MLB

Albert Pujols verleiht den Angels Flügel

Von Marcus Blumberg
Macht er den Unterschied? Albert Pujols soll die Angels dem Baseball-Himmel wieder näher bringen
© Getty
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4. Detroit Tigers

Wichtigste Zugänge: Prince Fielder (1B, Milwaukee Brewers), Octavio Dotel (RP, St. Louis Cardinals)

Wichtigste Abgänge: Magglio Ordonez (OF, Free Agent), Carlos Guillen (UTIL, Karriereende)

Ausblick: Die Offseason der Tigers schien recht trostlos zu verlaufen, nachdem sich DH Victor Martinez mit einem Kreuzbandriss, den er sich im Winterball zugezogen hatte, für die komplette Saison verabschiedete. Die Suche nach einem Nachfolger lief zunächst schleppend. Dann aber ging alles ganz schnell: Anstatt eine kurzfristige Lösung zu wählen, entschied man sich für die ganz große - und teure - Variante. Prince Fielder wurde zur Überraschung aller als neuer First Baseman verpflichtet.

Seine Ankunft bedeutet gleichzeitig, dass Miguel Cabrera fortan wieder an der dritten Base beschäftigt sein wird. An der Position, die er zu Anfang seiner Tigers-Zeit aufgrund überschaubarer Defensive aufgegeben hatte. Dies könnte also durchaus zum Problem werden, wie die im Spring Training erlittene Gesichtsfraktur bereits dokumentierte.

Abgesehen davon bilden die zwei Slugger aber den wohl explosivsten 3-4-Punch der MLB. Beide sind für monströse Zahlen gut und nur schwer auszumachen. Mit dieser Power sollte selbst der riesengroße Comerica Park kein Problem darstellen. Zudem besitzt man auf den Ecken im Outfield weitere junge, starke Hitter mit Delmon Young und Brennan Boesch. Center Fielder Austin Jackson müsste allerdings seine Strikeouts minimieren und dafür vor allem seine Walks erhöhen, um wirklich ein guter Leadoff-Hitter zu werden.

Das Pitching dürfte auch kein Problem werden. Angeführt wird die Rotation von MVP und Cy-Young-Gewinner Justin Verlander. Mehr muss man über ihn wohl nicht sagen. Hinter ihm steckt viel Potential in durchweg jungen Startern wie Doug Fister, Max Scherzer oder Rick Porcello. Der fünfte Platz wird noch ausgespielt, geht aber sicher an eines von zahlreichen Talenten.

Im Bullpen hinter Closer Jose Valverde stehen mit Joaquin Benoit und Octavio Dotel gleich zwei äußerst zuverlässige Setup-Pitcher zur Verfügung. Aber auch die Linkshänder Daniel Schlereth und Phil Coke sind an guten Tagen richtig stark.

Es wird der Konkurrenz schwerfallen, um Cabrera und Fielder herumzupitchen. Außerdem ist das Pitching nur schwer zu überwinden. Hinzu kommt die schwache American League Central, weshalb ein weiterer Divisionstitel recht wahrscheinlich wirkt. Im Oktober muss man das Team ernst nehmen, egal gegen welchen Gegner.

5. St. Louis Cardinals

Wichtigste Zugänge: Carlos Beltran (OF, San Francisco Giants), Rafael Furcal (SS, Los Angeles Dodgers)

Wichtigste Abgänge: Albert Pujols (1B, Los Angeles Angels), Tony La Russa (Manager, Karriereende)

Ausblick: Einen zukünftigen Hall-of-Famer zu ersetzen, dürfte jedem schwerfallen. Dazu aber auch noch einen hoch dekorierten Manager zu verlieren, macht die Aufgabe umso schwieriger.

Ein Ende ist aber immer auch ein Anfang und unter diesem Motto gehen die Cardinals die Mission Titelverteidigung an. Offensiv versucht man Pujols' Verlust mit Carlos Beltran im Outfield zu kompensieren. Defensiv übernimmt Lance Berkman auf seiner eigentlich angestammten Position First Base. Außerdem hat man mit Rafael Furcal einen erfahrenen Shortstop, der das Leadoff-Problem der Cards beheben wird. Und ansonsten sind auch noch World-Series-MVP David Freese, Outfielder Matt Holliday und Clutch-Hitter Allen Craig auf der Bank zurück. Nicht vergessen darf man Catcher Yadier Molina, der sich seinen neuen langfristigen Vertrag auch mit seiner offensiv besten Saison verdient hat.

