Donnerstag, 26.06.2008

Die Toptalente des Drafts

Der reale Bart Simpson

München - "Ich soll meinen Namen nicht mit einem schwarzen Edding auf dem Schulgebäude verewigen. Ich soll meinen Namen nicht mit einem schwarzen Edding auf dem Schulgebäude verewigen. Ich soll meinen Namen nicht mit einem schwarzen Edding auf dem Schulgebäude verewigen."

Beasley, Michael
© Getty

Wäre Basketball-Juwel Michael Beasley wie die Zeichentrickfigur Bart Simpson im fiktiven Springfield aufgewachsen, er hätte zur Strafe seinen Streich lediglich x-mal auf die Tafel schreiben müssen. In der rauen Wirklichkeit jedoch fliegt man für einen derartigen Unfug flugs aus der Schule.

Nachdem Beasley mit einem Teamkollegen wettete, wer am häufigsten auf der Schule den eigenen Namen irgendwo hinkritzelt und Beasley sogar vor dem Auto des Direktors nicht Halt machte, verlor selbst die als Talentschmiede bekannte Oak Hill Academy die Geduld und schmiss Beasley raus.

Beasley, das Basketball-Juwel. Beasley, der Kindskopf. Beasley, der wegen seiner Eskapaden innerhalb von vier Jahren insgesamt fünfmal die Highschool wechseln musste.

Und: Beasley, der wegen seiner unreifen Art beim NBA-Draft in der Nacht auf Freitag wahrscheinlich nicht als Nummer-1-Pick gezogen wird - obwohl er der vermeintlich begabteste Basketballer des Jahrgangs ist.

Die Toptalente des Drafts im Überblick:

1. Derrick Rose (Pick: Chicago Bulls)
 
Rose
© Getty

Pro: Leadertyp, der sein College, die Memphis Tigers, in dieser Saison in das NCAA-Finale führte. Der Point Guard spielt bissige Defense, ist uneigennützig und athletisch schon auf NBA-Niveau. Mischung aus Jason Kidd und Chris Paul.

Contra: Der Wurf ist zu inkonstant, selbst von der Freiwurflinie. Und: Die Bulls haben mit Kirk Hinrich bereits einen respektablen Point Guard und bräuchten vielmehr einen Inside-Scorer. Einen wie Michael Beasley...

Gerücht: Aus Angst vor Beasleys infantiler Ader gilt es als sicher, dass die Bulls den zuverlässigen Rose ziehen. Zumal sie mit dem 19-Jährigen einen Local Hero holen würden. Rose wurde in Chicago geboren.

2. Michael Beasley (Miami Heat)
 
Beasley
© Getty

Pro: Beasley ist das All-inclusive-Paket in der Deluxe-Ausstattung. Der Forward ist schnell, stark und athletisch, hat den Riecher für Rebounds und punktet dank seines sauberen Wurfs von überall.

Contra: Auch wenn er sich im ersten Jahr am College zusammenriss und fantastische 26,2 Punkte sowie 12,4 Rebounds im Schnitt für Kansas State auflegte: die Zweifel an seinem Charakter.

Gerücht: Heat-Boss Riley will unbedingt einen Point Guard, am liebsten Rose. Sollte er von Chicago gezogen werden, könnte Miami den Pick traden. Im Gespräch: Miamis Nummer 2 für Memphis' Nummer 5, Mike Miller und Mike Conley.

3. O.J. Mayo (Minnesota Timberwolves)
 
Mayo
© Getty

Pro: Ähnlich wie Beasley: sehr vielseitig. Körperlich robust, kann sich seinen eigenen Wurf kreieren. Der Point Guard könnte wegen seiner Statur auch als Shooting Guard auflaufen.

Contra: Ähnlich wie Beasley: Zweifel am Charakter. Als Siebtklässler widmete ihm die "Sports Illustrated" einen Artikel, danach: In der Highschool ein Marihuana-Skandal, im College ein Bestechungs-Skandal, weil er illegal Geschenke von Spielerberatern angenommen haben soll, die um seine Gunst buhlten.

Gerücht: Wolves wollen womöglich "downtraden". Sprich: Den Nummer-3-Pick für einen niedrigeren Pick plus einen Extraspieler tauschen.

4. Kevin Love (Seattle SuperSonics)
 
Love
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Pro: Extrem hoher Basketball-IQ, gepaart mit einer tadellosen Einstellung und der nötigen Toughness. Exzellenter Rebounder und Passer.

Contra: Mit 2,08-Metern als Center fast zu klein. Nicht besonders schnell. Hatte in der Vergangenheit Knieprobleme.

Gerücht: Seattle schwebt angeblich der Deal vor: Der Nummer-4-Pick, Chris Wilcox sowie Johan Petro für Miamis Nummer 2 und Mark Blount.

5. Danilo Gallinari (Memphis Grizzlies)
 
Gallinari
© Getty

Pro: Langfristig, so heißt es in seiner Heimat Italien, sei Gallinari mehr zuzutrauen als Andrea Bargnani, Nummer-1-Pick von 2006. Erinnert von seiner Spielweise an Toni Kukoc: weicher Wurf, der Blick für den Pass, reife Spielanlage.

Contra: Kein schneller Antritt. Weiteres Fragezeichen: sein Wurf von außen (32 Prozent Dreierquote in der Euroleague für Armani Jeans Mailand).

Gerücht: Knicks-Coach Mike D'Antoni will neben dem Nummer-6-Pick auch die Nummer 5. Sein vermeintliches Angebot: ein Paket aus Arbeitstier David Lee und Routinier Malik Rose.

Haruka Gruber

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