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MLB: Prügelei zwischen Bryce Harper und Hunter Strickland - die Reaktionen

"Ich habe einfach rot gesehen"

Von SPOX
Dienstag, 30.05.2017 | 10:01 Uhr
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MLB
Yankees @ Astros (Spiel 7)

Nach der Prügelei zwischen Bryce Harper und Hunter Strickland in der Nacht auf Dienstag warten die Streithähne nun auf ihre Strafe. Nationals-Superstar Harper erklärt seine Attacke auf den Mound und bekommt Rückendeckung von den Teamkollegen. Giants-Pitcher Strickland will von Absicht jedoch nichts wissen.

Beim Stand von 2:0 für die Nationals im achten Inning stand Harper an der Platte, Reliever Strickland auf dem Mound. Beide kannten sich bereits: In einer Playoff-Serie 2014 hatte es Strickland zweimal mit Harper zu tun gehabt - zweimal schlug der einen Homerun. Dennoch ging die Division Series an die Giants, die später auch den Titel gewannen.

Als der 98 Meilen schnelle Pitch von Strickland auf der Hüfte von Harper aufschlug, war für den jedoch klar: Es handelte sich um eine Botschaft Stricklands. Eine späte Rache für die beiden Homeruns von damals. Deshalb flog zuerst Harpers Schläger, dann der Helm - und dann verpassten sich beide ein paar Schwinger auf dem Werferhügel, bevor die beiden Teams aus den Dugouts strömten und die Streithähne trennten. Beide können nun wohl mit Sperren rechnen.

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"Ich habe einfach rot gesehen", sagte Harper, MVP von 2015. "Man will natürlich gesperrt werden oder so, aber manchmal muss man sich einfach den Pitcher schnappen und darf nicht zögern. Man geht entweder zur First Base oder dem Pitcher an den Kragen - und ich entschied für letzteres." Für ihn sei es nicht nachvollziehbar, warum Strickland immer noch an die Serie von damals denke: "Das war vor drei Jahren, ich glaube über 1.000 Tage her. Ich weiß nicht, warum er daran denkt. Er hat doch einen World-Series-Ring an seinem Finger, den er sich jeden Abend anschauen kann." Eine Tatsache könne er jedoch respektieren: "Er hat mich immerhin an der richtigen Stelle getroffen. Er hat nicht auf mein Gesicht geworfen, wie es andere machen."

Immerhin keine Verletzten

Strickland landete den ersten Treffer, bevor die beiden getrennt wurde, bekam er aber auch noch die Faust von Harper zu spüren. Es habe sich nicht um Absicht gehandelt, so der 28 Jahre alte Rechtshänder (1.53 ERA in 21 Einsätzen in dieser Saison): "Ich habe ihm den Ball schon ein paar Mal über der Platte serviert. Das hat er ausgenutzt, also wollte ich nach innen werfen. Und dann war ich natürlich ein bisschen zu weit innen." Es sei Harpers Entscheidung gewesen, den Mound zu stürmen. Danach sei klar gewesen: "Jetzt geht's rund. Da muss man sich selbst verteidigen und darf nicht nachgeben."

Sein Manager Bruce Bochy musste jedoch zugeben: "Das sieht nicht gut aus, wirklich nicht. Harper wird von jemandem getroffen, der ein paar Homeruns abgegeben hat. Der aber sagt, er wollte nur nach innen pitchen." Die beiden würden sich nicht besonders mögen: "Das war ein ziemlich großes Gerangel. Wir haben Glück, dass sich niemand verletzt hat."

"Ich kann mich ja auch nicht mit dem Pitcher prügeln"

Für Manager Dusty Baker war die Sache allerdings klar: Absicht. "Wir sind 2:0 vorne, zwei Outs und niemand auf Base. Das ist die beste Zeit, um nach jemandem zu werfen. Das sah für mich nach Absicht aus." Er verteidigte Harper: "Was soll ein Mann denn machen? Er ist kein Sandsack, sondern ein Mensch mit Emotionen."

First Baseman Ryan Zimmermann sah die Schuld ebenfalls bei Strickland, der in diesem Jahr noch keinen Hit-by-Pitch fabriziert hatte: "Man sollte keinen 98 Meilen Fastball abbekommen, nur weil man Homeruns serviert. Ich kann mich ja auch nicht mit dem Pitcher prügeln, wenn ich zwei Strikeouts kassiere."

Für Aufsehen sorgte auch Giants-Catcher Buster Posey, der während der Aktion keinerlei Anstalten machte, in den Zwist zwischen Harper und Strickland einzugreifen. "Ich habe gesehen, wie Harper auf ihn zeigte, und plötzlich rannte er auf ihn zu", erklärte er. "Da flogen ein paar große Jungs durch die Gegend. Mike Morse ist ein Riese, und er wurde herumgestoßen wie eine Flipperkugel. Es kann gefährlich sein, sich da einzumischen." Der 30-Jährige hatte aufgrund einer Gehirnerschütterung bereits ein paar Spiele in diesem Jahr verpasst.

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