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Mehr als nur Drew Brees

Von Philipp Dornhegge
Montag, 05.10.2009 | 09:44 Uhr
Drew Brees' New Orleans Saints schlugen die N.Y. Jets mit starkem Laufspiel und guter Defense
© Getty
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Die Saints brauchen keinen überragenden Quarterback, um weiterhin das Maß aller Dinge in der NFL zu sein. Die Steelers schlagen ihren Lieblingsgegner. Dank ihrer Mannings dominieren derweil die Indianapolis Colts und New York Giants ihre Spiele. Für das vermeintliche Spitzenteam Tennessee Titans regnet es hingegen Pleiten.

Pittsburgh Steelers (2-2) - San Diego Chargers (2-2) 38:28 (14:0, 7:0, 7:7, 10:21)

Es bleibt dabei: Wenn die Steelers im Heinz Field gegen die Chargers antreten, dann kann es nur einen Sieger geben. In nun 14 Anläufen konnte San Diego noch nie gewinnen. Der Champion legte los wie die Feuerwehr und führte zur Halbzeit scheinbar uneinholbar, doch irgendwie kehrte im letzten Viertel der Schlendrian ein.

Plötzlich drehte das Duo Philip Rivers (21/36, 254 Yds, 0 INT, 3 TD) und Antonio Gates (124 Yds, 2 TD) auf und machte die Sache noch mal spannend. Erst mit Jeff Reeds 46-Yard-Field-Goal 43 Sekunden vor Schluss machte Pittsburgh den zweiten Saisonsieg klar.

Für die Steelers zeigten Ben Roethlisberger (26/33, 333 Yds, 0 INT, 2 TD), Ersatz-Running-Back Rashard Mendenhall (165 Yds, 2 TD) sowie die Receiver Hines Ward (113 Yds) und Hetah Miller (70 Yds, 2 TD) starke Leistungen.

Miami Dolphins (1-3) - Buffalo Bills (1-3) 38:10 (0:0, 17:3, 14:0, 7:7)

Nach gutem Start werden die Bills scheinbar von Spiel zu Spiel schlechter. Gegen die Dolphins ging vor allem in der Rushing Defense nichts zusammen: 250 Yards erlief Miami, Ronnie Brown (115 Yds, 2 TD) und Ricky Williams (85 Yds, 1 TD) nutzten die Lücken eiskalt aus.

Und die Offense? Buffalo hatte nur 22 Minuten den Ball, erspielte lediglich 10 First Downs und 206 Yards - so wird das natürlich nichts. Und mit Terrell Owens (3 Rec, 60 Yds) ist auch nicht viel los.

New Orleans Saints (4-0) - New York Jets (3-1) 24:10 (3:0, 14:3, 0:7, 7:0)

Ärgerlich, dass ausgerechnet Quarterback Mark Sanchez (14/27, 138 Yds, 0 TD) das Spiel verlor. Der bisher sehr starke Rookie der Jets warf drei Interceptions und verzeichnete einen Fumble - vier Turnover, von denen zwei prompt zu Touchdowns der Saints führten.

Vor allem Darren Sharpers 99-Yard-Return - Klubrekord - tat richtig weh. "Sie waren klar besser als wir", musste New Yorks Coach Rex Ryan zugeben. "Sie haben unsere Ballverluste ausgenutzt und ein sehr starkes Laufspiel aufgezogen."

Das wurde angeführt von Running Back Pierre Thomas (86 Running Back Pierre Thomas (86 Yds, 1 TD). Da machte es nichts, dass Quarterback Drew Brees einen ruhigen Abend (20/32, 190 Yds, 0 INT, 0 TD) verlebte.

Denver Broncos (4-0) - Dallas Cowboys (2-2) 17:10 (0:10, 7:0, 0:0, 10:0)

Dallas' Defense war stark, Denver's war besser: Drei Sacks verbuchten die Cowboys und machten Broncos-Quarterback Kyle Orton das Leben schwer. Aber Denver verbuchte seinerseits fünf Sacks, hielt die Cowboys erstmals in dieser Saison unter 100 Rushing Yards und bewirkte, dass Tony Romo erstmals in zwei Spielen in Folge keinen Touchdown-Pass warf.

