Nach Dallas-Sieg gegen New Orleans

Marihuana ist nicht gut

Von Florian Regelmann
Samstag, 26.04.2008 | 16:30 Uhr
NBA, Dallas, Josh Howard
© Getty
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München - Es ist nicht genau bekannt, ob die CD-Sammlung von Dirk Nowitzki auch Platten von Helge Schneider beinhaltet, aber wenn ja, sollte er einen ganz bestimmten Titel mal seinem Teamkollegen Josh Howard vorspielen. Von wegen "Marihuana ist nicht gut...". 

Sportlich ist in Dallas nach dem überzeugenden 97:87-Sieg in Spiel 3 gegen die New Orleans Hornets (die Highlights bei SPOX.TV) die Hoffnung zurückgekehrt.

Nowitzkis Monster-Leistung (32 Punkte, 19 Rebounds, 6 Assists, 2 Blocks) lässt alle Mavs-Fans von einem großen Comeback in der Serie träumen, aber abseits des Spielfeldes hat Howard für riesigen Wirbel gesorgt.

Howards Marihuana-Konsum 

Der All-Star-Forward sprach Stunden vor dem wichtigsten Spiel des Jahres in einer Radio-Sendung ganz offen über seinen Marihuana-Konsum.

Während der Saison würde er "wahrscheinlich" kein Marihuana rauchen. Auch wenn die NBA keine Drogen-Tests machen würde. Im Moment sehen die Regularien vor, dass sich ein Spieler zwischen dem 1. Oktober und dem 30. Juni vier unangekündigten Tests unterziehen muss.

Allerdings wird eine positive Probe erst beim dritten Vergehen öffentlich gemacht und dann erst mit einer Sperre von fünf Spielen geahndet. 

Howard gab zu "in der Offseason manchmal Gras zu rauchen" und bezeichnete es als seine "persönliche Entscheidung und persönliche Meinung".

"Ich denke nicht, dass es mich davon abhält, meinen Job gut zu machen", so Howard.

In der NBA weit verbreitet? 

Der 28-Jährige legte noch einen nach: "Jeder in der Medien-Welt und jeder in der Sport-Welt weiß, dass NBA-Spieler Marihuana rauchen".

Im Moment ist unklar, ob und in welcher Form Howard für seine ehrlichen Aussagen von der Liga oder den Mavericks bestraft werden könnte. Ob er nur für das Reden über den Gebrauch von Marihuana bestraft werden könnte, erscheint aber fraglich.

Die besten Bilder der Playoffs!  

Dallas-Boss Mark Cuban kündigte derweil an, die Sache intern zu klären. Verwunderlich bleibt, wie Howard dazu kommt, zu einem Zeitpunkt, an dem sein Team in den Playoffs ums Überleben fightet, der Welt noch einmal deutlich zu erklären, dass "J-Ho" gern mal "high" ist.

Zumal er es schon vor einem Jahr öffentlich ansprach, es also nicht wirklich neu ist. 

Howard lieferte in den ersten beiden Spielen überaus schwache Leistungen ab (27 Prozent Trefferquote). In Spiel 3 kam er zwar auf 18 Punkte und hatte einige gute Aktionen.

Devin Harris feuert seinen Freund an 

5 Treffer bei 16 Wurfversuchen war aber erneut nicht das, was Dallas von einem Howard in guter Form gewohnt ist. Spekulationen, dass er angeschlagen sein könnte, widersprach er energisch. Weder Knöchel noch Knie noch Rücken seien ein Problem. 

Überraschende moralische Unterstützung erhielt Howard von seinem Freund Devin Harris. Der Ex-Maverick, der für Jason Kidd nach New Jersey getradet worden war, saß bei Spiel 3 als Zuschauer in der ersten Reihe und feuerte Howard an.

Darauf angesprochen, warum Howard die Äußerungen getätigt haben könnte, erklärte Harris: "Josh sagt einfach, was er denkt. So ist das bei ihm".
Der Fall Howard war in den vergangenen Tagen nicht die einzige Ablenkung bei den Mavs.

Stackhouse vs. Scott 

So sorgte Jerry Stackhouse für Schlagzeilen, weil er keinen Hehl daraus machte, dass er keine besonders gute Meinung von Hornets-Coach Byron Scott hat, ihn sogar als Trottel bezeichnete. 

Vorausgegangen war eine Auseinandersetzung an der Seitenlinie, bei der Scott Stackhouse damit provozierte, dass er erst wieder mit ihm reden könne, wenn er mal einen Titel geholt hätte.

Woraufhin Stackhouse antwortete, dass er auch einen Ring besitzen würde, wenn er wie Scott mit Magic Johnson bei den Los Angeles Lakers gespielt hätte.

Es sind momentan viele kleine Nebengeschichten, am Ende zählt aber nur eines:

Auf Nowitzki ist Verlass 

Ob Stackhouse und Scott sich lieb haben, ob Howard in seiner Freizeit sich in andere Welten versetzt oder nicht, alles egal: Dallas liegt in der Serie 1-2 zurück und muss am Sonntag den nächsten Sieg einfahren.

Mit einem heißen Nowitzki sollte das möglich sein. Und das der Deutsche wieder heiß sein wird, darauf kann man sich verlassen.

Genauso wie darauf, dass man von ihm nie solche Geschichten hören wird wie von Howard. 

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