Montag, 09.06.2008

Celtics dominieren die Lakers

"See you in L.A."

München - Die harten Jungs von der Ostküste und die Weicheier aus dem Westen: Fast ist es einem zuwider, das alte Klischee zu bedienen, aber nach Spiel 2 der Finals bleibt einem gar nichts anderes übrig.

Boston Celtics, Los Angeles Lakers
© Getty

Die taffen Boston Celtics schlagen die soften Los Angeles Lakers. Zwar zeigten Kobe Bryant und Co. bei der 102:108-Pleite eine starke Aufholjagd und hätten die Partie mit einem wilden Comeback fast noch gedreht, aber es wäre nicht verdient gewesen.

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Schon vor der Partie gab es den ersten Hinweis, dass die Lakers irgendwie nicht die richtige Einstellung für ein Finale finden.

Zu kalt für die Lakers 

Im Abschlusstraining beklagten sich einige Spieler über die "unglaubliche Kälte" im TD Banknorth Garden. Man muss es wiederholen, um es zu begreifen. Sie beklagten sich tatsächlich über die Kälte.

Mit der gleichen Mentalität präsentierten sich die Lakers dann auch im Spiel. Nach einem ordentlichen Start ließen sie sich von den Celtics dominieren.

Die Bilder der NBA-Finals 

Sie ließen sich von Leon Powe dominieren. Die meisten reden zurecht über den trotz Knie-Verletzung so starken Paul Pierce (28 Punkte), aber es war Powe, der exemplarisch für die Überlegenheit der Celtics stand.

Nicht zu stoppen: Leon "Pow" 

21 Zähler steuerte Powe zum Erfolg bei. 13 Mal ging er dank seines aggressiven Zugs zum Korb an die Freiwurflinie.

"Ich kann nicht glauben, dass Powe in 14 Minuten Spielzeit mehr Freiwürfe bekommt als unser gesamtes Team. Das ist lächerlich. Das habe ich in all meinen Jahren noch nie gesehen. Unglaublich", schob Lakers-Headcoach Phil Jackson den Refs die Schuld in die Schuhe.

Dass Jackson dabei auch noch Powes Namen absichtlich oder unabsichtlich falsch aussprach, es heißt "Poe", nicht "Pow", passte zum Gesamtbild.

Insgesamt lautete das Freiwurfverhältnis 38:10 zugunsten von Boston. Der entscheidende Faktor in Spiel 2.

"Habe ich gar nicht mitbekommen diese Diskrepanz", flüchtete sich Bryant in Sarkasmus.

Entnervter Bryant 

Der Superstar der Lakers zeigte sich mit 30 Punkten und einer viel besseren Trefferquote im Vergleich zur ersten Partie stark verbessert, es nützte ihm aber nichts.

Seine Mitspieler ließen ihn im Stich. Als L.A. in der Schlussphase noch mal dran war, kam der Ball aus unverständlichen Gründen nicht zu Bryant.

Sasha Vujacic nahm einen Dreier und wurde von Pierce geblockt. Game over. Es war Bryant deutlich anzumerken, wie entnervt er darüber war, dass der Ball beim wichtigsten Angriff des Spiels nicht bei ihm landete.

"Wir haben unseren Job gemacht und unseren Heimvorteil verteidigt. Wir werden uns jetzt nicht auf dem 2-0-Vorsprung ausruhen. Wir wollen zwei Spiele in Los Angeles gewinnen und den Titel klar machen", sagte Pierce.

Aufgabe: Drei Heimsiege 

Die Geschichte ist auch auf Seiten der Celtics. Erst drei Teams haben es in einem Finale noch geschafft, eine Serie nach einem 0-2-Rückstand zu drehen: Die Celtics (1969 gegen die Lakers), Portland (1977) und Miami (2006).

Dennoch gab sich Bryant nach der Partie kämpferisch: "Wir fliegen jetzt nach Hause und werden dort tun, was zu tun ist."

Soll heißen: Drei Heimsiege im Staples Center, dann würde man wieder mit einem Vorsprung nach Boston fliegen.

Zu Hause sind die Lakers in den Playoffs immerhin noch ungeschlagen. Bostons Leistungen auswärts waren häufig alles andere als berauschend.

Celtics haben Momentum 

Fakten, die den Lakers Mut machen sollten. Auch wenn es schwer fällt nach dem bisher Gesehenen.

Zu viel Momentum haben die Celtics. Zu psychisch angeschlagen wirken die Lakers.

Für sein Gegenüber Doc Rivers hatte Jackson in den Katakomben nicht mal einen Glückwunsch übrig. Ein "See you in L.A." war alles, was aus Jackson herauskam.

Es sollte wohl eine Drohung sein. Ob die Celtics jetzt Angst haben? Vor einem soften Team, gegen das man nun alle vier Spiele in dieser Saison gewonnen hat? Wohl kaum. 

Florian Regelmann

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