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MLB: Cincinnati Reds im Rebuild - Der nächste Schuss muss sitzen

Donnerstag, 26.04.2018 | 10:45 Uhr
Düstere Wolken sind derzeit über dem Great American Ball Park zu erkennen.
© getty
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Die Cincinnati Reds sind schwach in die Saison 2018 gestartet und haben kürzlich Manager Bryan Price entlassen. Ein permanenter Nachfolger soll erst später gefunden werden. In der Zwischenzeit stellt sich die Frage, was der nächste Schritt ist und in welche Richtung es geht. SPOX beleuchtet die Perspektive in Ohio und nennt mögliche Manager-Kandidaten.

Die wohl wichtigste Eigenschaft, die man für einen Rebuild in großem Stil benötigt, ist Geduld. Nur wer einen langen Atem mitbringt, wird den kräftezehrenden Prozess des Neuaufbaus mehr oder minder unbeschadet überstehen.

Ein Rausschmiss des Managers nach einem 3-15-Start in die Saison zeugt dagegen eher nicht davon. Im Gegenteil! Es wirkt überhastet. Es gibt sicherlich niemanden, der den Reds eine übermäßig erfolgreiche Saison prognostiziert hatte. Ein ordentliches Abschneiden? Sicherlich. Aber doch keine Playoffs.

Wer 3-15 startet und nach Ronald Acunas Debüt bei 5-19 steht, hatte sicherlich nicht den besten Start, doch ist es eben auch nur die erste Hälfte des ersten Monats einer langen Saison. Verloren ist noch nichts, schon gar nicht eine potenziell respektable Saison, die ein Team, das sich neu formiert, voranbringen könnte.

Dennoch musste Bryan Price, der Manager seit 2014, seinen Hut nehmen. Seine Bilanz: 279-387, eine Siegquote von 41,9 Prozent. Unter Price belegten die Reds bis auf dessen erste Saison (Vierter) konsequent den letzten Platz in der National League Central.

Anders ausgedrückt: Seit Price da ist, wurden die Playoffs konsequent verpasst. Von 2010 bis 2013 noch spielten die Reds dreimal im Oktober, zweimal gar als Division-Champ unter Erfolgs-Manager Dusty Baker.

Cincinnati Reds: Saisonbilanzen seit 2010

JahrPlatzierung NL CentralSiegeNiederlagenPlayoff-Ausgang
2010Erster9171NLDS (0-3 Phillies)
2011Dritter7983
2012Erster9765NLDS (2-3 Giants)
2013Dritter (Wildcard)9072Wildcard (Pirates)
2014Vierter7686
2015Fünfter6498
2016Fünfter6894
2017Fünfter6894

Das aber an Price festzumachen, wäre zu kurzsichtig. Die Reds sind seit Jahren personell nicht mehr auf allerhöchstem Niveau. Einzig Joey Votto ist noch aus der letzten Erfolgsperiode des Teams aus Ohio übrig geblieben. Freilich spielt er nach wie vor auf allerhöchstem Niveau und war im Vorjahr sogar in der MVP-Diskussion - trotz Platz 5.

Das Team der Gegenwart weist aber im Allgemeinen einige größere Lücken auf. Abgesehen davon, dass wohl noch keiner seine Form gefunden hat, fällt auf, dass die Truppe beträchtliche Probleme hat, auf Base zu kommen. Die Team-OBP von .306 spricht Bände. In der National League sind nur vier Teams schlechter. Pitching-technisch ist man mit einem Team-ERA von 5.43 sogar auf dem vorletzten Rang der Liga.

Nichts geht also in dieser Mannschaft. Und dennoch gibt es Lichtblicke, Rookie Jesse Winker etwa. Der Outfielder weiß zu überzeugen. Er begann die Saison sogar so gut, dass er das Team mit einer .441 OBP anführt. Er ist einer derer, die den Rebuild vorantreiben sollen und tatsächlich auch dazu in der Lage scheint.

Der Druck, der auf Winker lastet, ist allerdings auch beträchtlich, denn allzu viele Top-Talente hat das Reds-Farmsystem aktuell nicht vorzuweisen. Je nachdem, welche Scouting-Experten man fragt, sind es vier bis fünf Top-100-Talente auf Seiten der Reds. Auch dabei sind Starter Tyler Mahle, der ebenfalls bereits im Kader steht, aber auch eher wechselhafte Leistungen gezeigt hat, und Infielder Nick Senzel, der aktuell in Triple-A unterwegs ist und wohl auch noch 2018 debütieren wird.

