Sonntag, 14.03.2010

NBA-Schlaglichter

Blatche: Die Hoffnung einer gesamten Franchise

Die Washington Wizards befinden sich in einer NBA-Depression. Doch es gibt Hoffnung: Kindskopf Andray Blatche entwickelt sich zum All-Star-Kandidaten. Die Denver Nuggets legen ein Monster-Viertel hin und George Hill gibt bei den San Antonio Spurs den Mini-Popovich.

Andray Blatche wurde bereits 2005 gedraftet. Von Washington auf Platz 49
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Andray Blatche wurde bereits 2005 gedraftet. Von Washington auf Platz 49

Washington Wizards (21-43) - Orlando Magic (47-20) 95:109

Eine Saison zum Vergessen? Wenn der wichtigste Spieler wegen Waffenbesitzes womöglich in den Knast muss und mit Caron Butler, Antawn Jamison sowie Brendan Haywood der zweit-, dritt- und viertbeste Spieler getradet wird, kann die Antwort nur heißen: ja.

Und doch gibt es bei den Wizards einen Hoffnungsschimmer - der auf den Namen Andray Blatche hört. Dass er talentiert ist, wusste jeder. Dass er aber kindisch und zu Dummheiten neigt, leider auch. Er ließ lange die nötige Reife als Mensch und Basketballer vermissen - aber in diesem Jahr scheint ein Lernprozess eingesetzt zu haben.

Gegen Orlando war der Power Forward mit 32 Punkten und einer starken Wurfquote (14 von 23) erneut der herausragende Wizard. Der 23-Jährige profitiert wie kein Zweiter vom Neuaufbau, alleine in diesem Monat hat er einen Schnitt von 22,4 Punkten, 8,0 Rebounds und 1,4 Steals. Zahlen, mit denen man irgendwann zum All-Star-Game eingeladen wird.

Fast schon obligatorisch verlor Washington zwar gegen Orlando (Dwight Howard: 28 Punkte, 15 Rebounds) deutlich, aber immerhin können die Wizards trotz der 7. Pleite in Folge mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Dank Andray Blatche.

Memphis Grizzlies (35-32) - Denver Nuggets (45-21) 108:125

Die Vorzeichen waren nicht gut. Nicht nur, dass Denver derzeit auf seinen an Krebs erkrankten Headcoach George Karl verzichten muss, die Nuggtets erwischten in Memphis auch noch einen denkbar ungünstigen Start.

Die Grizzlies trafen anfangs nach Belieben (erstes Viertel: 65 Prozent) und lagen nach 12 Minuten mit 33:24 in Front. Nur: Memphis machte zu wenig aus der Überlegenheit, so dass sie sich nie endgültig absetzen konnten.

Und dann kam das letzte Viertel - und damit auch der Nuggets-Ansturm. Mit 40:23 überrollte Denver die Gastgeber, weswegen Matchwinner J.R. Smith auch sagte: "Es war unglaublich. Es war unser bestes letztes Viertel der Saison."

Smith hatte daran einen großen Anteil, traf insgesamt 11 von 16 Würfen (7 von 10 Dreier) und erzielte 30 Punkte. Dank Dallas' Klatsche gegen New York ist Denver wieder Zweiten im Westen.

Die beiden Stars Carmelo Anthony (24) und Chauncey Billups (22) folgten, doch die wahren Helden waren die Bankspieler. So wie Smith, Anthony Carter (6 Punkte, 7 Assists) oder Chris Andersen (5 Blocks, 5 Rebounds).

Da half Memphis auch die gute Vorstellung des Trios O.J. Mayo (25 Punkte), Zach Randolph (22) und Marc Gasol (17) am Ende nicht weiter.

San Antonio Spurs (39-25) - Los Angeles Clippers (25-42) 118:88

Es ist die älteste Story in der NBA: Ein Star verletzt sich - und sein Backup nutzt die Chance und spielt sich in den Vordergrund. So zu sehen bei den Spurs. Seit Tony Parker ausfällt, explodiert dessen Vertreter George Hill.

Eigentlich ein Shooting Guard im Körper eines Point Guards, stellte er beim 14. Erfolg hintereinander gegen die Clippers mit 11 Assists eine neue Karriere-Bestmarke auf. Zudem lieferte er 14 Punkte.

Coach Gregg Popovich war sogar so begeistert, dass er Hill in einer Auszeit im dritten Viertel die Taktiktafel in die Hand drückt, damit sein Aufbau den nächsten Spielzug ansagt. "Manchmal muss man den Spielern das Coaching überlassen", so Popovich.

Dank der Überlegenheit nahmen sich Tim Duncan (8 Punkte in 13 Minuten) und Manu Ginobili (14 Punkte in 18 Minuten) viele Verschnaufpausen. Beste Scorer waren bei den Spurs Matt Bonner (21) sowie Baron Davis (22) auf Seiten der Clippers.

