NFL-Check: NFC West

Die Zeit ist reif für die Cardinals

Von Daniel Paczulla
Sonntag, 31.08.2008 | 11:56 Uhr
NFC West, Arizona, Seattle
© Getty
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Die Footballlose Zeit ist endlich vorbei! Die NFL ist zurück und startet in die neue Saison. Bevor es losgeht, macht SPOX den großen NFL-Check. Mit allen Divisions, allen Teams und allen Stars.  Das Power Ranking der NFC West.

1. Arizona Cardinals

Offense: Mit Larry Fitzgerald und Anquan Boldin verfügen die Cardinals über ein ganz starkes Wide-Receiver-Duo. Dazu kommt mit Leonard Pope der größte Tight End der Liga. Fraglich war lange nur, wer das Trio mit Pässen füttern soll: Matt Leinart oder Kurt Warner. Leinart gehört die Zukunft, aber Headcoach Ken Whisenhunt hat nun doch dem erfahrenen Warner den Vorzug gegeben. Eine mutige Entscheidung, die sich als richtig erweisen wird. Warner ist immer noch ein guter Quarterback und dank einer starken Offensive Line, die im vergangenen Jahr nur 24 Sacks zuließ, wird er eine gute Saison spielen. Im Laufspiel sind die Cardinals dagegen nicht effektiv genug. Edgerrin James ist wahrlich kein schlechter Running Back, aber ihm fehlt es an Explosivität und Big Plays (im Vorjahr nur vier Läufe über 20 Yards).

Defense: Die passable Abwehrreihe wurde im Sommer sehr gut verstärkt. Clark Haggans (LB, Steelers), Brandon Moore (LB, 49ers), Travis LaBoy (DE, Titans) und Rookie Dominique Rodgers-Cromartie (CB) werden die Verteidigung deutlich verbessern.

Player-to-watch: Antrell Rolle. Der 25-Jährige wurde vom Cornerback zum Safety umfunktioniert. Ein Schachzug, der sich bezahlt machen könnte. Rolle ist ein sehr guter Tackler und verfügt zudem über den Instinkt, ein Spiel lesen zu können.

Prognose: Die Cardinals holen sich den Divisonstitel in der NFC West. Whisenhunt hat das Team mit der nötigen Disziplin nach vorne gebracht und erntet jetzt den Erfolg.

2. Seattle Seahawks

Offense: Den Seahawks fehlt ein Go-to-Guy, wie es einst Running Back Shaun Alexander war. Dieser konnte aber nach seinem Knöchelbruch im Jahr 2006 nie mehr an seine Top-Form anknüpfen. Alexander ist mittlerweile Geschichte in Seattle, der neue Leader heißt Matt Hasselbeck. Der Quarterback macht wenig Fehler (nur 12 INT 2007) und füllte die Rolle in der vergangenen Saison gut aus - wenn auch nicht überragend. Das WR-Trio Deion Branch, Nate Burleson und Veteran Bobby Engram (wird den Saisonstart wegen einer Schulterverletzung verpassen) ist stark, es fehlt aber das Big-Play-Potential. Zudem ist die Unterstützung auf der Tight-End-Position fraglich. Rookie John Carlson muss sich erst beweisen. Die Running Backs Julius Jones (Cowboys) und T.J. Duckett (Lions) sind solide, aber keiner von beiden ist eine Nummer eins. Zudem fehlt es der Offensive Line an Physis. Ausgenommen natürlich Walter Jones, der immer noch herausragend auf der Tackle-Position spielt.

Defense: Die Defensive Ends Patrick Kerney und Darryl Tapp sind, na klar, solide, aber nicht mehr. Nach langer Verletzung könnte DT Marcus Tabbs die Defensive stabilisieren. Aber seine Verletzungsanfälligkeit bereitet Sorgen (er machte nur fünf Spiele in den vergangenen zwei Jahren). Dagegen verfügt Seattle mit Lofa Tatupu und Julian Peterson über eines der besten Linebacker-Duos.

Player-to-watch: John Carlson. Man darf gespannt sein, wie sich der 24-Jährige in seiner Rookie-Saison präsentieren wird. In Notre Dame gehörte er zu den besten Tight Ends in deren College-Geschichte. Wollen die Seahawks in die Playoffs, sollte er direkt durchstarten.