Der aber wohl wichtigste Neuzugang ist gar kein solcher. Adam Wainwright, das unumstrittene Ace des Teams, kehrt nach seiner Ellenbogenoperation gesund zurück und wird das Team enorm verstärken. Dahinter folgt mit Chris Carpenter im Grunde das zweite Ace. Ein Luxus, über den kaum ein anderes Team verfügt, wäre da nicht die Entzündung eines Nervs in der Schulter. Wie lange der 36-Jährige nun ausfällt, ist unklar. Pessimistischen Schätzungen zufolge könnte die Problematik bis zu zwei Monate andauern.

Den Platz von Carpenter wird zunächst mal Lance Lynn übernehmen, der im letzten Jahr noch im Bullpen und gerade in den Playoffs zu überzeugen wusste. Er könnte einen ähnlichen Weg machen wie einst Wainwright, der auch vom Top-Reliever zum Starter wurde. Allerdings war Wainwright damals natürlich der Closer.

Der Bullpen war bislang ein Pool an weitgefächerten Talenten, die je nach Situation teilweise spontan von La Russa eingesetzt wurden. Es bleibt abzuwarten, ob Neu-Manager Mike Matheny ein ähnlich starkes Bullpen-Management aufweisen kann. Als ehemaliger Catcher dürfte er sich aber mit Pitchern generell auskennen.

Ein weiterer nicht zu verachtender Faktor ist die Konkurrenz. Durch die Bank gibt es eigentlich kein Team in der NL Central, das komplett ohne Fragezeichen in die Saison geht. Die Cardinals hingegen sehen auf dem Papier ziemlich stark aus und haben kaum Lücken. Pujols' Abgang könnte sich am Ende als gar nicht so schlimm herausstellen und dass sie in der Lage sind, den Ausfall eines Top-Pitchers zu kompensieren, haben sie letztes Jahr nachhaltig unter Beweis gestellt.

Sleeper-Team: San Diego Padres

Wichtigste Zugänge: Carlos Quentin (OF, Chicago White Sox), Yonder Alonso (1B, Cincinnati Reds)

Wichtigste Abgänge: Mat Latos (SP, Cincinnati Reds), Heath Bell (RP, Miami Marlins)

Ausblick: Die San Diego Padres als Sleeper Pick? Ja, Ihr habt richtig gelesen! Sicher, das Team wurde Letzter der überschaubaren NL West. Aber seither ist einiges passiert. Allen voran ist mit Josh Byrnes ein neuer General Manager an Bord, der mit einigen Trades das Team nachhaltig verändert hat.

Mit Carlos Quentin und Yonder Alonso bekommt das Team mehr Power. Quentin wird jedoch erst gegen Ende April oder Anfang Mai zum Team stoßen, da er sich erst in der vergangenen Woche einer Arthroskopie im Knie unterziehen musste. Dazu wurde der Abgang von Closer Heath Bell mit einem Trade für Huston Street von den Rockies geschickt kompensiert und dazu kommen auch noch Starter Edinson Volquez und Reliever Andrew Cashner.

Die Rotation sieht insgesamt ordentlich aus, angeführt von Tim Stauffer, abgerundet durch Cory Luebcke und Clayton Richard und der Bullpen verfügt ebenfalls über ein paar interessante Spieler. Einer davon wird wohl Micah Owings sein, der mitunter auch mal als Pinch-Hitter eingesetzt wird.

Wie genau die Batting Order aussehen wird, steht noch nicht fest. Klar ist aber, dass die Hitter allesamt Potential mitbringen. Leute wie Center Fielder Camero Maybin, Right Fielder Will Venable sowie beide Middle-Infielder (Orlando Hudson, Jason Bartlett) verfügen zudem über guten Speed. Das eröffnet natürlich mehrere Möglichkeiten, Runs zu erzielen. Auf Home Runs kann man sich im gigantischen Petco Park ohnehin nicht verlassen.

Am Ende muss einiges richtig laufen, damit dieses Team eine erfolgreiche Saison spielt. Aber wenn die Leistungsträger das zeigen, was sie können und man weitestgehend von Verletzungen verschont bleibt, dann könnten die Padres in dieser Saison den einen oder anderen überraschen.

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