NBA

"Zwischen Kobe und dem Team stimmt es nicht"

Von SPOX
Konstruktive Kritik oder übertriebener Ehrgeiz? Kobe Bryant (l.), hier mit Pau Gasol
© Getty
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These: Die Lakers stecken in Problemen.

Philipp Dornhegge: Auf jeden Fall. Die Lakers sind offensichtlich immer noch kein Team, weil es zwischen Kobe Bryant und der Mannschaft trotz des letztjährigen Titels nicht stimmt. Das sieht man alleine dadurch, wie oft Bryant während eines Spiels seine Mitspieler anraunzt. Wenn er verletzt fehlt, wirkt das Team viel homogener und geschlossener. Dass L.A. letztes Jahr in den Finals so gut aussah, lag nur an der grottigen Leistung von Orlando. Wenn dieses Jahr ein Gegner so knüppelharte Defense spielt wie Boston 2008, dann heißt es wieder: Lakers, we've got a problem.

Haruka Gruber: Ob die Chemie im Team stimmt oder nicht, weiß ich nicht. Aber was ich weiß: Die Lakers sind schlicht zu dünn besetzt. Auch wenn Kollege Dornhegge einwirft, dass die Tiefe in den Playoffs egal ist: Mit Bryant, Pau Gasol, Ron Artest, Lamar Odom und Andrew Bynum stehen nur fünf gute Spieler zur Verfügung, das ist zu wenig. Dahinter klafft ein Riesenloch. Dass Derek Fisher weiter der Starting-Point-Guard ist, klingt wie ein Witz. Hinzu kommen die Blessuren von Bryant, Gasol und Artest. Wie wird es erst, wenn in den Playoffs alle zwei, drei Tage ein umkämpftes Spiel ansteht?

Pascal Hens: Wir dürfen nicht vergessen, dass auch Bynum immer wieder verletzt ist. Ich habe wie Philipp und Haruka das Gefühl, dass dieses Jahr die Lakers einige Probleme bekommen werden. Bryant ist natürlich überragend und trifft, wenn es sein muss, fast jeden Buzzer-Beater - dennoch wirkt die Mannschaft zu instabil. Mit einem Fisher oder Jordan Farmar kann man keinen Krieg gewinnen.

Florian Regelmann: Auch wenn ich gegen den Strom schwimme: Ich sehe bei den Lakers überhaupt keine Probleme. Für die Lakers sind Regular-Season-Spiele keine richtigen Spiele. Das ist wie wenn Roger Federer in der zweiten Runde von Estoril ausscheidet. Das interessiert nicht. Die Lakers warten auf die Playoffs, drücken auf den Knopf und dann läuft's. Sie sind eben eine Winner-Mannschaft. Da ist es auch egal, ob Kobe angeschlagen ist, Gasol im Formtief steckt oder was auch immer. Coach Phil Jackson kriegt es wie kein Zweiter hin, die Spieler auf den Punkt fit zu kriegen.

These 1: Dallas ist wirklich so gut, wie es die 13-Sieges-Serie aussagt.

These 2: Jordan macht aus Charlotte einen Titelkandidaten.

These 4: San Antonio verpasst ohne Tony Parker die Playoffs.

These 5: Der Fall Allen Iverson zeigt: Die NBA hat als soziale Insitution versagt.