"Ein gewaltiger Schock für mich"

SID
Dienstag, 13.10.2009 | 11:32 Uhr
Alexander Sulzer will möglichst bald wieder das Predators-Trikot tragen
© Getty
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Alexander Sulzer will in dieser Saison seinen Durchbruch in der NHL schaffen. Bei den Nashville Predators gehört der Deutsche zu den großen Talenten auf der Verteidiger-Position. SPOX begleitet Sulzer auf dem Weg in die NHL. In seiner ersten Kolumne blickt der 25-Jährige auf das harte Trainingscamp zurück und spricht über seine vorübergehende Abschiebung ins Farmteam. Außerdem sagt er, welche Teams er in den Divisions ganz vorne sieht und auf welche Spieler es zu achten gilt.

Hallo Eishockeyfreunde,

erstmal möchte ich Euch zu meiner neuen monatlichen Kolumne hier bei SPOX begrüßen. Ich freue mich, dass Ihr mich auf meinem Weg in die NHL begleiten werdet.

Nach sechsmonatiger Verletzungs- bzw. Sommerpause ging es am 12. September endlich wieder für mich so richtig los. Das Trainingscamp meines Klubs, Nashville Predators, läutete die heiße Phase der Vorbereitung ein.

Der geliebte Eistest...

Ich muss gestehen, dass ich sehr nervös war. Der erste Tag bestand ausschließlich aus medizinischen Untersuchungen (Blutbild, Sehtest, Herzultraschall und Auffrischung des Verletzungstagebuchs) und dem obligatorischen Fitnesstest.

Hier wurden die im Eishockey üblichen Übungen verlangt: Kniebeugen, Bankdrücken, Klimmzüge, Rumpfstabilität, Körperfett und am Ende der von allen sehr geliebte Eistest.

Wir laufen einen gewissen Parkur (ca. 25-28 Sekunden für Verteidiger) und du musst so schnell laufen, wie du kannst. Dazwischen gibt es jeweils 30 Sekunden Pause. Das Ganze wird sechsmal gemacht. Da ist dann von Schwindel und Krämpfen bis zum Übergeben bei manchen Leuten alles dabei.

Hohes Tempo, hohe Intensität

Ich war, wie die anderen Spieler auch, sehr erleichtert, als dieser Tag vorbei war. Das ist auch der Moment, in dem die volle Vorfreude auf das tatsächliche Eishockey entsteht.

Ab dem zweiten Tag sind wir dann voll ins Training eingestiegen. Von der ersten Minute an herrschte ein sehr, sehr hohes Tempo und es ging mit hoher Intensität zur Sache.

Der Kampf um die Plätze war deutlich spürbar. Mit Robert Dietrich und Neuzugang Marcel Goc (vorher San Jose Sharks) waren zwei Landsleute mit dabei. Während Robert, der wie ich aus Kaufbeuren kommt, zurück in die AHL nach Milwaukee musste, hat Marcel sich einen Platz im Team erkämpft.

Von Spiel zu Spiel gesteigert

Nach vier Tagen bestritten wir unser erstes Testspiel gegen die Atlanta Thrashers, das wir auch deutlich mit 5:0 gewonnen haben. Für mich war diese Partie ein echter Härtetest, weil ich doch mit gemischten Gefühlen ins Spiel gegangen bin.

Meine Schulterverletzung, die ich mir in meinem zweiten NHL-Spiel Ende Januar bei den Vancouver Canucks zugezogen hatte, war bei mir noch im Hinterkopf. Spätestens nach dem ersten Check waren aber jegliche Bedenken weggewischt.

Ich habe im Laufe des Camps dann fünf von sechs Spielen bestritten und mich von Spiel zu Spiel gesteigert. Vor allem bei den beiden letzten Testspielen gegen Carolina und in Columbus war ich meiner normalen Form schon wieder sehr nahe.

Spielpraxis in Milwaukee

Leider hat der Trainerstab um Chefcoach Barry Trotz aber entschieden, mir zunächst noch in Milwaukee Spielpraxis zu geben. Das war ein gewaltiger Schock für mich und ich musste das erstmal verdauen. Dementsprechend war natürlich auch meine Stimmung.

Nach 24 Stunden hatte ich allerdings dann realisiert, was mir mitgeteilt wurde und machen wir uns mal nichts vor: Wenn ich die von mir erwartete Leistung von Anfang an gebracht hätte, wäre ich jetzt nicht in Milwaukee.

Aber ich weiß auch, dass ich gut genug bin, um in der NHL zu spielen und jetzt gilt es einfach, zu meiner gewünschten Form zu finden und mit guten Leistungen mich wieder unter die Top-6-Verteidiger in Nashville zu spielen.

In Milwaukee im Hotelzimmer

Wenn ich diese Leistungen bringe, haben die Verantwortlichen wohl keinen Grund, mich hier in Milwaukee zu lassen.

Ich lebe in Milwaukee momentan in einem Hotelzimmer. Barry Trotz meinte, es sei nur eine Frage der Zeit, bis ich zurück in Nashville sein werde. Aber ein Zeitfenster hierfür kann er mir nicht geben. Das hängt ausschließlich von meiner Performance ab.

