Sonntag, 11.04.2010

NBA-Schlaglichter

Die Nerven liegen blank

Kurz vor Playoff-Start werden die Spiele immer hitziger. Die Nuggets und Bucks lassen ihren Frust an den bösen Referees aus - das Team der Stunde kommt derweil aus Indiana.

Zwei Star-Point-Guards im Duell: Chauncey Billups (Denver) vs. Tony Parker (San Antonio)
© Getty
Zwei Star-Point-Guards im Duell: Chauncey Billups (Denver) vs. Tony Parker (San Antonio)

Milwaukee Bucks (45-35) - Boston Celtics (50-30) 90:105

Einen Tag nach ihrer peinlichen Heim-Pleite gegen Washington haben die Celtics gezeigt, dass sie es auch viel besser können. In Milwaukee erwischte Boston zwar auch keinen besonders berauschenden Start (15:18 nach dem 1. Viertel), aber mit der Zeit berappelte sich das Team von Headcoach Doc Rivers und behielt in einem hitzigen Spiel die Oberhand.

In Abwesenheit des geschonten Kevin Garnett waren Paul Pierce (24 Punkte) und Ray Allen (21 Punkte) die Topscorer der Celtics, die sehr aggressiv zu Werke gingen und 35 Mal an die Freiwurflinie marschierten (31/35). Ein weiterer Grund für den Auswärtssieg war die gute Leistung der Bank, vor allem Glen Davis (12 Punkte, 7 Rebounds) war ein wichtiger Faktor.

Bei den Bucks ging in der entscheidenden Phase offensiv zu wenig zusammen, das Fehlen von Andrew Bogut war überdeutlich zu sehen. Außer John Salmons (21 Punkte) und Brandon Jennings (19 Punkte) wusste niemand so recht zu überzeugen.

Dazu verloren sie in der Crunchtime die Nerven. Kurt Thomas geriet mit Glen Davis aneinander, Coach Scott Skiles beschimpfte die Refs und wurde ejectet - es ist klar, dass sich die beiden Teams überhaupt nicht leiden können. Da ist es doch schön, dass eine Playoff-Serie zwischen Boston und Milwaukee durchaus wahrscheinlich ist...

Denver Nuggets (52-28) - San Antonio Spurs (49-31) 85:104

Die gute Nachricht für die Nuggets: Kenyon Martin (6 Punkte, 10 Rebounds), der wegen seiner Knieverletzung 18 Spiele verpasst hatte, kehrte ins Team zurück und scheint bereit für die Playoffs. Die schlechte Nachricht: Wenn die Nuggets so spielen wie gegen die Spurs, dann werden es kurze Playoffs werden.

San Antonio hatte das Spiel praktisch über die gesamte Spielzeit im Griff. Angeführt von Tim Duncan (18 Punkte, 10 Rebounds) scorten sechs Spurs-Spieler zweistellig. Als San Antonio mit einem 13:0-Lauf im Schlussviertel davonzog, brannten bei den Nuggets reihenweise die Sicherungen durch.

J.R. Smith und Chauncey Billups (27 Punkte) fingen sich Technische Fouls ein - und Carmelo Anthony (19 Punkte) wurde von den Refs sogar mit zwei Technischen belegt und ejectet. Der Frust ist verständlich: Denver musste im Kampf um Rang zwei einen herben Rückschlag hinnehmen - auch der Titel in der Northwest Division ist wieder in Gefahr.

San Antonio kletterte dagegen vorübergehend auf Rang sieben und verbesserte seine Chancen, in der ersten Runde den Lakers zu entgehen. Spurs-Coach Gregg Popovich antwortete auf die Frage, wie sehr er sich denn auf einer Skala von 1 bis 10 die Lakers wünschen würde: "Minus 5!"

Indiana Pacers (32-48) - New Jersey Nets (12-68) 115:102

Wenn es nach Form gehen würde, dürften nicht die Toronto Raptors oder die Chicago Bulls den letzten Playoff-Platz im Osten bekommen. Eigentlich müsste Indiana in die Postseason. Die Pacers, die das ganze Jahr über mit Verletzungen zu kämpfen hatten, sind in letzter Zeit richtig heiß gelaufen.

