Donnerstag, 07.01.2010

NBA-Schlaglichter

"Über uns schweben schwarze Wolken"

Die Washington Wizards waren ohne ihren suspendierten Star Gilbert Arenas nur noch die Hälfte wert und gingen in Cleveland unter. Die Celtics stellten dank Rajon Rondo in einem irren Finish den heiß gelaufenen Dwyane Wade kalt, und die Clippers gewannen seit Ewigkeiten mal wieder die Schlacht von Los Angeles.

Gilbert Arenas bedrohte seinen Teamkollegen Javaris Crittenton mit einer Waffe
© Getty
Gilbert Arenas bedrohte seinen Teamkollegen Javaris Crittenton mit einer Waffe

Cleveland Cavaliers (28-9) - Washington Wizards (11-22) 121:98

Was für ein bescheidener Tag für die Washington Wizards. Erst wird ihr Star Gilbert Arenas wegen seines Waffen-Gates auf unbestimmte Zeit suspendiert, dann setzt es gegen die Cleveland Cavaliers auch noch eine herbe Klatsche. Diese Saison können die Wizards wohl abhaken.

Entsprechend groß war das Jammern und Wehklagen danach. "Über uns schwebt eine schwarze Wolke", sagte Guard DeShawn Stevenson. "Schlagt uns noch einmal auf den Kopf und wir brechen vielleicht auseinander."

Wizards-Kollege Antawn Jamison machte Arenas für seinen Aussetzer gegenüber Teamkollege Javaris Crittenton schwere Vorwürfe: "Diese Situation rückt den ganzen Klub in ein schlechtes Licht. Zwei von uns haben Mist gebaut und wir müssen jetzt dafür bezahlen. Das ist traurig."

LeBron James führte die Cavs mit 23 Punkten, 7 Rebounds und 8 Assists zum souveränen Erfolg. Seine Meinung zum Fall Arenas: "Ehrlich gesagt bin ich nicht überrascht über die Suspendierung. Es ist allerdings schon hart, dass er auf unbestimmte Zeit gesperrt bleibt. Ich kenne Gilbert und weiß, dass er den Sport liebt. Aber manchmal muss man eben besser über das nachdenken, was man tut."

Gilbert Arenas von der NBA suspendiert

Miami Heat (17-16) - Boston Celtics (25-8) 106:112 OT

Man sollte meinen, dass man es schaffen kann, einen Vorsprung über die gewaltige Dauer von 0,6 Sekunden zu verwalten. Das dachte sicher auch Dwyane Wade, als er beim Stand von 97:99 erst zwei Freiwürfe verwandelte, dann einen Steal holte und eben diese 0,6 Sekunden vor Schluss per Slamdunk das 101:99 markierte.

Doch dann kam erst ein langer punktgenauer Pass von Paul Pierce, gefolgt von einem schnellen Korbleger von Rajon Rondo mit der Schlusssirene - Overtime. Dort war es wieder Rondo (25 Punkte, 8 Assists), der 34 Sekunden vor dem Ende das Spiel endgültig entschied.

"Wir haben an dem Spielzug, der zum Ausgleich in der regulären Spielzeit geführt hat, lange gearbeitet. Genau genommen schon seit letztem Jahr", sagte Rondo danach. "In dem Moment, als Wade den Steal machte, wusste ich genau, mit welchem Spielzug wir antworten würden."

Wade blieb trotz Saisonbestleistung von 44 Punkten nur Frust. "Bitterer als auf diese Weise kann man nicht verlieren", sagte er.

Los Angeles Clippers (16-18) - Los Angeles Lakers (28-7) 102:91

Das gab es schon seit fast drei Jahren nicht mehr. Die kleinen Clippers besiegen die großen Lakers. Und das auch noch deutlich. Trotz starker 33 Punkte und 8 Assists von Kobe Bryant beherrschten die Clippers das Starensemble und fuhren den fünften Heimsieg in Folge ein.

