Samstag, 04.03.2017

MLB: Jose Abreus verrückte Einreisegeschichte

Illegale Einreise! Abreu aß Teile seines Passes

Jose Abreu hat im Rahmen seines Prozesses vor dem Bundesgericht in Florida eine unglaubliche Geschichte preisgegeben. Der First Baseman der Chicago White Sox hat laut eigener Aussage im Oktober 2013 auf dem Flug von Haiti nach Miami Teile seines Passes gegessen. Bei dem Papier handelte es sich um einen illegalen Reisepass. Grund für die Verhandlung ist die Aufdeckung eines Schleuserrings.

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"Ich habe die erste Seite meines Passes gegessen", sagte Abreu vor dem Gericht aus: "Ich konnte schließlich nicht mit einem gefälschten Pass in die USA einreisen." Er habe sogar das Foto heruntergeschluckt, so der Kubaner weiter.

Zusammen mit einer Dose Heineken-Bier hatte der damals 26-Jährige an Bord einer Air-France-Maschine auf diese Weise einen Großteil seines Reisepasses vernichtet. Als Grund für die ungewöhnliche Aktion gab der First Baseman eine Deadline in den Vertragsverhandlungen mit den Chicago White Sox an.

Das Arbeitspapier des MLB-Klubs, das Abreu über die Dauer von vier Jahren rund 68 Millionen US-Dollar einbringt, musste zeitnah unterzeichnet werden. Eine Einreise auf legalem Weg hätte zu lange gedauert.

"Ich musste unbedingt nach Chicago"

"Wenn ich nicht bis zum entsprechenden Stichtag anwesend gewesen wäre, wäre der Vertrag hinfällig. Ich musste deshalb unbedingt nach Chicago reisen, um ihn rechtzeitig unterzeichnen zu können", erklärte Abreu.

Der Flug von Haiti nach Miami habe allerdings nur einen kleinen Teil seiner Reise dargestellt, so Abreu weiter. Zuvor sei er mit einem Schnellboot von Kuba nach Haiti gebracht worden und habe dort die gefälschten Papiere sowie das Ticket für einen Flug nach Florida erhalten.

Abreu war nach der Unterzeichnung des Kontrakts bei den Withe Sox zu einer Stützte avanciert und konnte sich unter anderem den Titel als Rookie des Jahres sichern.

Behörden sagen Straffreiheit zu

Eine Strafe muss der Kubaner indes nicht fürchten. Abreu wurde seitens der Behörden eine Straffreiheit zugesagt, sofern er vor Gericht sämtliche Einzelheiten seiner Einreise preisgeben und diese eidesstattlich versichern würde.

Grund für den Prozess ist nicht die Einreise Abreus als einzelne Handlung, sondern die Aufdeckung eines amerikanischen Schleuserrings, der mit talentierten Sportlern ein großes Geschäft auf die Beine gestellt hat.

Immer wieder werden aus Kuba hoffnungsvolle Akteure auf illegale Weise in die Vereinigten Staaten sowie andere Länder geschleust.

Menschenhandel und Verschwörung

In Florida müssen sich in diesem Zusammenhang der Spieler-Agent Bartolo Hernandez sowie Baseball-Coach Julio Estrada vor Gericht verantworten. Nach einem dritten Verdächtigen, Amin Latouff, wird noch gefahndet.

Die Angeklagten sehen sich mit den Vorwürfen des Menschenhandels sowie der Verschwörung ausgesetzt. Im Falle eines Schuldspruchs drohen Hernandez,Estrade sowie Latouff empfindliche Freiheitsstrafen.

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