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Der beste Sidekick der Welt

Von Florian Regelmann
Dienstag, 02.06.2009 | 14:13 Uhr
Unzertrennlich: Pau Gasol und Kobe Bryant
© Getty
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Die Los Angeles Lakers stehen zum zweiten Mal in Folge in den Finals. Ein Hauptgrund: Kobe Bryants Kumpan Pau Gasol. Der Spanier wird immer besser. Und frecher.

Pau Gasol postet am linken Zonenrand auf, täuscht kurz nach rechts zur Baseline an, dann zieht er mit ein paar schnellen Schritten zur Mitte und schließt mit einem Running-Hook-Shot ab. Unwiderstehlich. Unverteidigbar.

"Pauuuuuuu Gasol", schreit Lakers-Hallensprecher Lawrence Tanter ins Mikro. Es ist einer von den Moves, die Gasol so auszeichnen - und die ihn zum besten zweitbesten Spieler der NBA machen.

Wie Robin oder Scottie

Kobe Bryant ist der Hauptdarsteller bei den Lakers, Gasol ist sein perfekter Sidekick. Er ist das, was Robin für Batman war. Dr. Watson für Sherlock Holmes. Scottie Pippen für Michael Jordan.

Wörtlich übersetzt bedeutet Sidekick so was wie Handlanger oder Kumpan. Es ist also einer, der eine untergeordnete Rolle spielt, aber im Zusammenspiel mit seinem Boss unersetzlich ist.

Ohne Gasol würden die Lakers nicht erneut in den Finals stehen. So viel steht fest. Dank Gasol haben die Lakers gute Chancen, mit einem Finals-Sieg gegen Orlando die Championship wieder nach L.A. zu holen.

Bryant voll des Lobes

Der Spanier erzielte in den ersten drei Playoff-Runden im Schnitt 18,2 Punkte und 11,3 Rebounds und knüpfte damit nahtlos an seine starke Regular Season an.

Zum ersten Mal wurden seine Leistungen auch mit einer Nominierung in ein All-NBA-Team gewürdigt. Zwar war es nur das dritte, aber für einen Sidekick ist das doch gar nicht schlecht.

"Seit dem ersten Mal, als wir gemeinsam auf dem Feld standen, haben wir eine großartige Beziehung. Wir verstehen uns blind auf dem Court. Es ist unglaublich", spart Bryant nicht mit Lob für den Spanier, der dank seines Talents und seiner Spielintelligenz wie gemacht ist für die Triangle-Offense von Headcoach Phil Jackson.

Der Trade: Lakers stehlen Gasol 

Bryant weiß natürlich am besten, dass der 1. Februar 2008 als Glückstag in die Geschichte der Lakers eingehen wird.

L.A. verpflichtete Gasol in einem Trade von den Memphis Grizzlies - für Kwame Brown (Mega-Enttäuschung), Javaris Crittenton (Rookie), Aaron McKie (zurückgetreten), die Rechte an Paus Bruder Marc und zwei Draftpicks. Kurz: Für nichts. Wer von einem gemeinen Diebstahl spricht, liegt mit Sicherheit nicht falsch.

Urplötzlich wurde Gasol aus einer frustrierenden Situation in Memphis nach Hollywood befördert. An die Seite eines Mega-Stars.

Harte Jahre in Memphis

"Kobe ist so ein großartiger Spieler und Leader. Seit ich in L.A. bin, muss ich immer daran denken, wie froh ich sein kann, hier spielen zu dürfen", sagte Gasol.

Dass Gasol mal eine große NBA-Karriere machen würde, war gar nicht immer so klar. Als Jungspund bekam er beim FC Barcelona fast keine Einsatzzeit. Erst in seinem dritten Jahr gelang ihm der Durchbruch, als er mit Barca die spanische Meisterschaft gewann und zum Finals-MVP gewählt wurde.

2001 wurde Gasol von Atlanta an dritter Stelle gedraftet, die Hawks gaben ihn aber im Tausch mit Shareef Abdur-Rahim sofort an die Grizzlies weiter.

In seinem ersten Jahr in der NBA gewann Gasol die Auszeichnung zum Rookie-of-the-Year. Um ihn herum baute Memphis ein gutes Team auf, das zwischen 2004 und 2006 dreimal die Playoffs erreichte, aber sich jedes Mal sofort in der ersten Runde per Sweep verabschiedete.

Gasol ist nicht soft

Auch Gasol wurde für die Pleiten-Serie verantwortlich gemacht. In der NBA hatte sich der Eindruck verfestigt, dass Gasol soft ist. Einer, der statistisch ganz nette Zahlen zustande bringt, dem aber die Härte fehlt.

Auch wenn der 28-Jährige trotz seiner 2,13 Meter so aussieht, als ob ihn ein leichter Windstoß aus den Schuhen hauen könnte. Inzwischen hält niemand mehr Gasol für ein Weichei.

Der Spanier, der in seiner Heimat gemeinsam mit seinem Freund Rafael Nadal in sehr lustigen Werbespots auftritt, traute sich sogar, während der Denver-Serie vehement zu beklagen, dass er nicht oft genug den Ball bekommen würde.

Phil Jackson wies seinen Schützling daraufhin aber nicht zurecht. Der Zen-Master weiß auch: Wenn ein Sidekick so verdammt gut ist, darf er auch mal ein bisschen frech werden.

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