Beste Spieler bei den Gastgebern waren Baron Davis (25 Punkte, 10 Assists) und der deutsche Nationalspieler Chris Kaman (21 Punkte, 14 Rebounds). Bei den Lakers fehlte weiterhin der verletzte Pau Gasol.

Phoenix Suns (23-13) - Houston Rockets (20-16) 118:110

Wenige auf dem Parkett konnten sich an ein Spiel mit so vielen Wendungen erinnern. Sowohl die Suns als auch die Rockets führten in der ersten Halbzeit schon mit 16 Punkten Vorsprung, im dritten Viertel setzte sich das Hin und Her fort, bevor letztlich Phoenix den längeren Atem hatte.

Aber der Reihe nach: Nach nur 5 Spielminuten lagen die Suns mit 21:5 in Führung, bevor die Rockets bis 5 Minuten vor der Pause einen 51:19-Run hinlegten und ihrerseits mit 16 Punkten führten. Einen 7:0-Run der Suns zu Beginn des dritten Viertels konterten die Rockets wiederum mit einem 8:0-Lauf. Danach waren wieder die Gastgeber mit einem 13:3-Run an der Reihe. "So ein Spiel habe ich noch nicht erlebt", sagte Suns-Guard Jason Richardson. Sein Coach Alvin Gentry bestätigte: "Das war das Verrückteste, was ich je erlebt habe."

Beste Werfer waren Steve Nash (26 Punkte, 12 Assists) und Amare Stoudemire (25 Punkte, 11 Rebounds) auf Seiten der Suns sowie Aaron Brooks (34 Punkte) und Carl Landry (31 Punkte) auf Seiten der Rockets.

San Antonio Spurs (21-12) - Detroit Pistons (11-23) 112:92

Zappenduster sieht es bei den einst so ruhmreichen Pistons aus. Die Pleite gegen die Spurs war bereits die elfte Niederlage in Serie. Das gab es für Detroit seit der Saison 1993/94 nicht mehr.

Bis zum 77:77 hielten die Pistons diesmal gut mit, doch im letzten Viertel ging nichts mehr. "Wir haben 36 Minuten lang gut gespielt", sagte Tayshaun Prince. Leider hat das Spiel aber 48 Minuten.

Die Spurs um Topscorer Tony Parker (25 Punkte) hat das Abbauen der Pistons gefreut. Schließlich kamen sie so zum ersten Heimsieg gegen Detroit seit sage und schreibe März 2007.

Die weiteren Spiele aus der Nacht:

Atlanta Hawks (22-12) - New Jersey Nets (3-32) 119:89

Topscorer: Crawford (29), Johnson (20) - Yi (19), Harris (15)

Toprebounder: Horford (10), Smith (9) - Yi (11), Lopez (8)

Orlando Magic (24-11) - Toronto Raptors (18-18) 103:108

Topscorer: Lewis (24), Redick (22), Howard (20) - Bosh, Bargnani (beide 18), Turkoglu (17)

Toprebounder: Howard (12), Lewis (5) - Bosh (12), Bargnani (8)

Minnesota Timberwolves (7-29) - Golden State Warriors (10-24) 101:107

Topscorer: Jefferson (26), Love (23) - Maggette (28), Ellis (20)

Toprebounder: Love (16), Jefferson (14) - Maggette (9), Biedrins (8)

Oklahoma City Thunder (19-16) - New Orleans Hornets (17-16) 92:97

Topscorer: Durant (27), Green (20) - West (19), Okafor (15)

Toprebounder: Sefolosha, Collison, Ibaka (alle 7) - West, Okafor (beide 8)

Utah Jazz (19-16) - Memphis Grizzlies (17-17) 117:94

Topscorer: Miles (24), Boozer (20) - Young (22), Randolph (18)

Toprebounder: Millsap (9), Boozer, Kirilenko (beide 6) - Gay (8), Randolph (7)

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