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Obama enttäuscht beim Eröffnungswurf

SID
Dienstag, 06.04.2010 | 11:38 Uhr
US-Präsident Obama ist eigentlich Fan der Chicago White Sox, die 2005 die World Series gewannen
© sid
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Beim First Pitch, dem ersten Wurf der Saison der Major League Baseball, im Spiel zwischen Washington und Philadelphia enttäuschte US-Präsident Barack Obama die Fans.

Barack Obama taugt offenbar nicht zum Baseball-Star. Der US-Präsident führte gemäß einer 100-jährigen Tradition den legendären First Pitch in der Major League Baseball (MLB) aus, warf dabei aber so schlecht, dass Profi Ryan Zimmermann von den gastgebenden Washington Nationals den Ball nur mit Mühe fangen konnte.

"Ich bin ein bisschen enttäuscht", sagte der 48-jährige Obama, als er seinen Wurf noch einmal auf der Leinwand sah: "Ich habe ihn etwas zu früh und zu hoch abgeworfen, und dann war er auch noch außerhalb."

"Aber ich bin eben ein Junge aus dem Süden"

Obama trug eine Khaki-Hose und ein Basecap seines Lieblings-Teams Chicago White Sox, allerdings auch eine rote Jacke der Washington Nationals.

"Ich wünsche den Nats alles Gute. Ich liebe sie", sagte der mächtigste Mann der Welt unter dem Jubel der Fans, fügte dann jedoch entschuldigend an: "Aber ich bin eben ein Junge aus dem Süden."

Nur bedingt ein Glücksbringer

Anschließend bot sich Obama als Glücksbringer der Nats an, und in gewisser Weise hatte er damit auch Erfolg.

Als der Präsident die Tribüne nach drei Innings verließ, führte Washington gegen Vizemeister Philadelphia Phillies mit 1:0 - am Ende hieß es aus Sicht der Gastgeber 1:11.

Dafür gab es vor allem zwei Gründe: Zum einen Pitcher Roy Halladay, der in seinem ersten Spiel für die Phillies sechs Hits zuließ und in sieben Innings neun Strikeouts verbuchte. Zum anderen Placido Polanco: Der Second Baseman kam auf sechs RBI, allein vier davon nach einem Grand Slam im letzten Inning.

Als erster US-Präsident hatte am 14. April 1910 William Howard Taft eine Baseball-Saison eröffnet, damals allerdings noch von der Tribüne aus. Obama warf den Ball nun vom Wurfhügel zur knapp 19 Meter entfernten Home Plate - nur eben nicht wirklich gut.

Historischer Auftakt für Pujols: Der Slugger der St. Louis Cardinals ist der amtierende MVP der National League, und gleich im Eröffnungsspiel zeigte er den Fans, warum er zu Recht diesen Titel trägt.

Bei den Cincinnati Reds holten die Cards einen 11:6-Sieg, zu dem Pujols zwei Homeruns und vier Runs beitrug. Seit 1952 ist diese Leistung in einem Eröffnungsspiel nur drei anderen gelungen: Carlton Fisk (1973), Dmitri Young (2005) und Xavier Nady (2008).

Lincecum schon wieder heiß: Der Pitcher der San Francisco Giants durften im ersten Saisonspiel gegen seinen Lieblingsgegner ran - und verbesserte seine starke Bilanz nochmal. Wenn Lincecum auf die Astros trifft, hat er nun einen ERA von 1.37, nachdem er im sechsten Spiel gegen Houston sieben Strikeouts warf und in sieben Innings keinen einzigen Run zuließ.

"Ein Eröffnungsspiel ist von der Atmosphäre etwas anderes als ein normales Spiel, aber ich war gut vorbereitet", so der zweimalige Cy-Young-Award-Winner. Die Giants gewannen übrigens 5:2.

Heyward, der neue Braves-Star: Es dauerte nur wenige Minuten, bis Atlanta-Braves-Centerfielder Jason Heyward in seinem ersten MLB-Spiel zeigte, dass der ganze Hype der Preseason berechtigt war. In erstem At-Bat auf der großen Bühne ließ er ganz selbstbewusst zwei Pitches durchgehen, ehe er sich einen Fastball von Carlos Zambrano vornahm und seinen ersten ersten Homerun erzielte. Das Publikum tobte.

"Ich kann mich nicht erinnern, dass das Turner Field schon mal so laut gewesen wäre", war Braves-Legende Chipper Jones erstaunt über die Leistung des Neulings. "Beeindruckend, sehr beeindruckend. Das war nur das erste von vielen Heyward-Highlights, die uns noch bevorstehen." Vier RBI steuerte der 20-Jährige insgesamt zu Atlantas 16:5-Erfolg über die Chicago Cubs bei. Kein Team hat in den letzten 30 Jahren mehr Runs in einem Eröffnungsspiel erzielt. Es könnte eine gute Saison für die Braves werden.

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