Top-100 Prospects der Cincinnati Reds (MLB Pipeline)

RangSpielerAlterPositionSpiel-Level
7.Nick Senzel22InfielderTriple-A
21.Hunter Greene18PitcherSingle-A Low
43.Taylor Trammell20OutfielderSingle-A Advanced
84.Tyler Mahle23PitcherMLB
82.Jesse Winker24OutfielderMLB

Ansonsten steht da bereits ein weitestgehend junger Kader, der aber an einigen Stellen nicht unbedingt überzeugend besetzt ist. Das wiederum ist auch das Hauptproblem in Cincy: Das Personal ist derzeit einfach nicht konkurrenzfähig! Nicht in einer Division mit dem Champion von 2016, den Cubs, sowie den Cardinals und Brewers, die beide im Winter personell kräftig nachgelegt haben.

Hier sind dann eher Dick Williams, der President of Baseball Operations und General Manager, und sein Team gefragt. Die gute Nachricht ist jedoch, dass die Payroll mit aktuell 101 Millionen Dollar am Opening Day zu den niedrigsten in der Liga zählt. Es gibt also durchaus Spielraum für Verbesserungen.

Doch bevor es dazu kommen kann, muss erstmal die Manager-Frage geklärt werden. Glaubt man jedoch dem Statement bei der Entlassung von Price, dann wird diese Suche wohl erst im Herbst intensiviert werden. Bis dahin wird Interims-Lösung Jim Riggleman mit seiner ganzen Erfahrung versuchen, das Riverboat wieder in ruhigeres Fahrwasser zu steuern. Dass man gleichzeitig aber signalisiert, dass man die Saison 2018 im April damit effektiv schon aufgegeben hat, erscheint da fast nebensächlich.

Überhaupt scheint es in jeglicher Hinsicht sinnvoll, Riggleman das Jahr zu Ende führen zu lassen. Wie Jim Bowden von The Athletic kürzlich bemerkte, wäre es unsinnig, schon jetzt einen neuen Manager zu installieren, der dann ziemlich sicher die Saison mit über 100 Pleiten beenden wird. Diesen Makel möchte eigentlich niemand mit sich führen. Und: Die Astros und Cubs zum Beispiel haben ihre 100-Pleiten-Saisons auch nicht mit ihren darauffolgenden World-Series-Managern begangen.

Cincinnati Reds stehen vor 100-Pleiten-Saison

100 Pleiten müssten jedoch nun eigentlich auch das Mindestziel sein, schließlich fehlt es an Breite in der Spitze des Farmsystems, das dennoch laut MLB Pipeline auf Platz 8 in dieser Saison rangiert. Je schlechter die Bilanz 2018, desto höher wird der Draftpick. Und gerade hohe Erstrundenpicks haben sich zuletzt meist gut entwickelt. Man denke nur an Leute wie Bryce Harper, Stephen Strasburg, Kris Bryant oder Carlos Correa. Hier ist dann das Scouting Department gefragt.

Was die Managersuche generell betrifft, ist die Liste möglicher Kandidaten lang. Die große Frage wird sein, ob man es auf erfolgreiche Manager anlegt, die ihre Qualitäten bereits bewiesen haben, oder ob vielleicht doch ein frisches Gesicht die Lösung sein soll.

In Sachen Erfahrung wären sicherlich Joe Girardi und John Farrell als erstes zu nennen. Beide gewannen die World Series als Manager und Girardi war zudem Manager of the Year 2006 mit einem Marlins-Team, des ebenfalls sehr jung war und sehr überzeugend gespielt hat. Entlassen wurde er dennoch, allerdings nicht aufgrund seiner Fähigkeiten, sondern weil der damalige Teameigner Jeffrey Loria ihn nicht leiden konnte.

Will man ein unbeschriebenes Blatt, dann böte sich Hensley Meulens an. Der Bench Coach der Giants war einer der Finalisten auf den Yankees-Job im letzten Winter, gilt als Analytik-versiert und leitete bereits das Team der Niederlande beim letzten World Baseball Classic.

Hall-of-Famer Barry Larkin Manager-Kandidat bei den Reds?

Oder darf es Local Flair sein? Dann wäre der frischgebackene Hall-of-Famer Barry Larkin der richtige Ansprechpartner. Er spielte seine gesamte Karriere für die Reds, managte Brasilien beim WBC 2013 und arbeitet als sogenannter "Roving Instructor" im Farmsystem der Reds - er reißt von Farmteam zu Farmteam und hilft bei der Weiterentwicklung der jungen Spieler. Das wiederum ist ja der zentrale Punkt bei den dann neuen Reds: Der Umgang mit jungen Spielern.

Der Zeitpunkt der Entlassung von Price scheint unpassend, ja überhastet. Doch ist es in jedem Fall ein frühes Signal, dass 2018 im Prinzip ein dauerhaftes Casting für alle Beteiligten sein wird. Der Fokus jedoch liegt wenigstens im Front Office bereits auf 2019 und darüber hinaus. Der nächste Schuss in jedweder Hinsicht muss nun aber auch wirklich sitzen. Sonst wird aus dem Rebuild eine Endlosschleife.

Dieser Artikel wurde ohne vorherige Ansicht durch die Major League Baseball veröffentlicht.

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