Freitag, 10.02.2017

Miami Marlins stehen angeblich vor Verkauf an Charles Kushner

Marlins vor Verkauf an dubiosen Bieter

Was wird aus den Miami Marlins? Medienberichten vom Donnerstag zufolge steht die MLB-Franchise kurz vor dem Verkauf, doch einer der potenziellen Käufer hat eine kriminelle Vergangenheit und sorgt daher für Aufregung.

Seit 2002 sind die Miami Marlins, die damals noch Florida Marlins hießen, im Besitz von Jeffrey Loria, einem amerikanischen Kunsthändler. Er kaufte die Franchise damals für weniger als 160 Millionen US-Dollar. Medienberichten zufolge soll er nun kurz davorstehen, das Team nach zahlreichen "Räumungsverkäufen" und zwei Meisterschaften zu verkaufen - für knapp 1,6 Milliarden Dollar.

Viel ist über eine potenzielle Bietergemeinschaft noch nicht bekannt, aber ein Name sickerte übereinstimmenden Medienberichten schon durch: Charles Kushner, ein Immobilien-Mogul und seines Zeichens Schwiegervater von Ivanka Trump, der Tochter von US-Präsident Donald J. Trump.

Kushner, dessen Sohn Jared bekanntermaßen einer der engsten Berater des Präsidenten ist und damit vermutlich selbst gegen geltendes Recht verstößt, wurde dadurch bekannt, dass er eine Gefängnisstrafe wegen Steuerhinterziehung, Beeinflussung von Zeugen vor Gericht und illegaler Zuschüsse in Wahlkampagnen absaß.

MLB nicht informiert

Ferner habe die MLB bislang noch keinerlei Informationen zu einer möglichen Übernahme erhalten, was gegen die Richtlinien der Liga verstieße: "Unter den Regeln der Major League Baseball muss das Büro des Commissioners über jegliche Konversationen über einen Franchiseverkauf informiert werden", heißt es in einem offiziellen Statement. Weiter schreibt die Liga: "Das Büro des Commissioners hat weder direkt noch indirekt von irgendwelchen Konversationen gehört, die Charles Kushner involvieren."

Abgesehen davon, dass der finale Kaufpreis noch nicht festgelegt sein soll, wie die Associated Press sowie Forbes übereinstimmend berichten, könnte ein solcher Deal auch an der Zustimmung der 29 restlichen Teameigner scheitern. Diese müssten nämlich den Verkauf genehmigen, was angesichts der Personalie Kushner infrage gestellt werden muss - schon aus PR-Gründen.

Ein Weg, um dieses Problem zu umgehen, wäre jedoch laut New York Times, wenn Kushners anderer Sohn, Josh, sowie dessen Schwager Joseph Meyer, an der Spitze des Bieterkonsortiums ständen. Diese seien laut dem Blatt schon seit mehreren Monaten einem möglichen Kauf der Franchise nachgegangen.

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