Mittwoch, 21.05.2008

Mavs-Star in Deutschland

Nowitzki fordert Umbruch

Frankfurt/Main - Der Frust sitzt nicht so tief wie im vergangenen Jahr. Mit der Vorfreude auf die ersten Olympischen Spiele seiner imposanten Karriere hat Basketball-Superstar Dirk Nowitzki die Enttäuschung über das erneut frühe Ausscheiden in den NBA-Playoffs weggesteckt.

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© Getty

"Das ist ja jeden Sommer das gleiche", meinte der 29-Jährige von den Dallas Mavericks in Frankfurt/Main schmunzelnd. Der Traum von Olympia puscht den Würzburger im Training, das der Blondschopf nach drei Wochen Pause mit seinem Mentor Holger Geschwindner in Würzburg wieder aufnehmen wird.

"Bei Olympia dabei zu sein, ist das Größte für jeden Sportler. Ich will unbedingt ins Olympiastadion einmarschieren", sagte Nowitzki.

Olympia-Quali im Blick

Um unter den Körben in Peking dabei zu sein, muss die deutsche Nationalmannschaft aber zunächst beim Qualifikationsturnier in Athen (14.- 20. Juli) unter die ersten Drei kommen.

"Wir werden alles dafür tun, um uns endlich einmal wieder zu qualifizieren", versprach der 2,13-Meter-Riese. Zuletzt war ein deutsches Basketball-Team 1992 in Barcelona beim größten Sportereignis der Welt vertreten.

Nach Olympia will die Basketball-Lichtgestalt dann erst einmal eine Pause im Nationaltrikot einlegen. "Das bedeutet aber nicht, dass ich danach nie wieder für Deutschland spiele", sagte Nowitzki, der am 19. Juni seinen 30. Geburtstag feiert und bei den Spielen in London 2012 damit erst 34 Jahre alt wäre.

"Wir dachten es klappt besser" 

Neben der Reise nach Peking ist und bleibt der Gewinn der Meisterschaft in der NBA das große Ziel des nach dem Rücktritt von Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher derzeit einzigen deutschen Sportstars von Weltgeltung.

"Der Titel ist nach wie vor mein Traum. Ob wir in den Playoffs in der ersten Runde ausscheiden oder im Finale verlieren, ist egal. Wenn wir nicht die Meisterschaft gewinnen, haben wir unser Saisonziel verpasst", erklärte der Kapitän der Mavericks.

In seiner Funktion als Teamleader hatte Nowitzki auch großen Einfluss auf die späte Verpflichtung von Spielmacher Jason Kidd. "Wir dachten, es klappt besser mit ihm", gestand der Ziehsohn von Mavericks-Besitzer Mark Cuban.

Hoffnung auf Carlisle 

Doch wie das gesamte Team konnte auch Kidd nicht seine eigentlichen Leistungen abrufen. "Es hat in dieser Saison vieles nicht gepasst. Eine gute Halbzeit reicht im starken Westen eben nicht, um erfolgreich zu sein", erklärte Nowitzki.

Vor der neuen Spielzeit erwartet der Superstar deshalb gravierende Veränderungen im überalterten Dallas-Team. "Ich rechne schon damit, dass sich im Sommer einiges tun wird. Im Moment sind wir nicht auf dem Level wie die Titelfavoriten", gab Dirkules zu.

Viel verspricht sich der Topscorer der Mavs vom neuen Trainer Rick Carlisle. "Ich hoffe, dass er unsere Offensive wieder ein bisschen auflockert und uns einfach spielen lässt. Dann kommt auch Kidd besser zur Entfaltung."

Lob und Kritik an Johnson

Nowitzkis Verhältnis zum scheidenden Trainer Avery Johnson schien zuletzt nicht frei von Spannungen gewesen zu sein. "Die Konversation hätte sicher besser sein können. Wir haben uns nicht so ausgetauscht, wie es für das Team am besten gewesen wäre", kritisierte der blonde Riese.

Allerdings fand er auch lobende Worte für Johnson, der nach der 1:4-Niederlage im Viertelfinale gegen die New Orleans Hornets seinen Hut nehmen musste. Nowitzki: "Er hat mich zu einem besseren Allroundspieler gemacht."


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