Für die spielentscheidende Aktion sorgte Wide Receiver Brandon Marshall, als er 1:46 Minuten vor Schluss Cornerback Terence Newman einen zu kurz geratenen Pass von Orton aus den Händen schnappte und für 51 Yards in die Endzone lief.

San Francisco 49ers (3-1) - St. Louis Rams (0-4) 35:0 (0:0, 7:0, 14:0, 14:0)

Jeder, der meint, dass die Bucs, die Chiefs oder die Browns das schlechteste Team der Liga stellen, sollte einen Moment innehalten. Denn was die Rams in ihrem vierten Spiel phasenweise anboten, war eine bodenlose Frechheit.

Die Interception, die Quarterback Kyle Boller (13/24, 108 Yds, 0 TD) zu Patrick Willis warf, war wohl die unnötigste, die die NFL seit langer Zeit gesehen hat. Boller hat keinen Druck, und kein einziger Receiver war auch nur in der Nähe des Balles. Die 49ers mussten eigentlich nichts anderes tun, als Fehler zu vermeiden und auf die der Rams zu warten.

"Der Candlestick Park ist unser Reich", erklärte San Franciscos Coach Mike Singletary. "Hier bestimmen wir den Spielverlauf." St. Louis fügte sich nur zu gern in sein Schicksal.

Indianapolis Colts (4-0) - Seattle Sehawks (1-3) 34:17 (7:0, 14:3, 7:0, 6:14)

Bei den Colts läuft es einfach: Vier Touchdowns bei den ersten fünf Drives - so wird's gemacht. Quarterback Peyton Manning (31/41, 1 INT, 2 TD) führte sein Team und rückte mit seinem 342. Touchdown-Pass auf Platz drei der ewigen Bestenliste vor. Seine 353 Yards bedeuten zudem, dass er in allen vier Saisonspielen über 300 Yards geworfen hat.

Die Colts haben jetzt - die letzte reguläre Saison hinzugenommen - 13 Spiele in Folge gewonnen. Einziges Trostpflaster für Seattle: Matt-Hasselbeck-Ersatz Seneca Wallace (33/45, 257 Yards, 0 INT, 1 TD) machte das beste Spiel seiner Karriere.

Kansas City Chiefs (0-4) - New York Giants (4-0) 16:27 (3:7, 0:10, 0:3, 13:7)

Was Peyton kann, kann Eli (20/34, 292, 1 INT, 3 TD) auch. Naja, nicht ganz vielleicht, aber die Giants spielen bisher keinesfalls weniger beeindruckend als die Colts. Zwar machen die Chiefs den Buccaneers ernsthafte Konkurrenz um den Titel des schlechtesten Teams der Liga, aber auch diese Spiele wollen gewonnen werden.

Das taten die Giants souverän, neben Manning spielten sich vor allem Receiver Steve Smith (134 Yds, 2 TD) und Running Back Brandon Jacobs (92 Yds) in den Vordergrund. Die Chiefs schafften insgesamt nur 193 Yards.

New England Patriots (3-1) - Baltimore Ravens (3-1) 27:21 (3:7, 14:0, 7:7, 3:7)

Das Spiel hielt eigentlich alles, was es versprach: Ravens-QB Joe Flacco machte einen guten Job (27/47, 264 Yds, 1 INT, 2 TD), Running Back Ray Rice machte das Spiel seines Lebens (102 Yds) - aber am Ende gewannen die Patriots.

Warum? Weil sie weniger Fehler machten (1-2 Turnovers), weniger Strafen bekamen (41-85 Yds) und Tom Brady grundsolide spielte (21/32, 258 Yds, 0 INT, 1 TD). Patriots' Deutschland-Import Sebastian Vollmer als Ersatzspieler zum Einsatz.

