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Nachwuchshoffnung Kai Gronauer

Baseball-Nowitzki statt Industriekaufmann

Von Florian Regelmann
Dienstag, 10.03.2009 | 12:44 Uhr
Kai Gronauer hat den Sprung von den Solingen Alligators in die Baseball-Welt der USA geschafft
© Imago
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exklusivKai Gronauer ist Deutschlands größtes Baseball-Talent. Bei SPOX erzählt der 22-Jährige von seinem großen Traum. Vom Azubi in Solingen zum großen Star in New York.

"Back. Back. Back. Gone! It's a Grand Slam for Kai Gronauer!" Die amerikanischen Baseball-Kommentatoren sollten sich schon einmal darauf einstellen, dass sie in absehbarer Zeit nicht nur Homeruns von US-Amerikanern, Kubanern, Kanadiern, Puertoricanern, Venezolanern, Mexikanern oder Spieler aus der Dominikanischen Republik ansagen dürfen.

Es könnte gut sein, dass in einigen Jahren ein Deutscher namens Kai Gronauer in der MLB für Furore sorgen wird. Sie werden ihn den "Baseball-Nowitzki" nennen.

Baseball-Schnupperstunde im Alter von elf Jahren

"Wenn ich nicht daran glauben würde, dass ich es in die MLB schaffen kann, würde ich das Ganze nicht machen", sagt Gronauer im Gespräch mit SPOX.

Der 22-Jährige ist das erste Talent im deutschen Baseball-Sport, das wirklich das Zeug hat, in der MLB zu spielen und damit Baseball in Deutschland auf eine ganz andere Stufe zu heben.

Alles begann, als Gronauer im Alter von elf Jahren von einem Freund dazu überredet wurde, zu einem Baseball-Training mitzukommen.

Seitdem war er von dort nicht mehr wegzukriegen. Er hatte alle möglichen Sportarten ausprobiert, aber fortan war klar: Baseball ist sein Ding.

Angebote von Minnesota und Pittsburgh abgelehnt

Im Trikot der Solingen Alligators spielte er sich in die Nationalmannschaft und fiel den amerikanischen Scouts bei der Europameisterschaft 2007 in Spanien zum ersten Mal auf.

"Ich hatte Angebote von Minnesota und Pittsburgh, aber die waren nicht gut genug dotiert, so dass man einfach seine sichere Ausbildungsstelle aufgibt. Ich habe abgelehnt und wollte Industriekaufmann werden", erzählt Gronauer.

Doch dann traten die New York Mets auf den Plan. Genauer gesagt Lionel Chattelle. Der ehemalige Trainer der Bonn Capitals arbeitete nebenbei als europäischer Scout der Mets.

Nachdem Gronauer bei der Olympia-Qualifikation in Taiwan erneut überzeugt hatte, empfahl Chatelle seinem Klub dringend, sich noch einmal um ihn zu bemühen.

Freunde und Verwandte die einzigen Fans im ersten Jahr

Die Mets legten Gronauer ein gutes Angebot über einen Zweijahresvertrag vor und der Deutsche zögerte nicht lange. Diese Chance wollte er sich nicht entgehen lassen. Das Abenteuer begann.

Gronauer musste sich von der untersten Rookie-Liga nach oben arbeiten. Einer Liga, in der Freunde und Verwandte die Zuschauer bilden und in der man noch unendlich weit weg ist vom großen Traum MLB.

Niemand kannte Gronauer. Es gab nicht einmal einen Scouting-Bericht über diesen blonden Deutschen aus dem Dritte-Welt-Land in Sachen Baseball.

Gronauer wünscht sich hartes Vorgehen gegen Doping

Messen muss er sich zudem zum Beispiel mit sehr jungen dominikanischen Talenten, bei denen man sich fragt, wie sie zu ihren stählernen Körpern kommen.

Gronauer ist sich der Doping-Problematik im Baseball bewusst und würde sich wünschen, dass in den USA ein rigoroses Testsystem eingeführt wird, so wie er es aus Deutschland kennt. 

Wird Gronauer der nächste deutsche Star im US-Sport? Unterwegs top-informiert sein!

Gronauer, der auf der extrem verantwortungsvollen Catcher-Position spielt, ließ sich von alledem nicht beirren, biss sich durch und verschaffte sich schnell Respekt.

"Die ersten beiden Spiele waren richtig schlecht. Da hatte ich keinen Hit und habe nur die Bälle weggeschmissen. Aber danach bin ich immer besser reingekommen. Ich war zufrieden mit meinem ersten Jahr", sagt Gronauer, der am Ende den besten Schlagdurchschnitt in seinem Team hatte.

Stück für Stück an die MLB herantasten

Nun ist er wieder zurück im Frühjahr-Traininglager der Mets. Das zweite Jahr steht an. Kontakt mit den Superstars der Mets wie David Wright oder Jose Reyes hatte er noch nicht, einmal durfte er im letzen Jahr allerdings die Pitches von Orlando "El Duque" Hernandez fangen - ein ganz besonderes Erlebnis.

Wieder hat Gronauer einen Monat Zeit, um sich zu beweisen, dann werden die Spieler auf die Teams verteilt. In diesem Jahr sollte auf jeden Fall der Sprung  zu den Brooklyn Cyclones (Single-A) anstehen, danach kommen die Binghamton Mets (Double-A) und die New Orleans Zephyrs (Triple-A).

"Wenn du eine Chance bekommst und zeigst, dass du einen Fastball hauen kannst, geht es manchmal ganz schnell", ist Gronauer zuversichtlich.

Man merkt ihm deutlich an, dass er es gar nicht abwarten kann, diese Chance zu bekommen und vielleicht schneller als alle denken plötzlich im neuen Mets-Stadion an der Platte zu stehen.

Holowaty: "Deutschland holt sehr schnell auf"

So überragend gut sind die Mets auf der Catcher-Position schließlich nicht besetzt und Gronauer gilt in Fachkreisen als eines der größten europäischen Talente überhaupt.

Bestimmt wird diese Liste von niederländischen Spielern. Es kommt nicht von ungefähr, dass die Niederlande vor kurzem bei der World Baseball Classic für eine Sensation sorgten und die Dominikanische Republik schlugen.

"Die Niederländer haben gezeigt, dass europäische Spieler es ganz nach oben schaffen können. Deutschland ist noch ein paar Jahre hinter den Niederländern, aber Deutschland holt sehr schnell auf. Ich wäre gar nicht überrascht, wenn in den nächsten paar Jahren mindestens ein Deutscher in der MLB spielt", sagt Jason Holowaty, zuständiger Direktor bei MLB International, im Gespräch mit SPOX.

Mit Jennel Hudson (Red Sox), Ludwig Glaser (Angels) oder Donald Lutz (Reds) gibt es neben Gronauer weitere Deutsche, die versuchen, in Amerika Fuß zu fassen. Deutschland und Baseball - es hört sich komisch an, aber da tut sich was...

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