Prognose: Headcoach Mike Holmgren wird sich in seiner letzten Saison mit den Playoffs verabschieden. Jedoch wird es nichts mit dem Divisionstitel. Im Wild-Card-Match heißt es Goodbye.

Hier geht's zum Spielplan der neuen NFL-Saison 

3. St. Louis Rams

Offense: Mit Marc Bulger verfügen die Rams über einen überdurchschnittlich guten Quarterback. Der 31-Jährige hat über seine Karriere gesehen eine Passquote von 63,5 Prozent. Da er allerdings physisch nicht so stark ist, braucht er den Schutz der Offensive Line, die in der Vor-Saison nicht überzeugte. Mit Guard Jacob Bell (Titans) und der Rückkehr von Orlando Pace sollte es deutlich besser werden. Bekommt Bulger die Zeit, kommt es auf die Passempfänger an. Da fehlt es an Klasse. Wide Receiver Torry Holt plagt sich öfters mit Verletzungen herum, Drew Bennett muss sich nach seiner schwachen Saison deutlich steigern. Tight End Randy McMichael ist solide, aber nicht mehr. Dafür hat St. Louis einen Top-Mann als Running Back. Steven Jackson gehört zur Creme de la Creme der Liga.

Defense: Die Rams haben in den vergangenen zwei Jahren immer wieder talentierte Spieler gedraftet, die mittlerweile Erfahrung gesammelt haben. Eine Steigerung sollte erkennbar sein. Mit dem Nummer-2-Pick, Defensive End Chris Long, kommt ein weiterer hoffnungsvoller Mann hinzu.

Player-to-watch: Orlando Pace. In den vergangenen zwei Jahren stand der Left Tackle nur neun Mal auf dem Feld. Eine Schulterverletzung ließ nicht mehr zu. Dabei ist der 32-Jährige ein Schlüsselspieler der Rams. Findet er wieder zur alten Form, profitiert sowohl das Running- als auch das Passing-Game.

Prognose: Die Rams werden eine bessere Saison spielen als zuletzt. Allerdings wird es wieder nicht für die Playoffs reichen. Dafür fehlt neben den gefährlichen Passempfängern eine starke Defensive.

4. San Francisco 49ers

Offense: Bei den 49ers hat sich einiges getan in der Offseason. Das war auch dringend nötig, nachdem San Francisco die schlechteste Offense der vergangenen Saison hatte. Mit Mike Martz kam ein neuer Offensive Coordinator. Für seine passorientierte Offensive hat man mit Wide Receiver Isaac Bruce (Rams, kennt das Martz-System) und Bryant Johnson (Cardinals) geholt. Dazu haben sie Tight End Vernon Davis. Mit Frank Gore steht zudem ein überragender Running Back zur Verfügung, der mit DeShaun Foster (Panthers) als Backup Unterstützung bekommt. Fraglich ist, wie sich die Offensive Line präsentiert. Zwar ist sie jung und talentiert, aber es fehlt eben an Erfahrung (55 Sacks im Vorjahr zugelassen). Martz' großes Problem ist die Schlüsselposition Quarterback. Alex Smith hat Talent ohne Ende, aber er kommt einfach nicht in die Gänge. So wird J.T. O'Sullivan, der mal bei den Frankfurt Galaxy in der NFL Europe spielte, die 49ers anführen.

Defense: Die Verteidigung der 49ers sollte im zweiten Jahr einen Schritt nach vorne machen. Die Abgänge von DT Bryant Young (Karriereende) und DE Marques Douglas (Buccaneers) wurden mit DE Justin Smith (Bengals) und Rookie DT Kentwan Balmer kompensiert. Mit Dantarrious Thomas (Vikings) wurde die Linebacker-Position weiter verfeinert.

Player-to-watch: Jason Hill. Seine Rookie-Saison war wegen einer Leisten- und Achillessehnenverletzung zum Vergessen. Doch nun ist der 23-jährige Wide Receiver fit und will durchstarten. Mit seiner Beweglichkeit und seiner Schnelligkeit kann er den Angriff beleben.

Prognose: Trotz der Veränderung bleibt es trist in San Francisco. Die Umstellung auf das neue System braucht Zeit. Schwerwiegender ist die Tatsache, dass die 49ers über keinen Quarterback von Format verfügen. Playoffs? Absolute Utopie.

Hier geht es zur NFC East

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