Sonntag, 10.01.2010

NBA-Schlaglichter

Rookie Evans schießt die Nuggets ab

Mit einem packenden Sieg gegen Denver haben die Sacramento Kings bewiesen, dass sie weit besser sind als ihr Ruf. Das gilt auch für die Bobcats und Thunder. Orlando beendete eine Negativserie.

Dank Tyreke Evans (Nummer 13) wird in Sacramento in dieser Saison wieder häufiger gejubelt
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Dank Tyreke Evans (Nummer 13) wird in Sacramento in dieser Saison wieder häufiger gejubelt

Sacramento Kings (15-21) - Denver Nuggets (23-14) 102:100

Vor der Saison hatte ESPN-Experte J.A. Adande bei SPOX noch von einer ausweglosen Situation für die Kings gesprochen. Kein Geld, kein Talent, keine Ahnung - dem Kalifornier taten die Fans richtig leid. Inzwischen dürfte sich die Lage komplett geändert haben. Denn Sacramento spielt sich mit Leistungen wie der gegen Denver immer mehr ins Rampenlicht.

Allen voran die Rookies Tyreke Evans (27 Punkte) und Omri Casspi (16 und 8 Rebounds), die gemeinsam die Liga aufmischen. Casspi, als erster Israeli in der NBA längst ein Volksheld in seiner Heimat, sorgte mit einem Dreier aus der Ecke für den Knackpunkt in einer packenden Schlussphase, ehe Evans beim letzten Angriff des Spiels ungemein abgeklärt zum Korb zog, Nene und Gegenspieler Kenyon Martin aussteigen ließ und mit einem Turnaround-Jumper einnetzte.

Coach Paul Westphal hat aus einer Rumpftruppe eine richtig gute Mannschaft geformt, die über weit mehr Talent verfügt, als Adande vor der Saison ahnen konnte. Da weiß man als Kings-Supporter gar nicht so recht, ob man sich über die baldige Rückkehr von Topscorer Kevin Martin freuen soll, der seinen Handbruch nahezu auskuriert hat.

Orlando Magic (25-12) - Atlanta Hawks (23-13) 113:81

Nach vier Pleiten in Folge und dem Ausfall von Vince Carter war das Selbstvertrauen der Magic sicher angeknackst, aber wenn Orlando ins Rollen kommt, ist all das ganz schnell vergessen.

Die auswärtsschwachen Hawks kamen da gerade recht und ließen sich bereitwillig abschlachten. Sieben von neun aktiven Magic-Spielern punkteten zweistellig, Aushilfs-Starter J.J. Redick gewann das Duell gegen Joe Johnson mit 17:7 Punkten.

"Wir haben uns ziemlich schnell entmutigen lassen", gestand Center Al Horford (14) ein. "Orlando hat es uns offensiv schwer gemacht, und vorne ist bei ihnen alles rein gegangen." "Ich habe mich schon lange nicht mehr so über einen Sieg gefreut", gab dagegen Magic-Coach Stan van Gundy zu.

Detroit Pistons (11-24) - Philadelphia 76ers (11-25) 94:104

Es gab Zeiten, da wäre ein Duell zwischen diesen beiden Teams ein echtes Spitzenspiel gewesen. Heute geht es für beide Team eigentlich nur darum, nicht zum schlechtesten zu gehören, was die Liga zu bieten hat.

Auch ohne Allen Iverson machen die Sixers derzeit den etwas besseren Eindruck als die Pistons, die schon ihre zwölfte Pleite in Folge einsteckten. "Wir waren ja total passiv heute", beschwerte sich Coach John Kuester über die Leistungsverweigerung seiner Jungs in der ersten Hälfte. Da lag der zweimalige Champion schon mit 26 Zählern zurück.

Elton Brand war von der Bank mit 25 Punkten bester Mann des Spiels, während die Pistons Tayshaun Prince und Rodney Stuckey verletzt ausschieden. Eins kann Detroit allerdings niemand mehr nehmen: Ben Gordons Jumper kurz vor der Halbzeit war der 10.000.000. Punkt der NBA-Geschichte.

Charlotte Bobcats (16-19) - Memphis Grizzlies (18-18) 89:87

Muss man sich etwa daran gewöhnen, dass Memphis und Charlotte ab sofort zu den besseren Teams der Liga gehören? So richtig mag man es kaum glauben, auch wenn die Partie in der Time Warner Cable Arena genau das suggerierte. Memphis machte in der ersten Hälfte einen starken Eindruck und lag auf Kurs, ehe die Bobcats richtig aufwachten.

In der Schlussphase ging es dann hin und her. Beide Teams hatten die Chance auf den Sieg, aber letztendlich war es Gerald Wallace, der mit einem Tip-In mit der Schlusssirene die Bobcats-Fans glücklich machte.

"Super Aktion", musste Grizzlies-Coach Lionel Hollins einsehen. "Wir hatten den Angriff ja schon gestoppt, da fliegt er über Zach Randolphs Rücken und macht ihn rein. Respekt." "Naja", schränkte Wallace später lachend ein. "Ist doch klar, dass meine Hangtime deutlich länger ist als seine. Das konnte ich ganz gut nutzen."

Oklahoma City Thunder (20-16) - Indiana Pacers (11-25) 108:102

Nicht nur Memphis und Charlotte, auch Oklahoma City macht in diesem Jahr richtig von sich reden. Mit dem siebten Sieg in den letzten neun Spielen unterstrichen die Thunder einmal mehr ihre Ansprüche auf einen Playoff-Platz, den sie knapp vor Utah verteidigten.

Und wer, wenn nicht Kevin Durant war wohl der Mann des Abends? Der Swingman erreichte mit 40 Punkten erneut sein Season-High und animierte selbst Pacers-Coach Jim O'Brien zu Lobeshymnen: "Ich glaube, es gibt derzeit keinen besseren Offensiv-Spieler. Es ist einfach nur ein Genuss, ihm zuzusehen."

Mit Rookie A.J. Price (23 Punkte in 24 Minuten) hatte Indiana aber seinerseits einen guten Mann an Bord. Mit 19 Zählern im Schlussviertel hätte der Neuling aus UConn beinahe noch die Partie gedreht. "Ich habe alles versucht", entschuldigte sich Price bei seinen Kollegen.

Die weiteren Spiele der Nacht:

Chicago Bulls (15-20) - Minnesota Timberwolves (8-30) 110:96

Topscorer: Joakim Noah, Kirk Hinrich (beide 20) - Ryan Gomes (15), Jonny Flynn (14)

Toprebounder: Joakim Noah, Taj Gibson (beide 9) - Kevin Love (10), Al Jefferson (8)

Houston Rockets (21-16) - New York Knicks (15-21) 105:96

Topscorer: Luis Scola (23), Aaron Brooks (20) - David Lee (26), Nate Roinson (20)

Toprebounder: Luis Scola, Kyle Lowry (beide 7) - David Lee (12), Wilson Chandler, Jared Jeffries (beide 6)

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SPOX

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