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MLB: Ex-Lehrer von den Miami Marlins schlägt Clayton Kershaw und die Los Angeles Dodgers

Von Lukas Zahrer
Richards verbuchte am Mittwoch insgesamt zehn Strikeouts.
© getty

Die Miami Marlins (7-17) haben am Mittwoch bei den Los Angeles Dodgers (11-12) für eine Überraschung gesorgt. Obwohl die Gastgeber mit ihrem Star-Pitcher Clayton Kershaw angetreten waren, war es ausgerechnet das Ace der Marlins - ein ehemaliger Lehrer und Bierbrauer - das überzeugen konnte.

Trevor Richards wurde erst Anfang April erstmals auf einen Mound der MLB geschickt, zum Abschluss der Serie gegen die favorisierten Dodgers stahl er Kershaw die Show. Mit zehn Strikeouts bei drei Walks in gerade einmal 4 2/3 Innings legte der 24-Jährige den besten Start seiner bisherigen MLB-Karriere hin.

"Wir konnten ihn einfach nicht durchschauen", sagte Dodgers-Manager Dave Roberts. Sein Gegenüber Don Mattingly zeigte sich beeindruckt: "Trevor war richtig gut heute. Das ist genau das, was wir brauchten."

"Ich habe mich nur darauf konzentriert, die Zone früh zu attackieren und viele Strikes zu werfen", sagte Richards. "Wir haben versucht, sie aus der Balance zu bringen."

Während kein Team in den ersten vier Innings einen Läufer nach Hause brachte, gingen die Marlins mit einem Homerun von Shortstop Miguel Rojas mit 3:0 in Führung. Zuvor gab Kershaw (5.0 IP, 5 H, 3 ER, 7 K) zwei Walks ab, mit deren insgesamt sechs stellte er seinen Karriere-Negativwert ein.

"Ich war wirklich nicht gut", sagte Kershaw. "Eine Menge an Leuten kamen auf Base. Das war wahrlich kein gutes Spiel von mir." Die Marlins siegten mit 8:6, vor allem dank einer starken Leistung von Richards, der das Duell gegen Kershaw damit für sich entschied.

Marlins-Ace Trevor Richards: Vom Bierbrauer zum Starting Pitcher

Richards spielte vor einigen Jahren für die Universität von Drury in Springfield, konnte aber mit einem Fastball, der gerade einmal 90 Meilen pro Stunde erreichte, keine MLB-Franchise von sich überzeugen. Er wurde im Draft nicht weiter beachtet und heuerte daher bei den Gateway Grizzlies an, die im 159-Seelen-Dorf Sauget in Illinois ihre Heimspiele austragen.

"Ich habe die Zeit in der Frontier League genossen", sagte Richards dem Miami Herald. "Unter der Woche war so gut wie gar nichts los, an Wochenenden vielleicht etwas mehr, wenn es Feuerwerke gab."

In der Offseason verdiente Richards in einer Brauerei seinen Lebensunterhalt. Etwas später war er als Aushilfslehrer in der Grundschule engagiert und fasste vor rund zwei Jahren einen Entschluss: Sollte sich bis zum Ende der Saison keiner der großen Teams in Sauget melden, würde er seinem Abschluss in Kriminologie folgen und sich einen Job in der Strafverfolgung suchen.

"Ich habe versucht, herauszufinden, was ich mit meinem Leben anfangen möchte. Ich hatte mich bereits für Stellen umgeschaut", sagte Richards.

Dass es nicht dazu kommen sollte, dafür sorgte David Espinosa, Scout für die Marlins. Obwohl er eigentlich zwei Reliever der gegnerischen Mannschaft beobachten wollte, war Espinosa in einem Spiel der Grizzlies gegen die Evansville Otters vor allem von Richards' Repertoire begeistert. "Sein Changeup war eine Anomalie", erinnerte sich Espinosa.

Trevor Richards: Karrierestationen

JahrTeamSpieleIPERA
2016Gateway Grizzlies23138,23,15
2016Greensboro Grasshoppers (A)843,22,68
2017Jupiter Hammerheads (A+)1370,22,17
2017Jacksonville Jumbo Shrimp (AA)1475,12,87
2018Miami Marlins419,06,16

MLB: Mit Changeups in die Marlins-Rotation

Während Changeups grundsätzlich mit weniger Rotation als ein Fastball geworfen werden, zeigte jener von Richards kaum Unterschiede. Die Hitter hatten dadurch noch größere Probleme, die beiden Pitches zu unterscheiden.

Kurz nachdem Espinosa den Rechtshänder beobachtete, wurde eine Pitching-Position im Farmsystem der Marlins frei. Richards unterzeichnete einen kurzfristigen Vertrag, ohne einen einzigen Dollar dafür zu kassieren, die Marlins überwiesen lediglich 3.000 US-Dollar Ablöse an die Grizzlies. Innerhalb von wenigen Monaten arbeitete sich Richards bis in das Double-A-Team in Jacksonville hoch.

Für den Auftakt der Saison 2018 fand Richards schließlich Platz im Roster der Marlins. "Normalerweise bewegen sich die Spieler aus der Indy League nicht so schnell nach oben", sagte Espinosa. "Er hat aber alles dafür getan, um diese Möglichkeit zu bekommen." Die Möglichkeit, einen der besten Pitcher der Liga alt aussehen zu lassen, hat Richards bereits genutzt.

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