Montag, 02.06.2008

NBA-Finals: Celtics vs. Lakers

Clash of the Superlative

München - Nicht, dass die Augen viereckig werden. Noch viel schlimmer. "Pass auf, sonst zerstörst du dir deine Augen", sagte Ms. Garnett und mahnte Filius Kevin an, weniger Fernsehen zu schauen. Oder zumindest nicht mit der Nase direkt am Bildschirm zu hängen.

Garnett, Bryant, Boston, L.A., Celtics, Lakers
© Getty

"Aber was sollte ich machen? An Sonntagen, wenn die Celtics und die Lakers gegeneinander gespielt haben, gab es bei uns zuhause ein richtig großes Büffet, der Fernseher wurde angeschaltet, Hubie Brown und Dick Stockton haben kommentiert - und ich habe mich direkt vor die Glotze gesetzt", erzählt Bostons Kevin Garnett aus seine Kindheit.

"Oh Mann, ich erinnere mich noch daran, als ob es erst gestern gewesen wäre. Und jetzt gibt es endlich wieder ein Duell in den Finals, und ich bin sogar mittendrin."

Mittendrin im Clash der zwei größten, erfolgreichsten, geschichtsträchtigsten, etabliertesten, traditionsreichsten Basketball-Teams auf dem Planeten.

Boston Celtics vs. Los Angeles Lakers.

Elektrisiert, elektrisiert, elektrisiert

"Die Paarung ist fantastisch", schreibt der "Boston Herald", die "Sports Illustrated" kramte auf ihrer Homepage alle historischen Cover mit beiden Teams aus und "ESPN" zeigt auf seinem Geschichtskanal bis zu Spiel 1 der Final-Serie in der Nacht auf Freitag die legendärsten Partien der Kontrahenten auf Dauerrotation.

Garnett ist elektrisiert. Die Medien sind elektrisiert. Die Fans sind elektrisiert.

Keine Lust auf Spurs und Co.

Wer wollte im vergangenen Jahr das Endspiel zwischen San Antonio und Cleveland sehen? Niemand. Historischer TV-Quoten-Minusrekord. Wer wollte Dallas gegen Miami sehen? Wenn wir ehrlich sind: Außerhalb von Dallas, Miami und Deutschland auch niemand.

Und auch von Detroit hatten - Hard-Nosed-Fans mal ausgenommen - alle die Nase voll.

"Ohne den anderen 28 Teams nahe treten zu wollen: Aber vielen Dank, dass ihr nicht mehr dabei seid", bringt es die "Los Angeles Times" auf den Punkt. Ähnlich die "San Francisco Chronicle": "Celtics - Lakers ist exakt das, was die Fans haben wollen."

Superlativ trifft auf Superlativ

Boston Celtics vs. Los Angeles Lakers.

Das vermeintlich beste Trio der Liga (Garnett, Paul Pierce, Ray Allen) vs. den besten Spieler der Liga (MVP Kobe Bryant).

Der erfolgreichste Coach aller Zeiten in memoriam als Schriftzug auf dem heimischen Parkett (Red Auerbach) vs. den erfolgreichsten Coach aller Zeiten (Phil Jackson, beide neun Titel).

Das Team mit dem größten Turnaround der NBA-Geschichte (42 Regular-Season-Siege mehr als im Vorjahr) vs. das Team mit der besten Postseason-Bilanz (12 Siege, drei Niederlagen).

Die ersten acht direkten Final-Duelle gewonnen (zuletzt 1984) vs. die letzten beiden direkten Final-Duelle gewonnen (zuletzt 1987).

Tom Brady & Gisele Bündchen vs. Jack Nicholson & Arnold Schwarzenegger.

East Coast vs. West Coast.

16 Titel vs. 14 Titel.

USA heiß auf Basketball

"Die Rivalität beider Teams hat den Basketball revolutioniert. Es ist ein Traum, dass sie endlich fortgesetzt wird", sagt Bostons Small Forward Pierce. Gegenspieler Bryant ergänzt: "Die Leute sprechen nur noch über das Finale. Das ganze Land ist wieder heiß auf Basketball."

Und dementsprechend erwartet der übertragende TV-Sender "ABC" massiven Zuschauerzuwachs nach dem Quoten-Fiasko mit den Spurs und Cavs.

Um dem Ganzen den geeigneten Rahmen zu bieten, wird zum Beispiel Talkshow-Superstar Jimmy Kimmel vor jedem Spiel eine Sondersendung moderieren.

"Das Matchup ist eine großartige Möglichkeit für uns und die Fans, tollen Basketball zu sehen", sagt ein "ABC"-Direktor. Aber Obacht: Bei aller Spannung bloß nicht zu sehr am Fernseher kleben. Ms. Garnett hat euch gewarnt.

Haruka Gruber

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