Shea Weber, Ryan Suter und Dan Hamhuis sind in der Abwehr gesetzt, dahinter sind einige Akteure auf Augenhöhe. Die Verantwortlichen haben sich zunächst für Francis Bouillon, Teemu Laakso und Kevin Klein entschieden. Aber ich habe von Anfang an gewusst, dass es sehr viel harte Arbeit ist, sich einen Stammplatz in der NHL zu erspielen.

Mindestens zehn Minuten Eiszeit

Für die Predators geht es natürlich vom ersten Spiel an um die sprichwörtliche Wurst. Wirklich jeder einzelne Punkt ist lebenswichtig.

Das wird gerade an den letzten Spieltagen deutlich, wenn es dann tatsächlich immer nur um einen Punkt hin oder her geht, ob du in die Playoffs kommst oder deine Sommerpause planen kannst.

Für mich persönlich ist es am allerwichtigsten, so viel Eiszeit wie möglich in der NHL zu bekommen. Wenn ich mich weiter steigern kann und an meinem Spiel arbeite, denke ich auch, dass ich die bekommen werde. In welchem Maß wird sich dann zeigen, aber ich hoffe auf mindestens zehn Minuten Eiszeit pro Spiel.

Dynamische Kombination

Das Ziel mit den Predators ist wie jedes Jahr zunächst die Teilnahme an den Playoffs. Wenn das geschafft ist, wollen wir natürlich auch ernsthaft um den Stanley Cup mitspielen.

Wir haben eine dynamische Kombination aus Jugend und Erfahrung. Mit diesem Team können wir wirklich viel erreichen, wenn wir unsere Möglichkeiten nutzen und alles aus uns rausholen.

Bevor es richtig losgeht, wage ich mal eine Prognose, wer in meinen Augen die stärksten Teams in der NHL Saison 2009/2010 sein werden. Bei den Spielern, die man genauer beobachten sollte, habe ich mir drei echte Topleute rausgesucht. Einen Weltstar, einen Rookie und einen Teamkollegen.

Die Sulzer-Prognose

Atlantic Division: Hier werden der Champion aus Pittsburgh mit den beiden Superstars Sidney Crosby und Jewgeni Malkin und die Philadelphia Flyers mit Neuzugang Chris Pronger die Spitze unter sich ausmachen.

Northeast Division: Die Boston Bruins mit meinem Nationalmannschaftskollegen Marco Sturm sind hier ganz klarer Favorit.

Southeast Division: Die Washington Capitals werden auf jeden Fall oben dabei sein. Aber man sollte auch ein Auge auf die Carolina Hurricanes haben.

Northwest Division: Diese Division ist ziemlich ausgeglichen - hier ist alles möglich. Wenn ich mich festlegen müsste, würde ich auf die Vancouver Canucks mit Christian Ehrhoff und den Sedin-Zwillingen tippen.

Pacific Division: Die San Jose Sharks mit ihrem neuen Torjäger Dany Heatley sind klarer Favorit, aber die L.A. Kings haben sich sehr gut verstärkt und werden oben mit dabei sein.

Central Division: Die Frage, ob die Detroit Red Wings Favorit sind, kann ich mir ja eigentlich sparen... Aber auch Chicago mit den Jungstars Patrick Kane und Jonathan Toews ist exzellent besetzt. Das ist die mit Abstand ausgeglichenste Division, in der jeder jeden schlagen kann. Mein Tipp bleibt Detroit, gefolgt von...na klar... meinen Nashville Predators.

Sulzers Players to watch

Alexander Owetschkin (Washington Capitals): Der MVP der vergangenen Saison ist für mich der beste Torjäger der NHL und jedes Jahr für 50 Tore gut. Seine Spielweise ist unglaublich spektakulär.

John Tavares (New York Islanders): Nicht umsonst wurde der Angreifer im Sommer an erster Stelle gedraftet. Bereits in seinem ersten NHL-Jahr wird er für Furore sorgen.

Shea Weber (Nashville Predators): Mein Teamkollege ist in meinen Augen einer der komplettesten Verteidiger der Liga. Mit seinen 23 Toren hat er in der vergangenen Saison schon seine Klasse gezeigt. Ich denke, dass er sich noch weiter steigern kann und auch wird.

Jetzt seid Ihr bestens auf die neue NHL-Saison vorbereitet und es kann richtig losgehen. Ich zumindest kann es kaum erwarten. Bis zum nächsten Mal.

Euer Alex

 

 

 

 

 

Alexander Sulzer, 25, spielt seit 2007 in der Organisation der Nashville Predators. Der 1,85 Meter große Verteidiger startete seine Karriere beim ESV Kaufbeuren, bevor es ihn nach Hamburg und später nach Düsseldorf zog.  Mit der Nationalmannschaft nahm er 2005 und 2007 bei der WM und  2006 bei den Olympischen Spielen teil.

Der komplette NHL-Spielplan

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