Montag, 12.04.2010

NBA-Schlaglichter

Die Lakers schwächeln

Bei den Top-Teams ist die Luft schon raus, bei den Bulls reicht ein Zettel, um sie zu Höchstleistungen anzuspornen und die Suns hätten sich beinahe verkalkuliert. Bei den Magic hingen vor dem Spiel die Mundwinkel bis zum Boden.

Die L.A. Lakers gewannen im vergangenen Jahr die Meisterschaft
© Getty
Die L.A. Lakers gewannen im vergangenen Jahr die Meisterschaft

L.A. Lakers (56-24) - Portland Trail Blazers (49-31) 88:91

Die Fans im Staples Center bekamen ein Ende serviert, das verrückter nicht hätte sein können: Fouls und Freiwürfe en masse! Martell Webster versenkte zwar 3,1 Sekunden vor der Schlusssirene die spielentscheidenden Freiwürfe, doch verdankte Portland den Sieg eigentlich den Nerven der Lakers.

Denn die hatten den Sieg vor der Nase, aber patzten, was das Zeug hielt: 6,9 Sekunden vor Schluss setzten Kobe Bryant und Derek Fisher insgesamt drei Freiwürfe in den Sand und Pau Gasol warf mit der Schlusssirene auch noch einen Dreier daneben.

"Das war völlig verrückt. Die Lakers sind gut, und egal, wem wir in den Playoffs gegenüberstehen - es wird eine Herausforderung werden", sagte Blazers-Coach Nate McMillan.

Zwar hatte Portland gegen die Lakers nicht den besten aller Auftritte, doch für einige Teams in den Playoffs werden sie ein harter Brocken sein.

Mit dem Sieg schiebt sich Portland in der Western Conference auf einen geteilten sechsten Platz mit San Antonio und Oklahoma City. Topscorer der Trail Blazers war LaMarcus Aldridge (24), auf Seiten der Lakers erzielte Pau Gasol (23) die meisten Punkte.

Cleveland Cavaliers (61-20) - Orlando Magic (57-23) 92:98

Es scheint, als wäre so kurz vor den Playoffs die Luft raus bei den Cavaliers. Zum dritten Mal in Folge mussten sie sich geschlagen geben, diesmal gegen die Orlando Magic. Superstar LeBron James schonte sich auf der Bank und auch Shaquille O'Neal bekam nach seiner Verletzung noch kein grünes Licht vom Ärzteteam der Cavs.

Andere Teams sind froh, wenn James aussetzt, nicht so Orlando - im Gegenteil: Der abgehalfterte Kader sorgte bei den Magic für Unmut.

"Die Luft wich aus unserer Umkleide, als sie herausfanden, dass James nicht spielt. Wenn er und O'Neal nicht auf dem Feld stehen, wollen einige unserer Jungs auch nicht spielen. Wir wollten es mit dem gesamten Team aufnehmen und waren wirklich nicht daran interessiert, gegen die anderen Jungs zu spielen", sagt Magic-Coach Stan Van Gundy.

Cleveland's Mo Williams rechtfertigte sich: "Wir versuchen nur, unverletzt und so fit wie möglich in die Playoffs zu gehen." Schön für die Teams, schlecht für die Fans. Die langweilten sich auf der Tribüne zu Tode. Daran konnten auch die Topscorer beider Teams, Dwight Howard (22) und Delonte West (21), nichts ändern.

Und selbst Van Gundy gab anschließend zu: "Es war ein schlechtes Basketballspiel, aber wir haben gewonnen. Ich werde mich nicht beschweren. Was ich sonst mitnehme? Nichts." Die Fans sicherlich auch nicht.

Toronto Raptors (38-42) - Chicago Bulls (39-41) 88:104

Bei den Bulls wird mit allen Mitteln um einen Playoff-Platz gekämpft, gerne auch einmal mit einem Zettel im Umkleideraum. Darauf stand: "Wie sehr wollen wir es?"

