobili in den letzten Wochen auf das Parkett gezaubert hat, war schlicht und ergreifend überragend. Auf Dallas kommt eine Menge zu.

Butler und Marion werden sich wohl abwechselnd am Argentinier versuchen, aber ihn in der Offensive ausschalten? Das dürfte unmöglich sein. Dafür sollten sie ihn defensiv beschäftigen. Beide sind größer und kräftiger und fühlen sich im Low-Post wohl. Das könnte den Mavs gute Chancen eröffnen, um offene Dreier für Jason Kidd und Co. oder Jumper für Nowitzki zu kreieren.

X-Faktor George Hill: San Antonio bangt um den neuen Joe Dumars

Prognose: Es sah so aus, als wäre San Antonio einverstanden, in Runde eins auf den Erzrivalen zu treffen. Einen Gefallen haben sie sich damit nicht getan. Dallas ist tiefer und dank Butler, Brendan Haywood und DeShawn Stevenson böser als je zuvor. Erfahrung ist ihr Trumpf, aber auf Dauer können die Spurs da nicht mithalten. Mavericks in 6.

Mavs vs. Spurs in der ausführlichen mySPOX-Analyse

Phoenix Suns (3) vs. Portland Trail Blazers (6)

Saisonbilanz: 1-2 (102:105, 101:108, 93:87)

Ausgangslage: Brandon Roy fällt mit einem Meniskusriss mindestens für diese Serie aus, das war DIE Hiobsbotschaft für Portland der letzten Tage. Aber ist das wirklich so schlimm? Um ohne den Go-to-Guy überleben zu können, gibt es wirklich keinen besseren Gegner als Phoenix.

Denn die Defense der Suns ist längst nicht so bissig, als dass der Gegner es schwer hätte, sich gute Würfe zu erspielen. Man muss sie dann nur verwandeln. Mit Andre Miller als Spielmacher und Martell Webster oder Rudy Fernandez als Shooter werden die Blazers schon zu Punkten kommen.

Aufgrund ihrer disziplinierten und langsamen Spielweise verursachen sie zudem praktisch keine Turnover und verhindern so schon mal viele leichte Punkte der Suns. Die werden sich wie immer auf Amare Stoudemire, ihre Armada an Dreierschützen und eine ordentliche Dosis Run-and-Gun-Basketball verlassen.

Schlüsselduell: Amare Stoudemire vs. Marcus Camby/LaMarcus Aldridge. Camby macht's möglich: Trotz der Verletzungen von Greg Oden und Joel Przybilla ist Portland an den Brettern eine Macht, holt bergeweise Offensivrebounds (Platz 6 aller Playoffteams), lässt umgekehrt aber kaum welche zu (Platz 3).

Stoudemire, dem oft eine schlechte Einstellung zu seinen Defensivaufgaben nachgesagt wird, ist hier besonders gefordert. Bekommt Phoenix immer nur einen Wurf pro Angriff, Portland dafür regelmäßig zwei oder drei, wird's verdammt schwer.

Prognose: Schön und gut, dass die Suns zuletzt einen tollen Lauf hatten und die Nummer drei im Westen sind. Aber ihre Spielweise ist einfach nicht playofftauglich. Ganz im Gegensatz zu Portlands. Blazers in 6.

Suns vs. Blazers in der ausführlichen mySPOX-Analyse

Denver Nuggets (4) vs. Utah Jazz (5)

Saisonbilanz: 3-1 (114:105, 105:95, 119:112, 106:116)

Ausgangslage: Wow, was für ein Matchup in Runde eins! Denver gegen Utah hätte genauso gut das Conference-Finale sein können, stattdessen endet für ein Team die Saison schon nach spätestens sieben Spielen. Es ist ein Jammer, beide sind dafür eigentlich zu gut. Denvers fiese Jungs sind wie gemacht für harte Playoff-Fights, Utahs Spielweise und bissige Defense nicht weniger.

Denver hat sich dank Utahs Niederlage gegen die Suns im letzten Spiel noch den Heimvorteil geschnappt - ein riesiger Vorteil, wenn man bedenkt, dass sich beide in ihrer eigenen Arena wesentlich wohler fühlen als auf des Gegners Platz. Dafür haben die Nuggets einige Baustellen: Keiner weiß, wie fit Kenyon Martin, der defensive Schlüsselspieler, ist.

Zudem kommen für den an Krebs erkrankten Coach George Karl die Anstrengungen einer Playoffserie wohl noch zu früh, nachdem er sich gerade einer strapaziösen Chemotherapie unterzogen hat. Bei den Jazz wiederum fällt Allrounder Andrei Kirilenko vorerst aus, Carlos Boozer steht für Spiel eins auf der Kippe.

Schlüsselduell: Adrian Dantley vs. Jerry Sloan. Logisch, das Point-Guard-Duell zwischen Chauncey Billups und Deron Williams wird der absolute Hammer. Einer der smartesten Spielmacher der letzten Jahre gegen den aktuell besten und vielseitigsten der Liga, das hat was. Aber entscheiden wird es die Serie wohl nicht. Auf der Bank könnte der Hammer fallen. Die Jazz haben da mit Sloan einen Fuchs, dem niemand etwas vormacht. Er kennt alle Tricks und weiß, wie man ein Team in die Finals coacht (1997,1998).

Assistant Coach Dantley auf der anderen Seite hat jetzt die Chance zu zeigen, dass auch er eine Menge draufhat. Klar wird er sich zwischen den Spielen mit Karl beraten, aber im Spiel ist er auf sich gestellt. Die Vergabe der Spielanteile, die Spielzugansage in der Crunchtime und das Timeout-Management: Alles Kleinigkeiten, mit denen man Spiele gewinnen oder verlieren kann.

Prognose: Stellen wir uns am besten auf sieben Spiele ein. Beide Teams sind einfach zu gut, als dass ein frühes Aus als wahrscheinlich erscheint. Am Ende könnte der Heimvorteil entscheiden. Nuggets in 7.

Nuggets vs. Jazz in der ausführlichen mySPOX-Analyse

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