Washington Redskins (2-2) - Tampa Bay Buccaneers (0-4) 16:13 (0:7, 0:3, 16:0, 0:3)

So ein paar Buhrufe können offenbar doch heilende Wirkung haben: Nachdem die Redskins bei einem Zehn-Punkte-Rückstand mit Pfiffen in die Halbzeit gejagt wurden, wurde im dritten Viertel alles besser.

Jason Campbell (12/22, 170 Yds, 2 INT, 2 TD), der bis dahin unter aller Kanone gespielt hatte, warf zwei Touchdown-Pässe, der Abschnitt ging 16:0 an Washington und die Welt war wieder in Ordnung. Die Bucs dagegen bleiben die 2010er-Version der Detroit Lions. Es hagelt Niederlagen.

Jacksonville Jaguars (2-2) - Tennessee Titans (0-4) 37:17 (10:0, 17:3, 3:6, 7:8)

Was geht denn mit den Titans ab? Im letzten Jahr noch das beste Team der Saison, in diesem Jahr totales Fallobst. Dabei hätte Tennessee laut Experten durchaus zu den besseren Mannschaften zählen sollen.

Gegen David Garrard (27/37, 323 Yds, 0 INT, 3 TD) war einfach kein Kraut gewachsen. Hinzu kamen drei Ballverluste und 137 zugelassene Rushing Yards - es war ein Abend zum Vergessen für die Titans.

Houston Texans (2-2) - Oakland Raiders (1-3) 29:6 (3:3, 17:3, 9:0, 0:0)

Apropos schlecht: Oakland ist kein Deut besser als Tennessee. Zwar haben die Raiders schon ein Spiel gewonnen, aber gegen Houston ging - wie in der Vorwoche gegen Denver - nichts.

Stellvertretend die Leistung von Running Back Darren McFadden: 6 Carries, -3 Yards - Wahnsinn! Dabei war Houstons Rushing Defense bisher die schlechteste der Liga. Die Texans machten trotzdem alles richtig, insbesondere Jacoby Jones' Kickoff-Return-Touchdown gefiel.

Chicago Bears (3-1) - Detroit Lions (1-3) 48:24 (7:14, 14:7, 13:0, 14:3)

Die Lions sind nach ihrem Höhenflug wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Gegen die Bears gelang in der Offense zwar viel, auch Rookie Matt Stafford machte ein ordentliches Spiel (24/36, 296 Yds, 1 INT, 1 TD).

In der Defense allerdings passte überhaupt nichts. Jay Cutler (18/28, 141 Yds, 0 INT, 2 TD und ein Rushing-Touchdown) und Running Back Matt Forte (121 Yds, 1 TD) nahmen Detroit nach allen Regeln der Kunst auseinander.

Cleveland Browns (0-4) - Cincinnati Bengals (3-1) 20:23 n.V. (0:7, 7:7, 7:0, 6:6, 0:3)

Was kann man aus diesem Thriller ableiten? Dass die Bengals doch nicht so gut sind, weil sie Mühe mit den Browns hatten? Dass die Browns besser sind als ihre Bilanz? Vermutlich nichts, außer dass in engen Spielen meist der gewinnt, der etwas mehr Risikobereitschaft zeigt.

Das waren ganz eindeutig die Bengals, die 1:04 Minuten vor Ende der Overtime keinen Bock auf Unentschieden hatten und ihr viertes Down und 11 einfach ausspielten. Ausgerechnet Quarterback Carson Palmer (23/44, 230 Yds, 1 INT, 2 TD) brachte mit seinem 15-Yard-Run Kicker Shayne Graham in Position für das entscheidende Field Goal.

Bitter für Cleveland, das seine mit Abstand beste Saisonleistung zeigte, allen voran Ersatz-QB Derek Anderson (26/48, 269 Yds, 1 INT, 1 TD), Running Back Jerome Harrison (121 Yds) und Receiver Mohamed Massaquoi (148 Yds).

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