Dennis Seidenberg im Playoff-Fieber

"Oh my God, ist das schnell!"

Von Florian Regelmann
Montag, 18.05.2009 | 10:52 Uhr
Dennis Seidenberg hat in den Playoffs bislang fünf Assists auf seinem Konto
© Getty
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Dennis Seidenberg träumt mit den Carolina Hurricanes vom Stanley Cup. Bei SPOX spricht der deutsche Verteidiger über die beste Zeit seines Lebens.

"Here is Pitkanen, across to Seidenbööörg, he shoots, he scoooores!", bricht es aus dem amerikanischen Kommentator heraus.

Auch wenn Rod Brind'Amour noch mit dem Schläger dran war und ihm das Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 gutgeschrieben wurde, Dennis Seidenberg hatte mit zwei Assists großen Anteil an Carolinas 3:2-Sieg in Spiel 7 in Boston.

Seidenberg träumt vom Stanley Cup

Der Deutsche stand sogar auf dem Eis, als Scott Walker in der Overtime die Saison der Bruins beendete und die Hurricanes ins Finale der Eastern Conference schoss.

"Es war einfach ein unbeschreibliches Gefühl. In der Kabine wurde noch ein bisschen gefeiert, im Flieger ging der Blick aber schon wieder nach vorne", erzählt Seidenberg im Gespräch mit SPOX.

Am Montag beginnt die Serie gegen die Pittsburgh Penguins. Die Hurricanes sind bereit. "Wir haben mit Boston und New Jersey die Nummer eins und drei rausgehauen. Klar denkt man jetzt daran, den Cup zu holen. Wir können es schaffen", sagt Seidenberg selbstbewusst.

Die Saison der Hurricanes?

Tatsächlich kann man bei den Hurricanes das Gefühl bekommen, dass es ihre Saison ist. Sie haben ein magisches Jahr. Dass sie überhaupt die Playoffs erreichten, hatte viele Experten schon überrascht. 

Und jetzt haben sie sich in zwei knallharten Serien zweimal auswärts in Spiel 7 durchgesetzt. In New Jersey lagen sie sogar bis kurz vor Schluss hinten, ehe sie dem sportlichen Tod noch von der Schippe sprangen.

"Mir ist schon in den Kopf geschossen, was ich am nächsten Tag und in den nächsten Wochen eigentlich machen soll, wie langweilig mir wäre, ohne Playoffs", sagt Seidenberg mit einem Schmunzeln.

Seidenberg eine feste Größe

Er muss sich darüber keine Gedanken mehr machen. Es fehlen nur noch acht Siege, dann würde Seidenberg als erster Deutscher seit Uwe Krupp in der Saison 1995/96 mit der Colorado Avalanche den Stanley Cup gewinnen.

"Darüber habe ich zwar noch gar nicht nachgedacht, aber dann würde ich den Cup natürlich in die Heimat nach Deutschland bringen", sagt Seidenberg.

Der 27-Jährige hat sich in Carolina zu einer festen Größe entwickelt, erhält von Coach Paul Maurice viel Eiszeit, hat dadurch enormes Selbstvertrauen und befindet sich nach eigenen Angaben in der Form seines Lebens.

DER Test: Crosby und Malkin

Als Schlüssel zum Erfolg der Canes sieht der Verteidiger vor allem das ausgeprägte Team-Play, "jeder unterstützt jeden auf dem Eis". Dass man darüber hinaus mit Goalie Cam Ward und Stürmer Eric Staal zwei Superstars in seinen Reihen hat, hilft natürlich auch.

"Cam ist bis jetzt unser MVP in den Playoffs. Er hat uns Spiele alleine gewonnen. Und Eric ist derjenige, zu dem wir hinschauen, wenn wir ein Tor brauchen. Und dann macht er es auch", erklärt Seidenberg.

Gegen die Pens, die in einer Monster-Serie Washington bezwangen, steht Carolina nun vor dem größten Test. Sidney Crosby ist der beste Sidney Crosby, den es je gab - der aktuell beste Spieler der Welt. Und einen Jewgeni Malkin gibt es in Pittsburgh ja auch noch.

Carolina in der Underdog-Rolle

"Wir sind der Underdog und haben nichts zu verlieren. Wir müssen versuchen, Crosby und Malkin keine Zeit zu geben und wenn es geht sie körperlich richtig rannehmen", gibt Seidenberg die Marschroute vor.

Wie die Serie auch ausgehen wird, es werden mit Sicherheit wieder außergewöhnliche Spiele. Es gibt im Sport nicht viel Spektakuläreres als Playoff-Hockey in der NHL.

Mit welcher Intensität und Schnelligkeit die Spiele geführt werden, lässt die Fans in der Arena oder vor dem Fernseher quasi nonstop nach vorne gebeugt die Action verfolgen.

An das Tempo gewöhnt

So aufregend und nervenaufreibend ist es. Mit der Regular Season nicht im Ansatz zu vergleichen. "Beim ersten Spiel habe ich mir gedacht, 'oh my God, ist das schnell', aber man gewöhnt sich daran. Es macht unglaublichen Spaß", so Seidenberg.

Diese Faszination ist auch ein Grund, warum jeder Profi, solange er noch atmet, in den Playoffs auch spielt. Ob Fuß oder Hand gebrochen sind, ob die Schulter oder Leiste kaputt ist, meistens stehen die Spieler dennoch auf dem Eis.

Verletzungen werden erst nach Abschluss der Saison öffentlich gemacht. Alle haben das Ziel, am Ende den Cup hochzuhalten. Logisch, dass außerhalb der Playoffs praktisch kein Leben mehr stattfindet.

Hitze in Carolina

"Trainieren, spielen, schlafen. Mehr ist nicht. In Carolina ist es außerdem so heiß, da geht man lieber nicht nach draußen, sondern ruht sich in der Wohnung aus", sagt Seidenberg.

Man merkt in jedem Satz, dass er gerade die beste Zeit seines Lebens erlebt. It's Playoff-Hockey, baby! Was für ein Spaß, wenn er jetzt noch den Cup holt...

NHL: Die Ergebnisse der Playoffs

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