Samstag, 30.08.2008

NFL-Star ändert seinen Namen

Chad heißt nicht mehr Johnson

Chad Johnson von den Cincinnati Bengals ist einer der besten Wide Receiver der NFL. Soviel steht mal fest. Tatsache ist auch, dass es sich bei dem 30-jährigen mehrfachen Pro-Bowler um eine Skandalnudel ersten Ranges handelt. Und noch was ist jetzt amtlich: Chad Johnson heißt nicht mehr Chad Johnson.

Chad, Johnson, Ocho, Cinco
© Getty
Chad Ocho Cinco wurde 2001 von den Cincinnati Bengals gedraftet und ist dem Klub treu geblieben
Chad Ocho Cinco wurde 2001 von den Cincinnati Bengals gedraftet und ist dem Klub treu geblieben
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Eine Namensänderung hierzulande ist gar nicht so einfach. Es muss schon ein erheblicher Grund vorliegen. So hätten Willi Muschhammer oder Knut Pillemann (gibt's beide wirklich) durchaus Chancen, grünes Licht von der zuständigen Behörde zu bekommen.

Aber was ist eigentlich so verkehrt an Johnson? Okay, es ist ein Allerweltsname. Allein in Deutschland heißen angeblich über 4000 Menschen Johnson. In der NFL sind es um die 40.

Gewöhnlich ist der Name also, aber keinesfalls anstößig oder lächerlich und damit - wie es nach deutschem Recht heißt - Unzuträglichkeiten verursachend.

"Ich will Spaß"

Gut, jetzt ist es einer weniger, denn Chad Johnson heißt nicht mehr Chad Johnson, sondern Chad Ocho Cinco. Ocho Cinco ist Spanisch und bedeutet einfach 'acht' und 'fünf'. Der 30-Jährige trägt die Nummer 85 auf seinem Trikot.

"Ich glaube, dass hat noch keiner vor mir gemacht", wird Ocho Cinco auf der Website seiner Cincinnati Bengals zitiert. "Hab ich jemals einen Grund dafür gehabt, was ich mache? Ich will Spaß!"

Geldstrafen zuhauf

Der Klub ließ sich noch zu keiner offiziellen Stellungnahme hinreißen. Bekannt ist aber, dass Headcoach Marvin Lewis kein Fan der Schrullen seines Passempfängers ist. Vor zwei Jahren nannte Lewis Johnson "Ocho Psycho", nachdem der sich sein neues Pseudonym aufs Trikot geklebt hatte.

Lewis wird nicht amused sein jedenfalls, dabei sollte er die Eskapaden des Spielers formerly known as Chad Johnson ja gewohnt sein.

Ungezählt sind die Geldstrafen, die Ocho Cinco von der Liga aufgebrummt bekam für zu exzessiven Jubel. Einmal verscheuchte er einen TV-Kameramann von seinem Posten und filmte die Szenerie. Video: Chad feiert seine Touchdowns

Einmal zog er nach einem erfolgreichen Lauf in die Endzone ein selbstgemaltes Schild hervor, auf dem Stand: "Liebe NFL, bitte bestrafe mich nicht." 10.000 Dollar kostete ihn letztere Aktion.

Unvergessen sind auch sein Wettlauf gegen ein Rennpferd und diverse modische Extravaganzen wie eine blonde Irokesenbürste. Video: Mann gegen Pferd

Rekordmann will weg

In der Offseason ärgerte er seinen Klub, indem er mit seinem Abschied aus Cincinnati kokettierte und sogar drohte, nicht zu spielen, falls seinem Wunsch nicht entsprochen würde.

Die Bengals dachten natürlich nicht daran, und Johnson, wie er damals noch hieß, erschien pünklich zum Trainingsstart.

Um noch mehr Fakten zu schaffen: Er hält sechs Teamrekorde bei den Bengals, darunter den für die meisten Yards in einem Spiel (260), die meisten Yards aller Zeiten (8365), die meisten Touchdowns (49). Starker Typ dieser Chad Johnson, äh pardon, Chad Ocho Cinco.

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