NBA: Die besten Spieler aller Zeiten
Scottie Pippen wurde in die Hall of Fame aufgenommen - und Michael Jordan himself hielt die Rede
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Ein emotionaler Karl Malone wurde ebenfalls in die Ruhmeshalle aufgenommen
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Das komplette Dream Team befindet sich jetzt auch dort, wo es hingehört
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Der Größte überhaupt? Michael Air Jordan (r.) gewann zwischen 1991 und 1998 sechs NBA-Titel mit den Chicago Bulls. 2009 wurde er in die Hall of Fame aufgenommen
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Superstars unter sich: Julius Erving (l.) machte sich nicht nur durch atemberaubende Dunkings einen Namen. Kareem-Abdul Jabbar wurde sechs Mal MVP einer Regular Season
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Point Guard Earvin Magic Johnson (l.) feierte mit den Los Angeles Lakers in den 80er-Jahren fünf Meistertitel. Er wurde außerdem neun Mal ins All-NBA First Team gewählt
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Center Hakeem Olajuwon (M.) erzielte als einer von acht Spielern über 20.000 Punkte in der NBA. 1994 und 1995 wurde er Champion mit den Houston Rockets
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Eine lebende Legende: Center Bill Russell gewann mit den Boston Celtics elf Meisterschaften und hält damit bis heute den Rekord
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John Stockton (l.) ist einer der besten Passgeber aller Zeiten. In Seiner Karriere brachte er es in 1.504 Partien auf überragende 15.806 Assists
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Jerry West sagte über ihn: "Er war einer der spektakulärsten Shooter, die der Basketball je gesehen hat". Elgin Baylor (#22) stand zwischen 1959-69 zehn Mal im All-NBA First Team
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Er spielte zwischen 1981 und 1994 für die Detroit Pistons und wurde als Anführer der "Bad Boys" zwei Mal Champion: Isiah Thomas (r.)
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Pistol Pete Maravich (#44) war ein herausragender Distanzschütze. Er spielte von 1970-80 für die Atlanta Hawks und wurde 1987 in die Hall of Fame aufgenommen
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Shaquille O'Neal (l.) und Kobe Bryant gewannen nicht nur drei Meisterschaften zusammen: 2009 teilten sie sich auch den MVP-Titel beim All-Star-Game in Phoenix
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Center Wilt Chamberlain (#13) war in seiner Zeit kaum zu stoppen. Er erzielte in seiner Karriere im Schnitt überragende 30,1 Punkte und wurde zwei Mal Champion
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Spektakuläre Dunkings waren sein Markenzeichen: Dominique Wilkins. The Human Highlight Film erzielte über 25.000 Punkte und ist Mitglied der Hall of Fame
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Er gewann nie eine Meisterschaft, trotzdem ist Karl Malone einer der größten Spieler aller Zeiten: Mit 36.928 Punkten liegt er in der ewigen Scorer-Liste der NBA auf Rang zwei
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Ist nicht nur in New York eine Legende: Patrick Ewing (#33). Sein Trikot wurde retired, seine Nummer wird bei den Knicks also nie mehr vergeben
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Shooting Guard George Gervin (#44) in Aktion. Der Iceman war stolze vier Mal Topscorer einer NBA-Saison. Er spielte für die San Antonio Spurs und Chicago Bulls
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Larry Bird spielte 13 Jahre lang für Boston in der NBA und war einer der großen Stars in den 80er-Jahren. Insgesamt gewann er mit den Celtics drei Meistertitel
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The Twin Towers, Tim Duncan (l.) und David Robinson, bildeten für die San Antonio Spurs mehrere Jahre ein Traumduo unter den Brettern der Liga
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Moses Malone war zwischen 1974 und 1995 (!) erst in der ABA, später in der NBA aktiv und gehört mit insgesamt 27.409 Punkten zu den erfolgreichsten Spielern überhaupt
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Seiner Silhouette ist das heutige NBA-Logo nachempfunden: Jerry West (r.) wurde nie MVP, trotzdem ist er einer der besten Shooting Guards aller Zeiten
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Was für eine Ästhetik: Oscar Robertson (#1) schaffte 61/62 etwas Einmaliges. Er schloss die Saison mit einem durchschnittlich zweifachen Punktewert in drei stat. Kategorien ab
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Clyde Drexler (r.) erreichte als 24. Spieler der Liga-Geschichte die 20.000-Punkte-Marke. Insgesamt zehn Mal nahm der Guard an einem All-Star-Game teil
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Small Forward Scottie Pippen (r.) lief in den 90er-Jahren zu großer Form auf. An der Seite von Michael Jordan wurde er sechsfacher Meister mit den Chicago Bulls
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Defensivspezialist Kevin McHale spielte zwischen 1980 und 1993 für die Boston Celtics. Zusammen mit Larry Bird holte er drei Titel, seit 1999 ist er ein Hall-of-Famer
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Atlanta Hawks (42-23) - Detroit Pistons (23-43) 112:99

Stark angefangen, etwas nachgelassen, dann noch mal aufgedreht: So oder so ähnlich war Atlantas Drehbuch gegen Detroit. Joe Johnson (26 Punkte) und vor allem Josh Smith stachen heraus.

Smith, eigentlich ein Rebound-Experte, erzielte ein Double-Double mit 18 Zählern und 11 Assists (Karriererekord).

"Ich habe nie gedacht, dass ich ohne Rebounds je ein Double-Double erreichen kann", sagte Smith. Bei Detroit wusste Jason Maxiell (19 Punkte, 12 Rebounds) zu gefallen.

Houston Rockets (33-31) - New Jersey Nets (7-59) 116:108

Das nennt man wohl ein Monster-Spiel. Luis Scolas Statline: 44 Punkte, 20 von 25 Würfe, 12 Rebounds, 2 Steals. "Ich bin genauso überrascht wie jeder andere", sagte Houstons Argentinier.

Angesichts einer solchen Ausbeute blieben selbst New Jerseys Besten nur die Rolle der Statisten: Courtney Lee machte 24 Zähler (10 von 14), Brook Lopez liefete ein Double-Double (22 Punkte, 10 Rebounds).

Weiteres Spiel aus der Nacht:

Golden State Warriors (18-47) - Toronto Raptors (32-32) 124:112

Topscorer: Stephen Curry (35), Monta Ellis (31) - Chris Bosh, Jose Calderon (beide 24)

Toprebounder: Anthony Tolliver (11), Chris Hunter (8) - Chris Bosh (11), Amir Johnson, Hedo Turkoglu (beide 6)

NBA: Ergebnisse und Tabelle


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