Gegen die Nets feierte Indiana den vierten Sieg in Folge, den zehnten in den letzten zwölf Spielen. Vor allem offensiv steckt unglaublich viel Potenzial in den Pacers. Danny Granger erzielte gegen New Jersey 22 Punkte, Topscorer war aber ausnahmsweise nicht er, sondern Troy Murphy (25 Punkte).

Bleiben die Pacers von Verletzungen verschont, ist in der nächsten Saison mit ihnen zu rechnen. Das gleiche könnte für die Nets gelten. Mit Brook Lopez (20 Punkte, 5 Rebounds) hat man bereits einen Top-Center, wenn sie jetzt noch die Draft Lottery gewinnen und sich Supertalent John Wall sichern könnten, dann ginge was in New Jersey.

Charlotte Bobcats (43-37) - Detroit Pistons (26-54) 99:95

Es gab Zeiten, da war Larry Hughes ein echter Star in der NBA. Wer an den Hughes denkt, der damals über 20 Punkte im Schnitt machte und auch defensiv zur Creme de la Creme der Liga gehörte, und ihn dann mit dem Hughes von heute vergleicht, der wird kaum glauben, dass es die gleiche Person ist.

Hughes ist in den letzten Jahren tief gesunken, aber sein Ex-Coach Larry Brown holte ihn in dieser Saison dennoch nach Charlotte. Es scheint so, als ob das gar kein schlechter Move gewesen sein könnte. Gegen die Pistons machte Hughes mit 18 Punkten (4/6 Dreier), 4 Rebounds und 5 Assists sein bestes Spiel seit langer Zeit.

Dank Hughes konnten es die Bobcats verschmerzen, dass Stephen Jackson und Gerald Wallace (beide 14 Punkte) nicht so viel scorten wie gewohnt und dass mit Raymond Felton ein Starter krank ausfiel. Charlotte wahrte mit dem Sieg die Chance, im Osten noch auf Rang sechs zu klettern. Warum das wichtig wäre? Weil man so Orlando aus dem Weg gehen würde.

Washington Wizards (25-55) - Atlanta Hawks (51-29) 95:105

Gibt es irgendwelche Zweifel, dass Jamal Crawford zum Sixth Man of the Year gewählt werden wird? Wohl kaum. Crawford war wie schon so oft in dieser Saison der Schlüssel für den Hawks-Sieg. Der Guard erzielte 23 seiner 28 Punkte in der zweiten Halbzeit und führte sein Team im letzten Viertel auf einen 11:0-Run, der die lange enge Partie zugunsten von Atlanta entschied.

Crawford traf insgesamt fünf Dreier, beim letzten wurde er auch noch gefoult. Er verwandelte den fälligen Freiwurf und machte damit zum 28. Mal ein Four-point-play - NBA-Rekord. Joe Johnson steuerte 20 Zähler zum Sieg der Hawks bei.

Atlanta gewann nach sechs Auswärtsniederlagen in Serie mal wieder in der Fremde und bleibt im Osten auf Rang drei. Bester Mann bei den Wizards war Andray Blatche, der 24 Punkte, 9 Rebounds und 7 Assists verbuchte.

Die weiteren Spiele der Nacht:

Memphis Grizzlies (40-40) - Philadelphia 76ers (27-53) 101:120

Topscorer: Mike Conley (23), Zach Randolph (19) - Marreese Speights (22), Jason Kapono, Andre Iguodala (beide 15)

Toprebounder: Zach Randolph (10), Rudy Gay (6) - Samuel Dalembert (12), Andre Iguodala (7)

Los Angeles Clippers (28-52) - Golden State Warriors (24-55) 107:104

Topscorer: Chris Kaman (27), Baron Davis (21) - Stephen Curry (29), Reggie Williams (22)

Toprebounder: DeAndre Jordan (15), Chris Kaman (10) - Anthony Tolliver (10), Stephen Curry (9)

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