Wer Joakim Noah spielen sah, dem war klar: sehr. "Ich wusste, dass es ein sehr wichtiges Spiel ist, deshalb war ich extrem konzentriert. Ich wollte auf das Feld gehen und meinen Willen zeigen, um offensiv und defensiv so aggressiv wie möglich zu sein. Es war ein großer Sieg und ich wollte sichergehen, dass wir uns mehr reinhängen als die anderen", sagte Noah, der die Bulls immer wieder zu Höchstleistungen anspornte.

Als er aufgrund einer Fußverletzung zehn Spiele aussetzte, gewannen die Bulls kein einziges. Kaum war er dabei, lief es wieder rund: In acht von zwölf Partien gingen die Bulls als Sieger vom Feld. "Er ist voller Energie, schreit und redet ständig. Wenn man ihn auf dem Feld sieht, willst du genauso sein", gab Derrick Rose zu, der mit 26 Punkten der Topscorer der Bulls war.

Noah steuerte nicht nur eisernen Willen bei, sondern auch 18 Punkte und 19 Rebounds - damit verfehlte er knapp seine persönliche Bestleistung von 21 Rebounds. Auf Seiten der Raptors scorten vor allem Sonny Weems und Andrea Bargnani (beide 18 Punkte). Mit dem Sieg über den direkten Konkurrenten haben die Bulls im Kampf um den Playoff-Platz nun die Nase vorn.

Ohne ihren verletzten Superstar Chris Bosh hatten die Raptors Chicago nicht viel entgegenzusetzen. Beide Teams haben bis zu den möglichen Playoffs noch zwei Spiele vor sich.

Phoenix Suns (52-28) - Houston Rockets (41-39) 116:106

Dreieinhalb Minuten vor Ende drohte den Suns eine bittere Pleite, doch dann drehte Amare Stoudemire (35 Punkte, 13 Rebounds) groß auf und die Suns liefen zudem von der Dreierlinie heiß. Mit dem Sieg schob sich Phoenix in der Western Conference auf einen geteilten dritten Platz mit Utah und Denver.

Neben Stoudemire spielte auch Steve Nash (23 Punkte, 11 Assists) ganz stark. Rockets-Forward Trevor Ariza zog den Hut vor der Leistung der Suns: "Sie sind ein cleveres Team. Sie wissen, was sie zu tun haben und vor allem wann sie es tun müssen." Auch ein starker Luis Scola (30) konnte Houstons Pleite nicht verhindern.

Golden State Warriors (25-55) - Oklahoma City Thunder (49-31) 120:117

Die Oklahoma City Thunder laufen nach der Niederlage gegen die Warriors weiterhin Gefahr, in der ersten Runde bereits auf die Lakers zu treffen.

Zwei Spiele vor Ende der regulären Saison liegen die Thunder auf dem achten Platz in der Western Conference. Die Mavs könnten also zunächst vor ihnen verschont bleiben.

"Wenn es um die Playoff-Plätze geht, hoffe ich, dass wir nicht auf dieses Spiel als das entscheidende zurückblicken. Wir alle wissen, dass die Western Conference hart ist, und eigentlich dürften wir solche Spiele nicht verlieren. Das ist eine schwere Niederlage für uns", sagt Kevin Durant (40 Punkte), der ausgerechnet den letzten Dreier-Versuch knapp vor der Schlusssirene verwarf.

Oklahoma wähnte sich bereits als Sieger der Partie, als Monta Ellis (27) in seinem ersten Spiel nach zweiwöchiger Pause erst so richtig aufdrehte und sich zum Punktesammler der Warriors aufschwang - dicht gefolgt von Stephen Curry (25 ).

Die weiteren Spiele der Nacht:

New York Knicks (28-52) - Miami Heat (45-35) 98:111

Topscorer: David Lee (26), Danilo Gallinari (19) - Dwyane Wade (32), Michael Beasley (16)

Toprebounder: Earl Barron (12), Danilo Gallinari (7) - Udonis Haslem (10), Michael Beasley (7)

New Orleans Hornets (36-45) - Minnesota Timberwolves (15-65) 114:86

Topscorer: Emeka Okafor (23), Marcus Thornton (22) - Ryan Gomes (18), Ramon Sessions (17)

Toprebounder: David West (12), Morris Peterson (7) - Kevin Love (6), Darko Milicic (5)

Alle Ergebnisse im Überblick

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