Nowitzki scharf kritisiert

"Die Titanic der Mavs"

Von Florian Regelmann
Freitag, 02.05.2008 | 11:48 Uhr
NBA, Dirk Nowitzki, Dallas, Mavericks
© Getty
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München - Es ist genau ein Jahr her, da betrieben die US-Medien ein regelrechtes "Dirk-Bashing".

Die Dallas Mavericks hatten eine der besten Regular Seasons aller Zeiten hingelegt. Nach 67 Siegen gingen die Mavs als Nummer eins gesetztes Team in die Playoffs.

Es folgte ein überraschendes Aus gegen die Golden State Warriors. Der Schuldige war schnell gefunden: Dirk Nowitzki.

Kritik im vergangenen Jahr 

Der Deutsche hatte eine überragende Saison gespielt, wurde zurecht zum MVP gewählt, aber in den Playoffs lief bei ihm nichts zusammen.

Nowitzki sei kein Fighter. Kein Leader. Und überhaupt ein europäisches Weichei. Die Kritik war unverhältnismäßig, aber Nowitzki nahm sie an, weil er selbst am meisten von sich enttäuscht war.

Nun sind die Mavs gegen die New Orleans Hornets wieder in der ersten Runde ausgeschieden.

Die besten Bilder der Playoffs 

Vielerlei Gründe sorgten für das erneute Playoff-Desaster, nur einer ist nach eigentlich einhelliger Meinung von jeglicher Schuld freizusprechen: Nowitzki.

Journalist fordert: Nowitzki muss weg 

Aber erstaunlicherweise hat sich jetzt doch noch ein "Experte" gefunden, der anti-Nowitzki eingestellt ist. William P. Plaschke, kurz genannt Bill Plaschke, von der Los Angeles Times.

"Die Mavs haben mit Avery Johnson den falschen Mann gefeuert. Nowitzki muss weg. Solange er in Dallas ist, werden sie nie den Titel gewinnen", so Plaschke in der Sendung "Around the Horn".

Um gleich nachzulegen: "Wenn es in den Playoffs darauf ankommt, versteckt er sich wie ein Feigling. Er ist die Titanic der Mavs."

Eine sehr interessante Meinung. Oder besser gesagt eine sehr seltsame Sicht der Dinge.

Bestnote für Nowitzki 

Nowitzki kämpfte sich mit eisernem Willen und großer Disziplin nach seiner Knöchelverletzung in Rekordzeit zurück aufs Feld und führte Dallas auf einem Bein in die Playoffs. Alleine. Ohne Hilfe.

So sieht es auch die "Dallas Morning News", die Nowitzki in der Abschlussanalyse mit der Note "A" bewertete. Auf das deutsche System übertragen also mit einer Eins. Auch die Fans der Mavs gaben ihm in einer Umfrage zu 90 Prozent die Bestnote.

In der Serie gegen die Hornets kam der 29-Jährige im Schnitt auf fast 27 Punkte und 12 Rebounds.

Wenn jetzt noch jemand sagt, Nowitzki solle am besten Dallas verlassen, dann nur deswegen, weil er es verdient hat, in einer besseren Mannschaft zu spielen.

Großes Lob von Johnson 

Nowitzkis Ex-Coach Avery Johnson fand bei seiner letzten Pressekonferenz in Dallas nur lobende Worte für seinen ehemaligen Superstar. "Lasst es mich so ausdrücken. Dirk ist der am härtesten arbeitende Spieler, mit dem ich je zu tun hatte", meinte Johnson.

Johnson machte auch klar, dass Nowitzki der Spieler ist, der die Mavs zum Titel führen könnte, dass er aber momentan nicht die Mitspieler dazu hat:

"Er braucht ein bisschen Hilfe. Jeder große Spieler braucht Hilfe."

Wenn Nowitzki von den Aussagen Plaschkes hört, sollte er am besten einfach weghören.

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