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Das größte Basketball-Genie Europas?

Von Interview: Haruka Gruber
Montag, 22.06.2009 | 09:48 Uhr
Ricky Rubio (l., hier gegen Deutschland) gewann 2008 Olympia-Silber mit Spanien
© Getty
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Für die einen ist Ricky Rubio ein Phänomen. Das vielleicht größte Basketball-Genie, das Europa jemals hervorbrachte. Für die anderen ist er lediglich ein talentierter, aber doch überschätzter 18-Jähriger ohne Wurf und Erfahrung.

"Hinter dem Rummel um den Typen steckt doch nichts dahinter. Das einzige, was er Besonders kann, sind hin und wieder gute Pässe", lästerte etwa Draft-Kollege Brandon Jennings.

Fakt ist: Trotz einiger Skeptiker wurde in der NBA noch nie die erste Saison eines Europäers mit derart viel Spannung erwartet wie die des spanischen Point Guards. Beim Draft in der Nacht auf Freitag wird Rubio hinter dem designierten Nummer-1-Pick Blake Griffin wahrscheinlich auf zwei oder drei gezogen.

Dennoch bleibt die Frage: Wie gut ist Rubio wirklich? SPOX fragte bei Jan Jagla nach. Der deutsche Nationalspieler stand in den letzten beiden Jahren bei Joventut Badalona zusammen mit Rubio in einer Mannschaft.

SPOX: Ist der Hype um Rubio berechtigt?

Jan Jagla: Definitiv. Es ist der absolute Wahnsinn, wie er mit seinen gerade einmal 18 Jahren Basketball versteht. Sein Gefühl für das, was auf dem Platz passiert, ist beispiellos. Viele gute Point Guards wären froh, wenn sie in ihrer gesamten Karriere irgendwann so gut werden wie Rubio jetzt schon. So etwas wie ihn gibt es nicht noch einmal.

SPOX: Große Worte.

Jagla: Aber wahr. Man kann Ricky eigentlich mit keinem anderen Point Guard vergleichen, weil er quasi einen eigenen Spielertyp kreiert hat. Er arbeitet und spielt extrem hart, denkt aber gleichzeitig an seine Mannschaft und ordnet sich unter. Diese Kombination aus Mannschaftsdienlichkeit, Basketball-Verständnis und Antizipation ist einmalig. Das hat man so vorher noch nie gesehen. Ricky ist ein Phänomen.

SPOX: Was ist sein Geheimnis?

Jagla: Seine Intelligenz und sein Instinkt. Er liest das Spiel ganz anders als jeder normale Spieler und kann Dinge voraussehen, bevor sie passieren. Deswegen kommt er auch zu so vielen Steals: Bevor der Gegner überhaupt an den Pass denkt, weiß Ricky schon, wohin der Pass geht. Er hat Basketball im Blut.

SPOX: Wie würden Sie Rubio charakterisieren?

Jagla: Ein Beispiel: Letztes Jahr standen wir mit Badalona im spanischen Pokalfinale. Vor dem Spiel sind wir zwei in unser gemeinsames Hotelzimmer gegangen, um uns eigentlich auszuruhen. Ich habe mich also hingelegt und wollte meinen Mittagsschlaf halten, als ich sah, wie Ricky seinen Laptop rausholt und sich die vergangenen Spiele des Gegners auf DVD anschaut. Er wollte sich noch einmal seine eigenen Gedanken machen, wie er in dieser oder jener Situation reagieren könnte oder welche Spielzüge am besten funktionieren. Damals war er 17.

SPOX: Warum haben Sie dieses Beispiel gewählt?

Jagla: Die Szene hat mich unglaublich beeindruckt, weil sie soviel über Ricky aussagt. Weil man an so etwas erkennt, was für eine Arbeitseinstellung Ricky hat. Er ruht sich nicht auf seinem Talent aus, bildet sich fort und arbeitet an seinen Schwächen.

SPOX: Die da wären?

Jagla: Er hat technisch noch einen gehörigen Weg vor sich. Vor allem muss er an seinem Wurf arbeiten, gerade aus dem Dribbling heraus. Und er braucht noch Erfahrung - was für das Alter nichts Ungewöhnliches ist, die Medien dennoch als Anlass nehmen, um Ricky mittlerweile recht schnell zu kritisieren. Dabei muss man ihm Fehler zugestehen…

SPOX: … immerhin ist Rubio erst 18 und sieht noch aus wie 13…

Jagla: Ricky hat wirklich ein Babyface. Davon sollte man sich jedoch nicht täuschen lassen: Er ist mental viel, viel weiter. Er liest beispielsweise in seiner Freizeit sehr viele Bücher und interessiert sich auch für andere Themen als Basketball. Nicht umsonst kann er von den Spaniern, die ich kennen gelernt habe, mit am besten Englisch sprechen. Von daher würde ich nie als 18-Jährigen schätzen.

SPOX: Dass Rubio auch Krallen zeigen kann, beweist er in diesen Tagen. Er streitet sich mit Badalona um die Auflösung des bis 2011 befristeten Vertrags, wonach er aus eigener Tasche rund 6,6 Millionen Dollar zahlen müsste, um für die NBA spielberechtigt zu sein.

Jagla: Es ist eine schwierige Situation für ihn, immerhin ist er in der Stadt aufgewachsen hat dem Verein viel zu verdanken. Gegen Badalona vorzugeben war bestimmt das Letzte, was er machen wollte, aber ihm bleibt im Grunde nichts anderes übrig. Er will in die NBA, er will den nächsten Schritt machen – und seien wir ehrlich: Es wird auch an der Zeit. Europa ist ihm zu klein geworden.

Die SPOX-Award der NBA-Saison

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