Gerüchte über mögliche NFL-Rückkehr

Favre heiß auf Comeback

Von Jan-Hendrik Böhmer
Donnerstag, 03.07.2008 | 16:42 Uhr
Brett Favre, Training Camp, Comeback, Rückkeht, Green Bay Packers, Aaron Rodgers
© Getty
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München - Noch knapp 40 Tage, dann starten die Green Bay Packers mit dem ersten Preseason-Game gegen die Cincinnati Bengals in die neue NFL-Saison.

Mit Aaron Rodgers als Quarterback. Oder etwa nicht? Denn je näher der Saisonstart rückt, desto häufiger tauchen Gerüchte auf, wonach auch der  zurückgetretene Brett Favre schon in dem am 28. Juli beginnenden Training Camp wieder mit von der Partie sein könnte.

Remembering Brett: Hier gibt es die Karriere in Bildern 

"Ich habe mit Brett gesprochen. Er brennt darauf, zurückzukommen und zu spielen", sagte Packers Defensive Back Al Harris in der TV-Sendung "NFL Live". "Ich weiß nicht genau, ob er es tatsächlich machen wird, aber ich weiß definitiv, dass er wieder spielen will."

Alles nur Gerüchte?

Favre selbst spielt seine angeblichen Comeback-Gedanken unterdessen herunter. "Das sind alles nur Gerüchte", sagte der 38-Jährige dem "Biloxi Sun Herald" in seiner Heimatstadt Gulfport, Mississippi. Es gäbe überhaupt keinen Grund zur Aufregung.

Auch sein Agent James "Bus" Cook sagt: "Brett Favre hat sich aus dem aktiven Sport zurückgezogen. Und das bleibt auch so, bis er mir etwas anderes sagt."

Entsprechend gelassen reagierte auch das Team. Während Trainer Mike McCarthy und General Manager Ted Tompson im Urlaub nicht zu erreichen waren, sagte Klub-Sprecher Jeff Blumb: "Die Packers werden hierzu keine Stellung beziehen."

Wechsel möglich?

Doch die Gerüchte halten sich hartnäckig. Aus NFL-Kreisen hieß es zuletzt sogar, Favre und Cook hätten bereits vor einigen Wochen persönlich mit McCarthy und der Vereinsführung über eine mögliche Rückkehr gesprochen. Ohne Erfolg.

Jetzt könnte Favre allerdings eine Entscheidung erzwingen, indem er schriftlich beantragt, dass er von der reserve/retired-Liste wieder in den aktiven Kader übernommen wird. Dann bleiben dem Team nur noch drei Möglichkeiten: Favres Vertrag bis 2010 erfüllen, ihn entlassen oder gar an ein anderes Team traden.

"Es gibt viele Teams, die Brett verpflichten würden", sagt Favres Bruder Scott in einem Interview mit "WISN-TV Milwaukee". "Und wenn sich die Packers gegen ihn entscheiden, ist es für Brett an der Zeit, woanders weiterzumachen."

Alles läuft gegen Favre

Doch wollen die Packers ihren einstigen Superbowl-Helden tatsächlich nicht mehr zurück? Die Antwort ist kompliziert. Denn während sich die Fans über eine seine Rückkehr freuen würden, stünde das Team vor einer Vielzahl von Problemen.

So wurde nach Favres Rücktritt die komplette Mannschaft wochenlang auf den neuen Quarterback und dessen Stärken eingestellt, entsprechende Spieler verpflichtet.

Außerdem befürchten die Verantwortlichen, dass der seit 2005 zum Favre-Nachfolger ausgebildete Rodgers enorm unter einer erneuten Verbannung auf die Bank leiden würde.

Duell: Favre vs. Rodgers?

"Wenn es Favre mit dem Comeback wirklich Ernst meint, dann gibt es nur eine Möglichkeit", schreibt Packers-Experte Mike Vandermause in seiner Kolumne in der "Green Bay Press-Gazette". "Die Packers müssen Favre Willkommen heißen, aber gleichzeitig müssen sie auch einen Konkurrenzkampf zwischen ihm und Rodgers um den Starter-Posten zulassen."

"So wären beide gezwungen, sich ihren Platz zu verdienen - und ein gesunder Wettkampf würde die Packers besser machen", so Vandermause weiter.

Favre ist jedenfalls gerüstet. Laut Bruder Scott trainiert er wie in jeder Offseason mit einem Highschool-Team in Hattiesburg - als wäre es seine ganz normale Saison-Vorbereitung.

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